Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 14. November 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 14. November 2018)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung166 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wurde auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Politische Handlungen können nicht sicher eingeschätzt werden. Insofern bestehen bezüglich der sog. BREXIT-Vereinbarung, der Handelsgespräche USA/Europa, USA/China und der Budgetsituation in einigen Ländern der europäischen Peripherie gewisse Unsicherheiten. Je nachdem wie vorteilhaft oder auch zum Nachteil der Wirtschaft die Ergebnisse lauten werden, dürften auch die Märkte entsprechend reagieren.


Davon abgesehen sind die sonstigen Börsenfaktoren sehr positiv zu bewerten. Der November ist im Regelfall statistisch der stärkste Aktienmonat, auch der Dezember ist im Regelfall stark. Dazu kommt in diesem Jahr, was nicht zuletzt auch auf den Effekt der Steuerreform rückführbar scheint, dass die Aktienrückkäufe der Unternehmen einen neuen Rekordwert erreichen könnten. Trotz der gut laufenden US-Wirtschaft, mit ihrer tiefen Arbeitslosenquote und den völlig unüblich hohen Unternehmensgewinnen aufgrund der Steuerreform, sind die Stimmungsindikatoren eher in einem negativen als in einem positiven Bereich. Auch die Bewertung ist auf Basis der erwarteten Gewinne für 2019 unauffällig und liegt ziemlich im 30-Jahresdurchschnitt.


Der Zinsunterschied zwischen 2- und 10-jährigen US-Staatsanleihen von 25 Basispunkten ist konsistent mit einem zweitstelligen Kurszuwachs des S&P 500 Index. Üblicherweise fällt der S&P 500 Index erst dann in einen Bärenmarkt, wenn die vorgenannten Staatsanleihen in etwa mit demselben Renditeniveau gehandelt werden. Allerdings im Schnitt erst 10 bis 11 Monate später.


Auch zeigen die nach wie vor sehr tiefen Renditen für US-Hochzinsanleihen noch keinerlei wirtschaftliche Schwierigkeiten an. In der Vergangenheit hat dieser Markt sehr sensibel und weit vor Rezessionen heftige Kursverluste gezeigt.


Seit dem Zweiten Weltkrieg ist es zu keinem Bärenmarkt mit einer Rezession gekommen, wenn der Realzins unter 1,8% lag (was derzeit der Fall ist).


Der S&P 500 Index hat in der Vergangenheit 12 Monate nach den Zwischenwahlen ein weit überdurchschnittliches Kurswachstum von +14% verzeichnet.


Die US-Unternehmensgewinne liegen in einem großen Bullenmarkt normalerweise in der Spitze etwa 30% über den Durchschnittswerten, derzeit liegt der Markt etwa 13% darüber.


Bis Jahresende sieht der Markt gut aus, sofern dieser nicht durch die Spitzenpolitik torpediert wird.


Im nächsten Jahr wird die EZB ihr Anleihenkaufprogramm stoppen und vorläufig letztmalig im Dezember EUR 15 Mrd. an Anleihen aufkaufen. Sie hat dann ca. EUR 2,6 Billionen Anleihen in ihrer Bilanz. Die FED geht einen deutlichen Schritt weiter und wird USD 600 Mrd. Anleihen in den Markt werfen (sofern dies die wirtschaftliche Situation zulässt). Die Schulden der Haushalte und Unternehmen (Nicht-Banken) sind global auf einen neuen Rekordwert angestiegen. Sorgen bereitet in diesem Umfeld auch der feste US-Dollar sowie die steigenden Dollar-Zinsen, da global viele Kreditnehmer ihr Engagement in US-Dollar finanziert haben und so durch steigende Zinsen und einer steigenden Währung gleich von zwei Seiten getroffen werden.


Im Dezember wird Softbank die Mobilfunksparte an die Börse bringen. Aber auch die voraussichtlichen Börsengänge von Airbnb und Uber im Frühjahr werfen ihre Schatten voraus.


Das Jahr 2019 könnte herausfordernd werden. Ein starker Anstieg der Verschuldung in vielen Teilen der Welt, kombiniert mit einer zunehmenden Anzahl fauler Kredite und steigenden US-Zinsen könnte zu einem gewichtigen Thema werden. Auch die extrem hohe Aktiengewichtung der privaten US-Haushalte, die rekordtiefen Cash-Quoten verschiedener Anlegergruppen in den USA und die rekordhohe Schuldenaufnahme, speziell für Aktienkäufe, gefällt uns gar nicht. Das aber ist eher Zukunftsmusik und dürfte zumindest bis zum Jahresende den Markt nicht zu sehr beeinflussen. Derzeit überwiegen aus unserer Sicht eindeutig die positiven Faktoren.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die Risikoaversion auf den Finanzmärkten ist angesichts der vielen geopolitischen Krisenherde erhöht. Das Ringen um einen Brexit-Deal und zunehmende Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abkühlung in der Eurozone belasten die Stimmung.


In diesen Marktphasen greifen Investoren auf die bewährten, sicheren Anlagehäfen zurück. Die Renditen hochqualitativer Anleihen sind in Folge dieser stärkeren Nachfrage wieder etwas gesunken.

Fazit Renten

Durch den klaren Fokus auf das qualitativ hochwertige Segment mit einer defensiven Laufzeitenstrategie bleiben wir auch in unruhigen Marktphasen gelassen. Momentan besteht keine Veranlassung, an dieser bewährten Strategie zu zweifeln.

WÄHRUNGEN

Der Euro leidet unter den langwierigen politischen Diskussionen innerhalb der europäischen Gemeinschaft. Zwar haben sich die Unterhändler der EU und Großbritanniens auf einen Entwurf geeinigt, die Zustimmung der Regierung fehlt aber noch. Gefährlich für die weitere Entwicklung des Euro könnte eine zeitliche Verschiebung der Normalisierung der Geldpolitik aufgrund der anhaltenden Turbulenzen sein. Wenig verwunderlich, dass auf Wochensicht der Euro zu den global schwächsten Währungen zählt.

Fazit Währungen

Die aktuelle Positionierung bleibt unverändert. Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD und AUD) bildet mit knapp 61% eine überwiegende Mehrheit.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA