Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 23. November 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. November 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Normalerweise sind Börsen nicht abhängig von der Politik. Zumindest geht dies aus Untersuchungen, die bis in die 1920er Jahre zurückreichen, hervor. An politisch extrem heiklen Situationen hat es in der Vergangenheit nicht gemangelt. So schwerwiegend die Probleme aber auch immer waren, der S&P 500 Index war 12 Monate nach dem jeweiligen Ereignis - mit einer Ausnahme - immer fester. Deshalb sehen wir auch die meisten politischen Ereignisse mit einer gewissen Gelassenheit. Wir erachten dieses historische Wissen für wichtig und stellen Ihnen daher anbei die Details dar: Der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg erfolgte durch den Angriff der Japaner auf Pearl Harbor im Dezember 1941 (der S&P 500 gab zunächst nach, war aber ein Jahr später wieder höher). Der Korea-Krieg begann im Juni 1950 mit dem Angriff Nordkoreas auf Südkorea. Gegen diesen Angriff leisteten US-Streitkräfte den südkoreanischen Truppen die erbetene Hilfe. Mit dem Eingreifen der USA und später Chinas wurde daraus ein Stellvertreterkrieg. Insbesondere in Deutschland löste der Konflikt Befürchtungen aus, er könne zu einem Dritten Weltkrieg führen. Dennoch, das übliche Bild, der Aktienmarkt war 12 Monate später fester. Die Kubakrise im Oktober 1962 war eine Konfrontation zwischen den USA und der UdSSR. Diese entwickelte sich aus der Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in der Türkei und die als Antwort beschlossene Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba. Während des Schiffstransports nach Kuba drohte Kennedy, er werde notfalls Atomwaffen einsetzen, um die Stationierung auf Kuba zu verhindern. Trotz der Angst vor einem Atomkrieg, das gleiche Bild: 12 Monate später war der Aktienmarkt fester. Ab Februar 1965 ließ US-Präsident Lyndon B. Johnson Nordvietnam bombardieren. Ab März entsandte er immer mehr Bodentruppen nach Südvietnam, der Aktienmarkt war 12 Monate später fester. Politische Börsen haben selbst bei so epochalen Ereignissen kurze Beine. Leider gibt es die eine Ausnahme von dieser Regel. Und ausgerechnet mi so einem ähnlichen Ereignis bekommt die Welt es jetzt möglicherweise in unseren Tagen erneut zu tun: Im Mai 1929 wurde der sog. Smoot-Hawley Tariff vom US-Repräsentantenhaus angenommen. Es unterzeichneten über 1.000 Wirtschaftswissenschaftler eine Petition gegen diese Strafzölle. Die fatale Wirkung war offensichtlich. So klar, wie sie auch jetzt klar ist. Das Gesetz verschärfte die protektionistischen Tendenzen im internationalen Handel. Zahlreiche Staaten folgten der "USA first Politik" und erhöhten die Zölle ihrerseits. Dadurch schrumpfte der Welthandel, was die Weltwirtschaftskrise deutlich verschärfte. Bis 1933 ging der Welthandel um etwa 60% zurück. Sollte Trump tatsächlich einen Strafzoll von 25% auf chinesische Einführen von USD 500 Mrd. und 25% Strafzölle auf europäische Autos erheben, wäre dies sicherlich ein schwerer Rückschlag für den Welthandel. Auch eine Nichteinigung auf das jetzige Brexit-Vertragswerk (harter Brexit) könnte zu einer Disruption im Welthandel führen.


