Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 14. Dezember 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 14. Dezember 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung167 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralMitte Dezember 2018 wurde entschieden den US-Dollar Anteil von rund einem Drittel auf 25% zu reduzieren.. Der Greenback bleibt jedoch die am stärksten gewichtete Devise. Gleichzeitig wurde die Norwegische Krone auf 13% aufgestockt, womit diese die zweite Position belegt. Mit einer Größenordnung von jeweils ca. 10% bleiben der Kanadische und der Australische Dollar, sowie der Schweizer Franken und der Chinesische Renminbi unverändert.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Übergewichtet" zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aussichten auf Lösungen bei den Themen Brexit und Handelsgespräche haben sich etwas verschlechtert. Die Wahrscheinlichkeit für eine Eskalation ist in beiden Fällen entsprechend angestiegen. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass die Spitzenpolitiker es vermeiden werden, einen möglichen starken negativen Impuls für die Weltwirtschaft zu setzen. Ein Handelskrieg hat das Potenzial, die Wirtschaft in eine depressive Phase zu drücken. Das gilt umso mehr, wenn ein Aufschwung, so wie der laufende, lange angehalten hat. In Aufschwungphasen werden in der Regel hohe Schuldenstände aufgebaut. Das ist bei diesem Aufschwung nicht anders. Schulden bedeuten ökonometrisch einen vorgezogenen Konsum auf Kosten der Zukunft. Die mittleren Aufschwungphasen hatten in der Nachkriegszeit eine Laufzeit von 62 Monaten. Der kürzeste Aufschwung war nur 10 Monate lang, der längste verzeichnete bis dato eine Periode von 118 Monaten. Dieser Rekord wird vom laufenden Aufschwung, der bereits seit 112 Monaten andauert, herausgefordert. In der Vergangenheit gab es einige gute Vorlaufindikatoren, die die Anleger vor einer Rezession rechtzeitig gewarnt haben. Wie steht es mit diesen gut untersuchten Indikatoren im Moment? 1. Der Spread von Hochzinsanleihen hat sich in der Nachkriegszeit im Schnitt 24 Monate vor dem Beginn einer Rezession ausgeweitet. Eine diesbezügliche Ausweitung sehen wir seit Oktober. Das heißt, eine Rezession hätte aus dieser Sichtweise noch ein Zeitfenster bis Oktober 2020. 2. Die US-Zinsstrukturkurve ist 18 Monate vor einer Rezession im Vergleich zwischen dem zweijährigen dem dem zehnjährigen Laufzeitbereich invers geworden. Jüngst war kurz eine inverse Situation zwischen den 3- und 5-jährigen Laufzeiten zu beobachten. Wenn man auch die invasive Lage in diesem Teilbereich der Zinskurve gelten lässt, hätten wir noch bis Mitte 2020 Zeit, bevor eine Rezession beginnen sollte. 3. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit sowie die der Realzinsen haben ebenfalls in der Vergangenheit wertvolle Aufschlüsse über den Konjunkturverlauf gegeben. Von diesen beiden Faktoren geht im Moment noch keine Gefahr für die Wirtschaft aus. An sich würde man folglich das Rezessionsrisiko für gering einstufen, wenn nicht das Damoklesschwert eines harten Brexit sowie eines großen Handelskrieges über den Märkten schweben würde.
Ist die Stimmungslage derzeit in eine Richtung extrem? Nein, die US-Anleger sind derzeit zwar tendenziell eher negativ gestimmt, jedoch nicht panisch. Zumindest geht dies aus der Auswertung jener Sentiment-Daten die wir untersuchen hervor. Aus diesem Analysebereich kommen folglich leichte Kaufsignale aber noch kein hartes Kaufsignal. Entgegen den vielen pessimistischen Stimmen vertreten wir die Auffassung, dass der Markt im Jahr 2019 für Überraschungen nach oben gut sein könnte.


