Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 24. September 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 24. September 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung238 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen heraus auf 5% (zu Lasten des Euro-Anteils) angehoben. Der Dollarblock bleibt mit über 60% der Währungsallokation gewichtet.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Große Zusammenschlüsse sind oft ein gutes Zeichen für die Börse. In der Goldminen-Industrie entsteht mit der milliardenschweren Fusion von Barrick Gold und Randgold ein neuer Branchenprimus. Das kanadische Unternehmen Barrick schluckt den in Afrika tätigen Konzern Randgold. Mit einem Volumen von USD 18,3 Mrd. ist das Aktiengeschäft seit Jahren das größte in der Branche, die mit sinkenden Goldpreisen und Investoren-Kritik zu kämpfen hat. Anleger bemängeln, dass es in dem Sektor zu wenige Übernahmen gibt und zu viel gespart wird. Von den weltweit zehn Goldminen, die am billigsten ausgebeutet werden, gehören nach der Fusion fünf dem neuen Branchenriesen. Sowohl Barrick als auch Randgold haben im vergangenen Jahr rund ein Drittel ihres Marktwertes eingebüßt. Anleger warfen der Branche falsches Kapitalmanagement vor und zogen sich zurück. Bei den Anlegern kam die geplante Fusion gut an. Der US-Kabelkonzern Comcast hat bei der Versteigerung des britischen Senders Sky den US-Rivalen Fox ausgestochen. Analysten zeigten sich aber wenig begeistert. Schließlich biete Sky Satelliten-Fernsehen an, das seinen Zenit angesichts von Streaming-Diensten längst überschritten habe, sagte ein Analyst.


Die Notenbanken unterstützen weiter die Wirtschaft und den Markt. Inflationssorgen stehen nicht ganz oben auf der Agenda, auch bei der US-Notenbank nicht. Diese dürfte zwar in dieser Woche die Zinsen ein weiteres Mal erhöhen und auch im Dezember nochmals nachlegen, allerdings befindet sich die US-Notenbank weit entfernt von der sogenannten Taylor-Regel. Diese beschreibt, unter der Berücksichtigung von u.a. der Inflation, der Zinsen sowie des Wirtschaftswachstums, einen Art Gleichgewichtszins für die Zentralbank, also einen Leitzins, bei dem die Wirtschaft weder gefördert noch das Wachstum gebremst wird. Die Europäische Zentralbank erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben. Die EZB hatte Mitte September einen weiteren Mini-Schritt in Richtung einer strafferen Geldpolitik beschlossen. Ab nächster Woche sollen die monatlichen Anleihenkäufe auf EUR 15 Mrd. halbiert werden. Sofern die Konjunktur mitspielt, sollen die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen zum Jahresende ganz eingestellt werden. Dann werden sie ein Volumen von EUR 2,6 Bio. erreicht haben.


Die Themen BREXIT und Handelskonflikt bieten aus unserer Sicht mittlerweile mehr positive Überraschungsmomente als weiter negatives Potenzial für die Märkte. Ein harter BREXIT sowie die Zölle zwischen USA und China sind mittlerweile, wohl zumindest teilweise, eingepreist. Heute traten die von den USA erhobenen Zölle auf einen großen Teil der chinesischen Importe in Kraft. Der geplante EU-Austritt Großbritanniens wirkt sich nach Draghis Worten bislang eher gering auf die Wirtschaft der Euro-Zone aus. Insgesamt seien die Folgen für die Realwirtschaft nach Schätzungen der EZB wohl "recht gedämpft".


In einigen Ländern in Asien, wie z.B. in China, sind die Kursrückgänge mittlerweile brutal. Chinas Börse ist von ihrem zyklischen Hoch im Jahr 2015 auf Yuan-Basis um knapp 50% eingebrochen. Das sind Kursrückschläge, wie sie zur Internetkrise im Jahr 2000 an der Wall Street verbucht wurden. Dadurch ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis in dem Markt auf ein 15-Jahrestief gefallen.


Die Bewertung ist nach einigen Verhältniszahlen in den USA - ganz im Gegensatz zu diversen Ländern in Asien - irrational hoch. So ist z.B. das Kurs-Umsatzverhältnis im Augenblick in der Größenordnung des Jahres 2000 bzw. 1929. Die Margen sind allerdings auf Rekordlevels. Wir gehen davon aus, dass die Margen weiter hoch bleiben. Das liegt u.a. auch an der US-Steuerreform, diese erhöht den Nettogewinn, auf den es den Unternehmenseigentümern ankommt, beträchtlich. Auch wenn man als Gewinnbasis die letzten 10 Jahre verwendet erhält man erstaunlich ehrgeizige Bewertungskennziffern. Das liegt auch daran, dass man in dieser, auch als Shiller-KGV bekannten, Bewertung Gewinnkrisenjahre noch in der Kalkulation hat. Entscheidend ist aber aus unserer Sicht der Blick durch die Frontscheibe. Für das Jahr 2019 liegt die aktuelle Marktschätzung bei einem KGV von etwa 16. Dies liegt ziemlich exakt im 30-Jahresdurchschnitt.


Die Stimmungslage der Investoren ist gut. Allerdings sind die Anleger, trotz neuer Rekordstände und einer Gewinnexplosion für dieses Jahr, nicht euphorisch gestimmt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die vergangene Woche verlief an den Finanzmärkten - trotz der Ankündigung neuer Zölle im Handelsstreit zwischen den USA und China - ruhig. Es war sogar eine gute Stimmung auszumachen. Wie es diese Woche weitergehen wird, hängt viel vom FOMC-Meeting am Mittwoch ab. Eine Zinsanhebung auf 2,25 Prozent dürfte zwar schon ausgemachte Sache sein, aber der Ausblick der Mitglieder des Offenmarktausschusses auf die künftige Leitzinsentwicklung wird stärker im Fokus stehen. In Europa plädiert das EZB-Ratsmitglied Ewald Novotny für eine schnellere Leitzinsnormalisierung als bisher geplant. Eine erste Zinsanhebung im September 2019 erscheint möglich.

Fazit Renten

Wir verändern unsere Strategie derzeit nicht und setzen weiterhin auf Qualität und moderate Laufzeiten.

WÄHRUNGEN

Im bisherigen Monatsverlauf gehören die beiden Krone-Währungen aus Schweden und Norwegen zu den Gewinnern gegenüber dem Euro. Der Japanische Yen hat dagegen am stärksten zur europäischen Gemeinschaftswährung verloren. Der US-Dollar verliert bisher im September und konnte den Erfolgslauf zum Euro seit Jahresbeginn nicht fortsetzen. Beim Handelskonflikt zwischen China und den USA wird natürlich auch das Währungspaar US-Dollar und Chinesischer Renminbi beobachtet. Nach einer starken US-Dollar-Entwicklung befinden sich die beiden Währungen seit Mitte Juni in einer Seitwärtsbewegung.

Fazit Währungen

Der Dollarblock setzt mit über 70 Prozent den Schwerpunkt der Allokation bei den Währungen. Der US-Dollar ist dabei mit über 33 Prozent gewichtet, gefolgt von den Währungen Kanadischer Dollar, Schweizer Franken, Norwegischer Krone und Chinesischer Renminbi. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird auf 5 Prozent angehoben, da aufgrund der durchwegs negativen Berichterstattung bzgl. Brexit ein weiterer Verlust des Pfunds zum Euro weitgehend unterblieb, kann aus antizyklischen Überlegungen eine höhere Gewichtung dieser Währung sinnvoll sein.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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