Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 11. September 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 11. September 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung158 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Chinesischen Renminbi reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken reduziert und der Australische Dollar leicht erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die US-Zwischenwahlen im November werfen auch an der Börse ihre Schatten voraus. Der S&P 500 Index hat im Zeitraum Anfang Mai bis Ende Oktober vor den US-Kongresswahlen seit 1946 im Mittel 1,1% verloren. Während der ersten Amtszeit eines Präsidenten, Trump vollzieht im Moment seine erste Amtsperiode, betrug das Minus sogar 3%. Die beste Performance seit 1990 zeigte der Sektor Gesundheit. Das sind allerdings rein statistische Daten, die man nicht überbewerten sollte. Wir haben diskutiert, den Gesundheitssektor noch mehr als bisher auszubauen. Die Gesundheitssparte ist in diesem Jahr, gleich hinter der Technologiesparte, die beste Branche im Aktienmarkt. Auch langfristig, beispielsweise über einen Zeitraum von zehn Jahren, schneidet der Gesundheitsbereich im Vergleich mit anderen Sektoren besonders gut ab. Wir mögen Gesundheitsaktien, allerdings ist uns derzeit der Markt schon etwas zu stark gelaufen, um den Sektor noch weiter zu verstärken. Wir behalten es allerdings auf unserem Radarschirm, falls uns die Gelegenheit dafür günstig erscheint, den Gesundheitssektor weiter auszubauen.


Die historische Erfahrung zeigt, dass die Bewertung der Börse umso höher ausfällt, je höher die Gewinne steigen bzw. je höher die Gewinnerwartungen sind. Für dieses Jahr sind die Gewinnerwartungen des Marktes besonders hoch. Das liegt einmal an der guten Konjunkturlage in den USA, aber auch an den massiven Steuersenkungen für US-Unternehmen und an den Deregulierungsmaßnahmen der US-Regierung. Konkret könnten in diesem Jahr, laut Marktschätzungen, die Gewinne in den USA im Vergleich zu 2017 um 17% ansteigen. Für 2019 erwartet der Markt einen nochmaligen zweistelligen Gewinnanstieg von über 10% für Unternehmen im S&P 500 Index. Besonders die Gewinnwachstumsraten in diesem Jahr sieht man in dieser Höhe sonst nur, wenn die Wirtschaft aus einer Rezession kommt. Befindet sich nämlich die Wirtschaft in einer Rezession, liegen die Gewinne am Boden und in den Folgejahren, wenn sich die Gewinnsituation normalisiert, ergeben sich in der Regel solche Wachstumsraten. Diesmal kommt die Wirtschaft aber nicht aus einer Rezession, sondern es findet eine regelrechte Gewinnexplosion von einer hohen Basis aus statt. Die US-Börse war viele Jahre im historischen Vergleich sehr hoch bewertet. Das hat sich durch die starke Gewinnsteigerung erheblich zum Positiven verändert. Die in Summe smarten Anleger haben damit die starken Gewinnsteigerungen schon in der Kursentwicklung der letzten Jahre teilweise vorweggenommen. Im Moment wird der S&P 500 Index nur noch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (sog. KGV) von 16 (auf Basis der Gewinnerwartung für das Jahr 2019) gehandelt. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei nur um Erwartungen handelt, die nicht zwangsläufig erfüllt werden müssen. Die Anleger hoffen, dass die Konjunktur mitspielt. Ist das KGV für 2019, sollten die Gewinne wie erwartet auch generiert werden, nun teuer oder billig? Im historischen Kontext liegt der Wert von 16 ziemlich exakt am 30-Jahresdurchschnitt. Aus diesem Blickwinkel ist die Börse neutral bewertet. Zieht man jedoch die im historischen Vergleich tiefen Zinsen mit ein, ergibt sich eine eher günstige Bewertung. Allerdings ist das ein schwaches Argument, da unter realen Bedingungen (sprich unter Berücksichtigung der Inflationsrate) die Zinsen im historischen Vergleich gar nicht so tief liegen. Allerdings ist die Pro-Business-Einstellung der US-Regierung ein Faktor, der viele Analysten dazu veranlasst, von einer vergleichsweise günstigen Bewertung zu sprechen.


Die Sentiment-Indikatoren zeigen, dass die US-Anleger optimistisch - aber nicht blauäugig euphorisch - gestimmt sind. Von dieser Seite gibt es derzeit noch keine Warnhinweise.


Analyse der Guru-Meinungen: Einige bekannte Analysten vertreten die Auffassung, dass wegen des Handelsstreites die Börsen (speziell die Wall Street) alsbald unter starken Druck geraten werden. Wir vertreten diese Auffassung nicht. Aktien sind unter Bewertungsgesichtspunkten attraktiv. Wir haben es zudem nicht mit einem überbordenden Optimismus - der gefährlich wäre - zu tun.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Seit der letzten Strategierunde am 30. August sind die Renditen in Europa und den USA um jeweils rund 10 Basispunkte angestiegen und dies sowohl im kurzfristigen 2-Jahres-Bereich, als auch bei den 10-jährigen Laufzeiten. Dazu beigetragen haben positive Meldungen aus den Brexit-Gesprächen, welche die Marktstimmung verbessert haben. Laut dem Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, könnten die Verhandlungen "realistisch" bereits in den nächsten sechs bis acht Wochen zu einem Vertrag führen. Am Donnerstag findet die nächste EZB-Sitzung statt, wobei die Märkte davon ausgehen, dass EZB-Präsident Draghi die Pläne zum Ausstieg aus den Anleihenkäufen bestätigen wird. Was noch wichtiger ist, er dürfte die mit Spannung erwartete Reinvestitionsstrategie erläutern.

Fazit Renten

Die Risikostimmung wird in nächster Zeit entscheidend bleiben. Zwar sind auch Anleihen aus den Peripherieländern weiter gesucht, die anhaltende Sicherheitsnachfrage dürfte die Renditen der Kernländer jedoch weiterhin deckeln. Wir verändern unsere Strategie nicht und setzen weiterhin auf Qualität und moderate Laufzeiten.

WÄHRUNGEN

Im bisherigen Monatsverlauf konnte die Schwedische Krone innerhalb der G-10 Währungen gegenüber dem Euro mit einem Plus von rund 1,5% am besten performen. Zulegen konnten auch der US-Dollar nach einem starken Arbeitsmarktbericht und das Britische Pfund nach positiven Brexit-Kommentaren.

Fazit Währungen

Wir setzen weiterhin auf eine breite Streuung bei der Währungsallokation und legen dabei Wert auf Qualität, wobei der US-Dollar mit einem Drittel die höchste Gewichtung hat. Rund 10 Prozent investieren wir in den Kanadischen Dollar, den Schweizer Franken, die Norwegische Krone und den Chinesischen Renminbi.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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