Die Aktienrückkäufe der Unternehmen dürften in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreichen. Daran ändert auch der große Börsengang einer Softbank Tochter nichts. Erst im nächsten Jahr, wenn große IPO‘s wie die von Uber oder Airbnb anstehen, könnte dieser an sich für die Börse sehr positive Faktor etwas leiden. Börsengänge vergrößern das Angebot an Aktien. Die gleichnamige Mobilfunksparte des Technologieinvestors Softbank will den größten Börsengang aller Zeiten in Japan stemmen. Zusätzlich zu den geplanten Aktien sollen 160 Millionen Anteilsscheine auf den Markt geworfen werden, um die starke Nachfrage zu bedienen. Softbank hatte unter anderem Fernsehwerbung geschaltet, um den Gang aufs Parkett zu bewerben. Insgesamt werden JPY 2,65 Bio. (umgerechnet EUR 20,7 Mrd.) eingesammelt. Damit reicht der Mobilfunker Softbank fast an den größten weltweiten Börsengang heran. Diesen Rekord hält bisher der Amazon-Konkurrent Alibaba mit fast EUR 22 Mrd. vor rund vier Jahren. Der defizitäre Mitfahrdienst Uber treibt seine Pläne für einen Börsengang im nächsten Jahr voran. Bei der jüngsten privaten Finanzierungsrunde wurde Uber mit USD 76 Mrd. bewertet, bei einer Notierung am Aktienmarkt könnten es USD 120 Mrd. sein. Ein konkreter Zeitplan ist noch unklar. Sein US-Rivale Lyft, die etwa mit USD 15 Mrd. bewertet werden könnten, dürfte im ersten Halbjahr 2019 den Schritt an die Börse wagen. Ubers Sprung auf das Handelsparkett wäre einer der größten IPO‘s von Technologieunternehmen. Aber auch die Online-Wohnungsplattform Airbnb, die kürzlich mit über USD 30 Mrd. bewertet wurde und der Messenger-Dienst Slack, der auf eine Bewertung von mehr als USD 5 Mrd. kommt, dürften das Aktienangebot kräftig steigern und ein - wenn auch nur kleines - Gegengewicht zu den hohen Aktienrückkäufen der Unternehmen darstellen.
Aktien aus den USA und Europa sind derzeit auf Gewinnbasis 2018 und vor allem 2019 relativ günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Börsen in den Schwellenländern ist sogar unter die Crash-Level von 2015 gefallen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Ein Thema in der vergangenen Woche war die drohende Inversion (kurze Zinsen höher als lange) der US-Zinskurve. Eine Vielzahl an Marktteilnehmern wertet dies als sicheres Zeichen für einen Börsenrückgang und eine darauffolgende Rezession in den Vereinigten Staaten. Tatsächlich ging den vergangenen sieben US-Rezessionen eine inverse Zinskurve (2-jährige Zinsen höher als 10-jährige Zinsen) voraus. Diesmal ist die Kurve im meistbeobachteten Laufzeitenbereich noch nicht invers. Hinzu kommt, dass in der Vergangenheit der S&P 500-Index erst zwischen acht Monaten und mehr als zwei Jahren nach einer inversen Kurve sein Hoch erreichte. Als die US-Zinskurve zuletzt 2006 invers wurde, stieg der S&P 500-Index noch fast 30%. Damals waren die kurzfristigen Zinsen von 1% auf über 5% angehoben worden, bis sie schließlich die langfristigen 10-Jahres-Zinsen überstiegen. Die heutige Situation ist mit der vor der Finanzkrise nicht vergleichbar.

Fazit Renten

Wir fühlen uns mit unserer Positionierung weiterhin wohl: Moderate Laufzeiten mit sehr hoher Schuldnerqualität lassen uns entspannt in das kommende Jahr blicken.

WÄHRUNGEN

Der EUR/USD Wechselkurs schwankte in den letzten Tagen um die Marke von USD 1,13 je Euro, wobei der noch schwelende Handelskonflikt weiterhin auf der europäischen Gemeinschaftswährung lastet. Eine mögliche Pause im US-Zinsanhebungszyklus könnte für eine Gegenbewegung sorgen. Die US-Notenbank wird zwar, wie von fast allen Marktteilnehmern erwartet, in der nächsten Woche die Leitzinsen auf 2,5% erhöhen, jedoch haben sich die Zinserhöhungsperspektiven für die Zukunft deutlich entspannt. Dies könnte ein Anfang vom Ende des Zinserhöhungszyklus in Amerika bedeuten. Im Gegenzug wird in Europa gegen Ende nächsten Jahres mit leicht steigenden Zinsen gerechnet. Der aktuelle Stand der Brexit-Verhandlungen lässt sich ziemlich genau an der Kursentwicklung des Britischen Pfund ablesen, da diese nahezu spiegelbildlich zu den erzielten Ergebnissen verläuft.

Fazit Währungen

Der Euro könnte von der in Zukunft wahrscheinlich sinkenden Zinsdifferenz profitieren, was uns dazu veranlasst den US-Dollar-Anteil von aktuell 31% auf 25% zu verringern. Auch diverse Stimmungsindikatoren unterstützen diese Entscheidung. Mit der Reduktion des US-Dollar reduzieren wir gleichzeitig die Restlaufzeit im US-Dollar und nehmen Gewinne des Anleihenkaufs (2029er Laufzeit) von Anfang Oktober mit. Im Gegenzug stocken wir die Norwegische Krone von 10% auf 13% auf. Die Norwegische Zentralbank hat ihren Zinserhöhungszyklus bereits im September eingeleitet. Hinzu kommt ein sehr robustes Wirtschaftswachstum welches die Währung stützen sollte. Die freiwerdende Differenz belassen wir im Euro, um Mittel für mögliche Investitionen in der Hinterhand zu haben.



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