Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 7. November 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 7. November 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wurde auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Berichtssaison der Unternehmen im S&P 500 Index läuft sogar noch besser als es die ohnehin schon hohen Erwartungen induziert haben. Mehr als 80% dieser Unternehmen haben ihre Ergebnisse schon für das letzte Quartal berichtet (mehr als Dreiviertel in Europa und etwa 60% in Japan). Die Ergebnisse sind beeindruckend. Über 80% der US-Unternehmen haben die hohen Erwartungen geschlagen. Die Gewinnwachstumsrate liegt bei atemberaubenden 26%. Der Anteil der US-Steuerreform liegt in etwa bei 12%. Das sind sehr ungewöhnliche Zahlen. Das letzte Mal das man derart hohe Gewinnsteigerungen beobachten konnte, war im 2010 (damals +28%) als die Wirtschaft aus einer Rezession gekommen ist und die Gewinne zuvor am Boden lagen. Die Gewinne in Europa sind bis dato immerhin um 11% angestiegen. Zweistellige Wachstumsraten sind mehr als zufriedenstellend.


Es kam in der Nachkriegszeit nur sehr selten vor, dass der Markt mitten in derartig guten Zahlen korrigiert hat. Der S&P 500 Index hat von seinem Allzeithoch 11,4% verloren, im Februar war es mit einem Verlust von 11,8% in einer ganz ähnlichen Größenordnung. Im Jahr 2015 hat die Marktkorrektur sogar 15% betragen. Mittlerweile hat der Markt diese Verluste wieder größtenteils aufgeholt. Die Sentiment-Indikatoren haben als die Korrektur über 10% hinausging sehr schlechte Stimmungswerte (antizyklische Kaufniveaus) angezeigt. So ist beispielsweise der auch als Angstindikator bekannte VIX (das ist ein Volatilitätsindex auf den S&P 500) auf etwa 30% angestiegen. In der Vergangenheit war das außerhalb von Rezessionen stets ein hervorragendes Kaufsignal für Anleger, die sich von der jeweiligen sehr negativen Nachrichtenlage nicht abschrecken ließen.


Die Earnings-Blackout-Periode, in der aus regulatorischen Gründen keine neuen Aktienrückkaufprogramme gestartet werden können, ist nun größtenteils vorbei. Einige Analysten rechnen damit, dass noch in diesem Jahr US-Aktiengesellschaften USD 200 Mrd. an eigenen Aktien zurückkaufen könnten. Falls dem so ist, sollte die sog. Shareholder Rendite (Summe aus Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen) von 4% auf 5% steigen. Aus der Analyse vergangener großer Bärenmärkte, die definiert sind als Rückschläge größer als 20%, wissen wir, dass Bärenmärkte in der Regel mit Rezessionen in den USA korrelieren. Bevor aber eine Rezession startet, tendiert üblicherweise zuerst der Arbeitsmarkt schwach. Das tut dieser in den USA aber nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Die US-Arbeitslosenrate befindet sich auf dem tiefsten Niveau seit 1969. Eine US-Rezession ist in den nächsten sechs Monaten aber auch aus ganz anderen Gründen unwahrscheinlich. Aufgrund der US-Steuerreform ist der tatsächliche Steuersatz der US-Firmen, laut einer Analyse von Ned Davis Research, auf durchschnittlich 12,7% gefallen. Aber auch die vorzüglichen neuen Abschreibungsregeln, die in dieser Form bis 2023 gelten, sollten die Investitionstätigkeit der US-Unternehmen hochhalten. Zudem sind nicht nur die geplanten Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen auf einem hohen Niveau, sondern auch die Investitionsplanungen der Unternehmen sind, nicht zuletzt wegen der aus Unternehmenssicht vorteilhaften Steuerreform, sehr robust.


Die hohen Gewinnsteigerungen von über 20% haben dazu geführt, dass die US-Börse plötzlich mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von über 20 nicht mehr teuer ist, sondern mit Ratios um die 16 jetzt völlig im langfristigen Durchschnitt liegen. Besonders USD-Hedge-Fonds haben im Oktober im Schnitt massiv Aktien leerverkauft. Die sog. Short-Interest (Anteil an leerverkauften Aktien am Gesamtmarkt) ist entsprechend stark angestiegen. Aktienrückkäufe, viele leerverkaufte Aktien, eine im Schnitt befindliche Bewertung und tiefe Steuern sowie eine zuletzt sehr negative Marktstimmung sorgen im Konzert für ein unterdurchschnittliches Investitionsrisiko bis zum Jahresende.


Allerdings wirft das Jahr 2019 bereits seine Schatten voraus. Ein starker Anstieg der Verschuldung in vielen Teilen der Welt kombiniert mit einer zunehmenden Anzahl fauler Kredite und steigenden US-Zinsen könnte 2019 zu einem gewichtigen Thema werden. Auch die extrem hohe Aktiengewichtung der privaten US-Haushalte, die rekordtiefen Cash-Quoten verschiedener Anlegergruppen in den USA und die rekordhohe Schuldenaufnahme, speziell für Aktienkäufe, gefällt uns gar nicht. Das aber ist eher Zukunftsmusik und dürfte zumindest bis zum Jahresende den Markt nicht zu sehr beeinflussen. Derzeit überwiegen aus unserer Sicht eindeutig die positiven Faktoren.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Im Fokus der Marktteilnehmer stand natürlich die Wahl zum Repräsentantenhaus und zum Senat in den USA. Vom Ausgang her dürfte es für den amtierenden Präsidenten Trump schwerer werden seine Politik dementsprechend durchzusetzen, nachdem die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus verloren ging. In der Handelspolitik kann er jedoch relativ unabhängig vom Kongress agieren. Die Auseinandersetzung mit China belastete die internationalen Finanzmärkte in den letzten Wochen und Monaten immer wieder. Viel wird jetzt davon abhängen wie der Deal mit China ausgehen wird. Ein Treffen der beiden Regierungschefs aus den USA und China soll Ende dieses Monats stattfinden. Da ansonsten keine richtungsweisenden Sitzungen der Notenbanken in Europa und den USA anstehen, wird der Handelskonflikt (und möglicherweise sein Ende) wieder das Hauptthema sein.

Fazit Renten

Die Auswahl der Emittenten mit hohen Bonitäten ist ein Schlüsselpfeiler in unserer Ausrichtung. Negative Überraschungen bleiben da weitgehend aus. An eine Änderung dieser Strategie wird derzeit auch nicht gedacht. Mit unserer Rentenstrategie liegen wir auf Jahressicht - trotz der turbulenten Märkte - im Plus.

WÄHRUNGEN

Auf Jahressicht bleibt der US-Dollar innerhalb der G-10-Währungen der Gewinner zum Euro. Bisher konnte er über 4% zulegen. Der US-Dollar profitierte von einem stärkeren Anstieg im April und im Mai dieses Jahres und verharrt seither in einer relativ engen Bandbreite zur europäischen Gemeinschaftswährung. Am meisten verloren hat hingegen die Schwedische Krone zum Euro (fast 5%). Abseits unserer Währungsauswahl haben die Emerging-Markets-Währungen ihre Tiefststände wieder verlassen. So notiert die Türkische Lira wieder auf dem Niveau von Anfang August.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit ca. 1/3 der Währungsallokation nach wie vor die am stärksten gewichtete Währung. Weitere Währungen wie Schweizer Franken, Kanadische Dollar, Chinesische Renminbi und Norwegische Kronen sind mit etwa 10% gleich stark gewichtet. Diese Währungsstrategie liegt aktuell seit Jahresbeginn im Plus.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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