Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 1. Oktober 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 1. Oktober 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung163 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wurde auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35 % der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

US-Präsident Donald Trump hat in dem von ihm angezettelten Handelskonflikt mit Kanada und Mexiko einen neuen Pakt zur Ablösung des Nafta-Abkommens erstritten. Anstelle des nordamerikanischen Freihandelsvertrags von 1994, zur Regelung von Warenströmen im Volumen von jährlich USD 1,2 Bio., soll in Kürze die USA-Mexiko-Kanada-Vereinbarung USMCA rücken. Nach Mexiko erzielten die Amerikaner nun auch mit Kanada eine Einigung. Europas Wirtschaft hofft nun auf ein Abkommen zwischen der EU und den USA, befürchtet aber zugleich eine stärkere Abschottung der nordamerikanischen Länder. Das Ergebnis würden "freiere Märkte, freierer Handel und ein robustes Wirtschaftswachstum" in der Region sein, betonten die Regierungen von Washington und Ottawa nach ihrer Einigung. Der Durchbruch gelang erst kurz vor Ablauf einer Frist, die Trump Kanada bis Sonntag um Mitternacht gesetzt hatte. Er erzwang eine Neuverhandlung des Nafta-Abkommens, welches nach seiner Ansicht die USA benachteiligte. Die neue Vereinbarung vermeidet die Einführung von Zöllen. Gleichzeitig machen Kanada und Mexiko aber Zugeständnisse, indem sie restriktivere Vorschriften für Exporte an ihren größten Handelspartner akzeptieren. Die Börsen sehen die Einigung positiv.


Oktober (guter Monat), November (bester Monat) und Dezember (zweitbester Monat) sind im Durchschnitt aus historischer Sicht sehr gute Aktienmonate für die Börsen. Dieser saisonale Faktor könnte in diesem Jahr besonders ausgeprägt sein, weil man auch aufgrund der Steuerreform von besonders hohen Aktienrückkäufen der Unternehmen ausgehen kann.


Die klassischen Vorlaufindikatoren für Rezessionen bzw. damit verbundene ungewöhnlich starke Börsenrückschläge zeigen im Moment nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit für solch ein Szenario in den nächsten sechs Monaten an. Die Kreditstandards der US-Banken sind relativ locker, die Risikoaufschläge (sog. Spreads) auf Hochzinsanleihen in den USA (High Yield Bonds) sind derzeit zwar nicht auf Rekordtief aber doch auf tiefen Niveaus. In der Vergangenheit haben sowohl die Kreditstandards als auch die Kurse an den Unternehmensanleihenmärkten mit schwacher Qualität, zum Teil deutlich, vor (!) einer Rezession bzw. einem starken Aktienabschwung nachgelassen. Beides ist derzeit nicht der Fall. Im Gegenteil: Auch die Zinsstrukturkurve ist weiter steil, für zweijährige Laufzeiten werden etwa 25 Basispunkte mehr bezahlt als für zehnjährige Papiere. Das ist konsistent mit einem zweistelligen Renditezuwachs des S&P 500 in den nächsten zwölf Monaten, zumindest wenn man vergangene entsprechende Konstellation als Maßstab verwendet.


Der MSCI Weltindex handelt derzeit bei einem KGV von 15,6. Das entspricht in etwa dem Durchschnittswert der letzten 30 Jahre. Das liegt auf dem Niveau von 2004, allerdings waren damals auch die Bondrenditen in den USA doppelt so hoch wie heute. Die Bewertung ist unter diesem Gesichtspunkt attraktiv.


Von der Sentimentseite gibt es keine roten Stoppsignale. Nicht einmal ein Drittel der Sentiment-Indikatoren zeigen derzeit eine sehr optimistische Stimmung an. Das ist ein Normalwert und kein Grund zur Beunruhigung.


Die FED entzieht dem Markt Kapital und erhöht die Zinsen weiter. Das ist tendenziell negativ zu bewerten. Kein einziger der letzten acht starken Abschwünge hat begonnen, wenn die realen Leitzinsen unter der zwei Prozent Marke gelegen haben. Insofern sind die Zinserhöhungen relativ zu bewerten. Positiv ist jedenfalls, dass die chinesische Zentralbank die Mindestreservepolitik lockert. Dies sollte dazu führen, dass die Geldmenge M1 sich von ihrem starken Rückgang erholt und wieder mehr Geld geschöpft wird. Der Zusammenhang zwischen der chinesischen Geldmengen- und Aktienmarktentwicklung ist eng. Die chinesische Börse befindet sich 54% unter ihrem 2007er Allzeithoch und 45% unter dem 2015er zyklischen Zwischenhoch. Die Bewertung ist entsprechend attraktiv. Wir erachten Asien insgesamt als sehr werthaltig und haben dies natürlich auch entsprechend in unserer Asset-Allokation berücksichtigt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Getrieben von Entwicklungen in den USA und von ansteigenden Inflationszahlen sind auch die Nominalrenditen zuletzt angestiegen. Der Zinsabstand der USA gegenüber Europa liegt nach wie vor in einem absoluten Rekordbereich, er beträgt bei 10-jährigen Laufzeiten mehr als 2,5%punkte und bei kurzen Laufzeiten sogar deutlich mehr als 3%punkte. Nicht zuletzt Aussagen des EZB-Präsidenten vor dem europäischen Parlament haben die Inflationserwartungen letzte Woche leicht nach oben getrieben. Dennoch erwarten Marktteilnehmer anhand deutscher inflationsgeschützter Bundesanleihen nur eine Inflation von 1,35% für die nächsten 10 Jahre, bei einer aktuellen Inflation von 2,0% für Europa.

Fazit Renten

Nominalanleihen konnten im Umfeld steigender Renditen nicht reüssieren, weshalb unsere kurze Laufzeitenpositionierung in diesem Markt ein Vorteil war. Inflationsgeschützte Anleihen entwickelten sich dank leicht steigender Inflationserwartungen etwas besser und liegen auch seit Jahresbeginn leicht im Plus.

WÄHRUNGEN

Relativ wenig Bewegung spielt sich aktuell an den globalen Devisenmärkten ab. Tendenziell gewannen in den letzten Wochen fast alle Währungen gegenüber dem Euro, der durch interne (politische) Krisen wenig nachgefragt wird. Zu den Gewinnern gehörten zuletzt die nordamerikanischen Dollar-Währungen, aber auch die asiatischen Währungen konnten sich nach einer handelsstreitbedingten Schwächephase wieder etwas erholen.

Fazit Währungen

Nach unserer letzten Aufstockung des Britischen Pfund auf knapp 5% ging der Euro-Anteil auf fast "0" zurück. Maßgeblich ist die Gewichtung im US-Dollar mit ca. einem Drittel des Fremdwährungsexposures. Daneben wählen wir aktuell eine Strategie der breiten Streuung mit einigen Positionen jeweils im Bereich der 10 Prozentpunkte: Schweizer Franken, Kanadische Dollar, Chinesische Renminbi und Norwegische Kronen sind etwa gleich stark alloziert, mit leichten Abstrichen folgen die Pazifischen Dollar-Währungen.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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