Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 17. Oktober 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17. Oktober 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung162 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wurde auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Gewinne jener Unternehmen, die im S&P 500 Index gelistet werden, sind im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres um 25% angestiegen. Auf das Gesamtjahr gesehen, sollte sich ein Wachstumsschub von über 20% ausgehen. In der Nachkriegszeit sind derart starke Steigerungen nur von einer geringen Basis aus bekannt, wie sie etwa in Jahren nach Rezessionen vorkommen. Natürlich haben die Steuerreform der US-Regierung und die Deregulierung der US-Energiewirtschaft, konkret die Abschaffung des Climate Action Plans noch aus der Obama Regierung, sowie der Finanzwirtschaft maßgeblich zu diesen hohen Gewinnsteigerungsraten beigetragen. Aber auch der hohe Ölpreis, der den US-Frackingunternehmen in die Hände spielt, und die gut laufende Konjunktur haben ihren Beitrag dazu geleistet. Durch diese ungewöhnlichen Steigerungsraten ist die Börse wieder in ein Gewinnbewertungsmuster gerutscht, welches in etwa der 30-jährigen Durchschnittsbewertung entspricht. Konkret wird die Börse auf Basis der 2019er Gewinnschätzung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 gehandelt. In den letzten Jahren war die Besorgnis der Anleger hoch, dass die Börse weit über der historischen Norm bewertet war (KGV um die 20). Im nächsten Jahr geht der Markt davon aus, dass die Gewinne weiter zweistellig wachsen sollten. Allerdings könnte das Wachstum deutlich tiefer ausfallen, wenn die USA tatsächlich Waren aus China im Gegenwert von USD 500 Mrd. mit einem Sonderzollsatz von 25% belegen sollten. Nach aktuellen Schätzungen von Ökonomen dürfte für diesen Fall das Gewinnwachstum (Ceteris paribus, alle anderen Rahmenfaktoren unberücksichtigt) eher bei nur 5% liegen.


Rein statistisch, Argumente aus dieser Analysekategorie sind allerdings schwach, ist der Oktober ein starker Aktienmonat. Der November der Stärkste und der Dezember der zweitstärkste Monat in einem Kalenderjahr.


Aufgrund bestimmter Regeln in der US-Steuerreform könnten die Aktienrückkäufe in diesem Jahr einen neuen Allzeithöchstwert erreichen. In der Regel kaufen Unternehmen besonders im November und Dezember vermehrt eigene Aktien zurück, um den Bilanzkurs zum 31.12. möglichst positiv zu beeinflussen. In den USA hängen viele Bonusprogramme für das Management, immer mehr auch für besonders hochqualifizierte Facharbeiter, an der Entwicklung des Aktienkurses mit vorgenannten Stichtag.


Eine inverse Zinsstruktur (Anleihen mit kürzeren Laufzeit bieten höhere Renditen als jene mit längeren Laufzeiten) gilt in der Finanzbranche als der Kassandraruf schlechthin. Derzeit ist die US-Zinskurve aber noch normal ausgestaltet, die kurzfristigen Renditen sind also tiefer als die für länger laufende Anleihen (2-jährige US-Staatsanleihen liegen im Moment bei 2,9%, 10-jährige bei 3,2% und 30-jährige bei knapp 3,4%). Das Argument vieler Analysten, dass so ein großer Bullenmarkt wohl erst durch einen Bärenmarkt (definiert als Kursverluste größer 20%) abgelöst werden wird, wenn die US-Zinskurve invers wird, steht allerdings auf schwachen Beinen.


Die Stimmung der US-Anleger hat sich spürbar durch den hohen Kursrückgang letzte Woche verschlechtert. So ist beispielsweise der sog. Angstindikator, der Volatilitätsindex auf den S&P 500, der "VIX", kurzzeitig von 12% auf 28,8% angestiegen und mittlerweile wieder auf 17% gefallen. Laut Aktienmodellen war in der Vergangenheit eine derartige "Panikreaktion" der Anleger in über 90% der Fälle mit einem festen Aktienmarkt sechs Monate nach einem derartigen Ereignis verknüpft.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Waren letzte Woche die Märkte noch durch die kurze Börsenkorrektur verunsichert, konnten die Aktienmärkte zuletzt wieder eine Rally hinlegen. Die Anleihenmärkte zeigten hingegen keinerlei Reaktion. Somit scheint eine größere Marktkorrektur derzeit nicht der Fall zu sein. Am US-Treasurymarkt dürfte sich der Aufwärtstrend auch nicht weiter fortsetzen. Die US-Renditen sind von ihren Höchstständen wieder etwas zurückgekommen. Am Rentenmarkt tendierten die Staatsanleihen dies- und jenseits des Atlantiks eher seitwärts. Bei den Sondertreffen des Europäischen Rates zum Thema Brexit wird auch kein Durchbruch erwartet und daher scheint ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU immer wahrscheinlicher.

Fazit Renten

Gerade in stürmischen Zeiten (wie Mitte letzter Woche gesehen) zeigt es sich wieder, dass man mit einer relativ kurzen Laufzeitenpositionierung in diesem Markt Vorteile hat. Überdies setzen wir bei unserer Auswahl der Emittenten auf hohe Bonitäten, um auch hier keine negativen Überraschungen zu erleben. Im US-Dollar-Bereich haben wir auf den Rendite-Höchstständen aus taktischen Überlegungen heraus die Laufzeit auf 6,5 Jahre verlängert.

WÄHRUNGEN

Das Thema Brexit spielt natürlich noch immer eine starke Rolle. Überraschend ist vielleicht hierbei, dass das Britische Pfund im bisherigen Monatsverlauf zum Euro fast 1,5% zulegen konnte. Auch der Japanische Yen gewinnt im Oktober über 1,5% zur europäischen Gemeinschaftswährung. Der US-Dollar sucht seine Richtung - im Oktober bewegt er sich in relativ engen Grenzen zum Euro. Abseits unserer beobachteten Währungen (die sich hauptsächlich im G-10-Währungsbereich abspielen) hat die Türkische Lira ihre Tiefststände zum Euro verlassen. Auch die meisten Emerging-Markets-Währungen haben sich Großteils von ihren Tiefs erholt.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit ca. 1/3 der Währungsallokation nach wie vor die am stärksten gewichtete Währung. Weitere Währungen wie Schweizer Franken, Kanadische Dollar, Chinesische Renminbi und Norwegische Kronen sind mit etwa 10% gleich stark gewichtet.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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