Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 8. August 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 8. August 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung144 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Chinesischen Renminbi reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken reduziert und der Australische Dollar leicht erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Zumindest in den USA hat nun die überwiegende Mehrheit der Firmen, die im S&P 500 Index gelistet sind, ihre Quartalszahlen für das zweite Quartal vermeldet. Unsere positive Haltung zum Markt stützen wir vor allem auch auf die stark wachsendenden Unternehmensgewinne. Die Gewinnsteigerungen sind auf die gute Konjunkturentwicklung, auf die hohen Ölpreise (es sind viele Energieunternehmen im S&P 500 Index hoch gewichtet) und vor allem auf die US-Steuerreform zurückzuführen. Im ersten Quartal sind die Steuerzahlungen der o.a. Firmen auf 12,7% gefallen, das ist ein neuer Rekordtiefstand. In der Nachkriegszeit betrug der durchschnittliche Steuersatz der US-Unternehmen immerhin 35%. Die Steuerersparnisse für die Anleger sind also in jeder Hinsicht signifikant. Atemberaubende 80% der Unternehmen, die bisher Zahlen berichtet haben, konnten die Gewinnerwartungen schlagen. Laut FactSet konnten nie zuvor so viele Unternehmen die Prognosen übertreffen. Die Gewinnwachstumsrate im 2. Quartal liegt aktuell bei Plus 24%. Solche Gewinn-Wachstumsraten sehen wir sonst nur, wenn die Wirtschaft aus einer Rezession (Basiseffekt) kommt.


Derzeit gehen die Analysten nicht davon aus, dass sich der Handelsstreit in bedeutender Weise auf die Ergebnisse der US-Unternehmen auswirken wird. Für die chinesischen Unternehmen sieht das anders aus. Entsprechend ist die chinesische Börse, gemessen am Shanghai Composite Index (Yuan-Basis), seit Ende Januar um 23% gefallen, während der S&P 500 Index knapp vor einem Rekordhoch steht. Wir gehen ebenfalls weiterhin nicht davon aus, dass sich der Handelsstreit derart stark auswirken wird, dass die Gewinne der US-Unternehmen für 2018 und 2019 dadurch in eine Schieflage gebracht werden. Am Ende dürfte es eine Lösung - vermutlich noch vor den US-Zwischenwahlen - für den Streit geben. Hoffnung gibt es immer.


Die US-Anleger sind keineswegs in euphorischer Stimmung, trotz der beeindruckenden Gewinnwachstumsdaten der Unternehmen und der Reaktion der Börse (S&P 500 nahe Allzeithoch). Die Auswertung der Sentiment-Daten ergibt weiterhin ein weitgehend neutrales Bild. Offenbar bewahren die Anleger die unkonventionellen, kaum vorhersehbaren Reaktionen von Trump, der Handelskrieg, der Konflikt mit dem Iran, die Probleme in einigen südeuropäischen Staaten sowie diverse weitere Baustellen davor, in Euphorie zu verfallen. Für Anleger ist das optimal. Die Unternehmen kaufen eigene Aktien in Rekordhöhe zurück, die Steuern für die Firmen sind so tief wie noch nie und die Gewinnsituation könnte kaum besser sein. Wir könnten uns vorstellen, dass sich einige der vorgenannten Krisenaspekte in Wohlgefallen auflösen (z. B. Kompromiss im Handelsstreit) und damit den Katalysator für eine Rally darstellen könnten. Konjunktiv.


Die Saisonalität spricht gegen den Markt. Für gewöhnlich sind der August und September vor den US-Zwischenwahlen keine guten Aktienmonate. Das ist allerdings nur ein rein statistischer Wert, dessen Aussagekraft in Zweifel gezogen werden kann.


Der private Konsum wird einer EZB-Studie zufolge eine treibende Kraft für den Wirtschaftsaufschwung in der Euro-Zone bleiben. Dank der verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt würden die Konsumausgaben in allen Euro-Ländern und bei allen Arbeitnehmergruppen weiter zulegen. Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im zweiten Quartal, auch wegen des Handelsstreits mit den USA, so langsam gewachsen wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni nur noch um 0,3% zum Vorquartal. Viele Unternehmen stellen im Vertrauen auf einen anhaltenden Aufschwung weiter Mitarbeiter ein. Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone verharrt deshalb auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2008. Die saisonbereinigte Erwerbslosenquote blieb im Juni in den 19 Ländern der Währungsgemeinschaft bei 8,3%. Aus Sicht der US-Notenbank wächst die Wirtschaft dagegen weiter kräftig. Die Investitionen würden deutlich zunehmen. Zugleich bescheinigte die FED dem Arbeitsmarkt Stärke. Der Stellenzuwachs sei in den jüngsten Monaten groß gewesen und die Arbeitslosigkeit niedrig geblieben. Die US-Arbeitslosenquote lag im Juli bei 3,9%, was Vollbeschäftigung gleichkommt. Im Frühjahr war die Wirtschaft so stark gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,1%.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Konjunkturelle Stimmungsindikatoren haben sich seit den Wintermonaten abgeschwächt. Die nachlassende konjunkturelle Dynamik in der Eurozone zeigt sich auch in den BIP-Daten für das erste Quartal sowie anderen Wirtschaftsdaten. Für die EZB kein Grund zur Sorge, so gibt ihr diese Entwicklung mehr Spielraum für einen ganz sanften Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik. Anders das Bild in den USA: Bei der letztwöchigen Zentralbanksitzung wurde der graduelle Zinserhöhungszyklus bestätigt. Marktteilnehmer reagieren darauf mit einem neuerlichen Angriff auf die 3%-Marke für 10-jährige Staatsanleihen.

Fazit Renten

Der Juli brachte wieder etwas höhere Renditen in der Eurozone. In diesem Umfeld begrenzen wir die Kursverluste mit kurzen Restlaufzeiten. Sollten sich die vielen potentiellen globalen Krisenherde wieder verschärfen, sind wir mit unseren hervorragenden Schuldnerqualitäten gut positioniert.

WÄHRUNGEN

Klarer Wochengewinner ist der Japanische Yen. Die Flexibilisierung des Zinskurvenziels ist nichts anderes als eine Straffung der Geldpolitik, die wiederum den Yen stärkt. Auf der anderen Seite stehen dem Britischen Pfund schwere Wochen bevor. Die Re-Fokussierung auf das Thema "Brexit" sorgt weiter für Verunsicherung.

Fazit Währungen

Die aktuelle Positionierung bleibt unverändert. Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD, CNY, CAD und AUD) bildet mit knapp 71% eine überwiegende Mehrheit.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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