Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 25. Oktober 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 25. Oktober 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wurde auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der S&P 500 Index hat von seinem Allzeithoch mittlerweile 9,8% verloren, im Februar waren es 11,8%. Im Jahr 2015 hat die Marktkorrektur sogar 15% betragen. In der letzten Woche sowie auch noch in dieser Woche befindet sich die Wall Street mitten in der Earnings-Blackout-Periode, in der aus regulatorischen Gründen keine neuen Aktienrückkaufprogramme gestartet werden können. Aus der Analyse vergangener großer Bärenmärkte, die definiert sind als Rückschläge größer als 20%, wissen wir, dass Bärenmärkte in der Regel mit Rezessionen in den USA korrelieren. Bevor aber eine Rezession startet, tendiert üblicherweise zuerst der Arbeitsmarkt schwach. Das tut dieser in den USA aber nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Die US-Arbeitslosenrate befindet sich auf dem tiefsten Niveau seit 1969. Eine US-Rezession ist in den nächsten sechs Monaten aber auch aus ganz anderen Gründen unwahrscheinlich. Aufgrund der US-Steuerreform ist der tatsächliche Steuersatz der US-Firmen laut einer Analyse von Ned Davis Research auf durchschnittlich 12,7% gefallen. Aber auch die vorzüglichen neuen Abschreibungsregeln, die in dieser Form bis 2023 gelten, sollten die Investitionstätigkeit der US-Unternehmen hochhalten.
An der Börse geht es kurzfristig um viel, mitunter auch um Psychologie. Langfristige Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass es am Ende um die Gewinne der Unternehmen geht. Die Gewinnentwicklung und die Aktienkursentwicklung sind langfristig zwar nicht deckungsgleich, die Börsenkurse schwanken enorm, ähneln sich aber doch sehr stark. In diesem Jahr sollten die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 Index um 20 bis 25 Prozent ansteigen. Das sind ziemlich einmalige Zahlen, wenn man jene Perioden aus der Finanzgeschichte herausrechnet, in denen die Wirtschaft jeweils aus einer Rezession gekommen ist. Zu diesen Zeitpunkten waren aufgrund der geringen Vergleichsbasis die Gewinnsteigerungen jeweils ebenfalls beeindruckend. 2017 war aber kein Rezessionsjahr, insofern war auch die Vergleichsbasis hoch. Die Steuerreform, die Ölpreisentwicklung, die Deregulierung im Finanz- und Umweltbereich entfalten ihre Wirkung auf die Unternehmensergebnisse. Im nächsten Jahr sollten die Gewinne laut derzeitigen Schätzungen um 5% wachsen, falls es zu einem ausgeprägten Handelskrieg zwischen den USA und China kommen sollte. Falls sich die USA mit den Chinesen auf ein Handelsabkommen verständigen können, gar um 11%.
Die hohen Gewinnsteigerungen und der schwache Aktienmarkt haben dazu geführt, dass Anleger den S&P 500 Index im Moment unter dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) - Durchschnitt der letzten 30 Jahre kaufen können. In der Vergangenheit war es aus ökonometrischer Sicht eine gute Idee, den S&P 500 Index zu kaufen, wenn dieser unter dem jeweiligen 30-Jahres-KGV-Durchschnitt gehandelt worden ist.
Am 11.Oktober hatte der Markt panisch auf Verkäufe am US-Aktienmarkt reagiert. Der Volatilitätsindex (VIX) auf den S&P 500 Index, dieser wird häufig auch als Angstindikator bezeichnet, ist auf knapp 30% in die Höhe geschossen und in der Folge wieder auf 17% zurückgefallen. Der Markt hatte sich wieder etwas beruhigt. Die starken Kursverluste am 24. Oktober, besonders bei Technologiewerten, haben den Angstindikator erneut bis 26% ansteigen lassen. Derartige Reaktionen des VIX sind konsistent mit Aktienkursanstiegen sechs Monate nach diesen Ereignissen in 100% der bisher beobachteten Fälle außerhalb von Rezessionen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 02. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die stärksten Stimmungstreiber scheinen derzeit aus der Berichterstattung der Unternehmensergebnisse des letzten Quartals zu sein. Das Gefüge wurde zuletzt etwas wackeliger und dabei galt das altbekannte Verhältnis: Aktien runter - Anleihen rauf bzw. vice versa. Die Unternehmensnachrichten werden auch noch die nächsten Tage das Geschehen an den Märkten prägen. Da tritt der Handelskonflikt zwischen den USA und China mittlerweile in den Hintergrund. Bei diesem aktuellen Marktumfeld haben die sicheren Rentenmärkte Rückenwind. Die Renditen dies- und jenseits des Atlantiks sind niedriger als vor einigen Tagen und Wochen. Die Renditeaufschläge schlechter Schuldner hingegen sind wieder deutlich angestiegen. Hochzinsanleihen aus Europa müssen beispielsweise heute um 0,4 Prozentpunkte höhere Zinsen zahlen als noch zu Monatsbeginn. Die Schoellerbank engagiert sich nicht in solchen Segmenten.

Fazit Renten

Die Auswahl der Emittenten mit hohen Bonitäten gibt uns gerade auch in Marktphasen wie der aktuellen die Sicherheit, keine negativen Überraschungen zu erleben. Sicherheit ist gefragt und eine stabile Rentenpositionierung bietet in Krisenphasen Stabilität im Portfolio.

WÄHRUNGEN

Aufgrund der heftigen Marktbewegungen der letzten Tage hätte man vermuten können, dass auch die Währungen ausschlagen. Doch beispielsweise die Krisenwährung Schweizer Franken ist auf Monatssicht Oktober fast unverändert. Auch bei den anderen G-10-Währungen blieben die Bewegungen bisher in engen Grenzen. Lediglich der Japanische Yen hat 3% zum Euro gewonnen und der US-Dollar legte mit 1,5% zum Euro nur leicht zu. Im Zuge diverser europäischer Probleme hat der Euro eher gelitten und die Anleger haben sich Richtung US-Dollar orientiert. Unsere Argumente für eine Fremdwährungsbeimischung gewannen wieder einmal an Bedeutung.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit ca. 1/3 der Währungsallokation nach wie vor die am stärksten gewichtete Währung. Die jüngste Laufzeitverlängerung im US-Dollar hat bis dato gute Beiträge gebracht. Weitere Währungen wie Schweizer Franken, Kanadische Dollar, Chinesische Renminbi und Norwegische Kronen sind mit etwa 10% gleich stark gewichtet.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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