Falls die Situation tatsächlich eskaliert, wird die Sache durch die Schuldenlage verschlimmert. In den USA liegen die Schulden der Privathaushalte und der Unternehmen (Nicht-Finanzinstitute) bei knapp 250% der Wirtschaftsleistung (ungefähr auf der Höhe von 2007, also auf Rekordhöhen). Auch in China verzeichnen wir mit 210% Rekordwerte. Das gilt auch für die Schwellenländer insgesamt. In den USA betragen die Schulden jener Unternehmen mit einem BBB-Rating (Investment-Grade) in etwa USD 2,5 Billionen. Dazu gesellen sich USD 1,4 Billionen ausgereichte Leveraged Loans. 70 bis 80 Prozent dieser Konstrukte sind mit light Covenant (im Fachjargon kurz Cove-lite) ausgestattet. Das bedeutet auf deutsch, dass die Kredite über gar keine oder so gut wie keine Vertragsklauseln mehr verfügen, die den Investoren Eingriffsmöglichkeiten geben, falls die Schuldner von zuvor vereinbarten Kennzahlen abweichen. Bei Leveraged Loans handelt es sich um Kredite bonitätsschwacher, hoch verschuldeter Unternehmen. Dazu kommt noch ein Volumen von USD 1,2 Billionen in Junk Bonds. Das gefällt uns gar nicht.


Schaffen die Spitzenpolitiker dagegen eine Einigung bei den Handelsfragen und beim Brexit, dürfte der Markt zunächst relativ stark ansteigen. Dafür spricht vor allem das umfangreiche rekordhohe Aktienrückkaufprogramm der Unternehmen. Aber auch die günstige Bewertung sowie die schlechte Nachrichtenlage, die zu einer entsprechend schlechten Stimmung beigetragen hat, sprechen antizyklisch für den Markt. Wir glauben, dass die ausgezeichnete Gewinnentwicklung sowie die vorgenannten positiven Impulse für die Börse derzeit noch überwiegen. Alle Augen sind aber im Moment auf die Spitzenpolitik gerichtet.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Der Oktober war einer der wenigen Monate in denen die Aktien- und Anleihenmärkte positiv korrelierten, allerdings mussten beide Verluste verkraften - diese beliefen sich auf weltweit rund USD 5 Billionen. Etwa ein Drittel der Verluste fällt dabei auf den Anleihensektor, wobei besonders US-Unternehmensanleihen betroffen waren, da Zweifel an der Fortsetzung des Wachstumstempos aufkommen, was den zukünftigen Bonitäten schaden könnte. Auf ihrer Jahresabschlusssitzung am 13. Dezember wird die EZB ihre Anleihenkäufe voraussichtlich wie erwartet einstellen. Notenbank-Präsident Mario Draghi wird betonen, dass das am Jahresende neu erreichte Rekordniveau an Liquidität durch Reinvestierung fällig werdender Anleihen längerfristig erhalten bleibt.

Fazit Renten

Auch der vergangene Monat hat uns in unserer Anleihenpositionierung wieder bestätigt. Während viele Unternehmensanleihen und Emissionen mit zweifelhaften Bonitäten Kursverluste aufgrund erhöhter Risikoaufschläge hinnehmen mussten, konnten sich Papiere der höchsten Qualitätsstufe wieder einmal auszeichnen.

WÄHRUNGEN

Aufgrund einer schwächer als zuvor erwarteten Weltwirtschaftsentwicklung sehen einige Mitglieder der amerikanischen Notenbank für die US-Konjunktur im kommenden Jahr Bedenken. Eine Dezember-Zinserhöhung scheint daher nun nicht mehr so sicher wie bisher angenommen. Geringere US-Zinssteigerungserwartungen könnten den US-Dollar negativ beeinflussen. In der vergangenen Woche hat sich das Währungspaar EUR/USD kaum bewegt und geht nahezu unverändert ins Wochenende.

Fazit Währungen

Seit dem letzten Protokoll gab es auf den für uns maßgeblichen Währungsmärkten Bewegung im Britischen Pfund und in der Norwegischen Krone. Das Pfund gab aufgrund der Brexit-Turbulenzen gegenüber dem Euro rund 1,8% ab. Seit unserer Entscheidung die Währung aufzustocken, liegen wir noch leicht im Plus. Die Norwegische Krone hat mit dem Ölpreisverfall zu kämpfen und büßte 1,2% ein. Unsere aktuelle Positionierung bleibt unverändert. Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD und AUD) bildet mit knapp 61% eine überwiegende Mehrheit.



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