Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 3. Dezember 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 3. Dezember 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralEnde September 2018 wurde die Gewichtung des Britischen Pfund aus antizyklischen Überlegungen auf 5% angehoben. Die Währungsallokation kann man aktuell als „breit diversifiziert“ bezeichnen: Neben dem US-Dollar als größte Devise (etwa 1/3) gewichten wir aktuell fünf weitere Währungen in der Größenordnung von jeweils ca. 10%: Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen und Australische Dollar.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wir sind weiterhin positiv für die Aktienmärkte gestimmt und gehen davon aus, dass die politischen Themen Budget Euro-Peripherie, Handelsauseinandersetzungen und harter Brexit in einer Art und Weise gelöst werden, mit der die Märkte leben können. Grundsätzlich hätten insbesondere ein harter Brexit sowie ein Handelskrieg ein disruptives Potenzial für die Entwicklung der Weltwirtschaft, deshalb dürfte die Politik vernünftig genug sein, der Wirtschaft kein Eigentor zu schießen.


Aus quantitativer Sicht sehen die Märkte gut aus: Das für die Bewertung (Gewinnbasis 2019) wichtigste Verhältnis, Kurs zu Gewinn, liegt für den MSCI Weltindex im Moment in etwa 6% unter dem 30-jährigen Durchschnittswert. Das bedeutet, dass wir es aus dieser Sicht mit einem unterdurchschnittlichen Marktrisiko zu tun haben. Weiterhin ist für die künftige Marktentwicklung sicherlich die Stimmungslage der Investoren ein ausschlaggebender Impuls. Eine Auswertung aus über 90 Sentiment-Indikatoren unseres Sentiment-Research Anbieters "Sentimentrader.com" ergibt derzeit einen Score für den mittelfristigen Bereich von 3 (auf einer Skala von 1 bis 10). Das bedeutet, dass die US-Investoren in Summe im Augenblick ziemlich negativ gestimmt sind. Für die mittelfristige Marktentwicklung ist das antizyklisch positiv einzustufen.


Wie wahrscheinlich ist eine US-Rezession, die im Regelfall mit schweren Aktienbärenmärkten einhergeht? Die Beantwortung dieser Fragestellung ist mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Am besten behilft man sich mit Fakten aus der Vergangenheit: So ist zum Beispiel der Spread (Unterschiedsbetrag in der Rendite) zwischen Hochzinsanleihen und Staatsanleihen jeweils deutlich vor Rezessionen angestiegen. Und zwar im Schnitt schon 23 Monate bevor eine Rezession begonnen hat. Tatsächlich sehen wir seit Oktober eine Ausweitung dieser Spreads. Aus dieser Sicht - ceteris paribus (alle anderen Rahmenbedingungen unverändert) - würde eine US-Rezession erst im Jahr 2020 starten. Der Aktienmarkt fand in der Betrachtungsperiode in etwa 6 Monate vor einer Rezession seinen Höchststand. Regelmäßig vor Rezessionen, in dem Fall konkret 18 Monate vorher, hat jeweils die Zinskurve von einer normalen Formation hin zu einer Inversion (zweijährige Renditen sind dann höher als 10-jährige Renditen) gedreht. Aktuell haben wir es aber noch nicht mit einer inversen US-Zinsstrukturkurve zu tun. Derzeit sind zweijährige Renditen noch etwa 20 Basispunkte unter jenen von 10-jährigen Renditen. Also auch aus dieser Sicht würde man keine Rezession 2019 erwarten. Auch die Arbeitslosenrate war in der Vergangenheit ganz gut darin, eine Rezession vorherzusehen. Hier war es in der Vergangenheit so, dass im Schnitt erst elf Monate nach dem Tiefststand der Arbeitslosigkeit eine Rezession ausbrach. Derzeit liegt die US-Arbeitslosenrate bei 3,7% (zyklisches Tief) und damit auf einem Stand wie zuletzt in den 1960er Jahren. Einige Ökonomen erwarten, dass die US-Arbeitslosigkeit bis auf 3,2% runtergehen könnte. Bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe ist im Quartalsvergleich immer vor Rezessionen ein Anstieg von mindestens 10% verzeichnet worden. Davon sind wir weit entfernt. Die Realverzinsung war in der Vergangenheit ein weiterer wichtiger Indikator für eine rezessive Entwicklung. Nie ist es zu einer Rezession gekommen, wenn diese unter 1,8% gelegen ist. Derzeit liegt die US-Realrendite bei 0,1%. Insgesamt lassen sich weder aus der Bewertung, den Stimmungsindikatoren sowie den klassischen Vorhersagemodellen etwaige Verhaltensmuster ableiten, die eine Rezession für den US-Aktienmarkt anzeigen würden.


Zu bedenken gilt es, dass die Spitzenpolitiker (Handelskrieg, Brexit, EU-Peripherie) für eine überraschend negative Nachrichtenlage sorgen könnten. Als belastend für den Markt könnten sich auch sehr große Börsengänge (Mobilfunksparte von Softbank, Airbnb, Ueber) erweisen. Diese Neuzugänge am Börsenpakett vergrößern das Aktienangebot. Bei gleichbleibender oder sinkender Nachfrage geben die Kurse an den Börsen nach. Diese hemmenden Faktoren schätzen wir aber als weniger gewichtig ein als die positiven Hinweise. Der Markt erwartet im nächsten Jahr zudem eine Gewinnsteigerung von um die 10%, nachdem in diesem Jahr eine atemberaubende Gewinnentwicklung von um die 23% für den S&P 500 Index im Bereich des Möglichen liegt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Der Aufreger der letzten Woche war die Rede des FED-Chefs Powell, der ein mögliches Ende des Zinserhöhungszyklus angedeutet hat. Die Wall Street reagierte positiv darauf, während die Europäer eher zurückhaltend agierten. In Europa wird die Zinswende zunehmend in Zweifel gezogen, da die Risiken überwiegen: Die EU-Haushaltskrise, der Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China. So haben die Marktteilnehmer die ersten Zinsanhebungs-Phantasien um gut ein halbes Jahr in die zweite Jahreshälfte 2020 verschoben. Die EZB wird ihre Anleihenkäufe voraussichtlich im Dezember einstellen; die europäische Notenbank wird aber angesichts einer schwächeren Konjunktur und einer niedrigen Kerninflation in der Eurozone trotzdem weiter sehr vorsichtig agieren.

Fazit Renten

Papiere mit höchster Qualität bleiben bei unserer Anleihenpositionierung das wichtigste Kriterium der Auswahl. Erhöhte Risikoaufschläge bei vielen Unternehmensanleihen und Emissionen mit niedrigeren Bonitäten schrecken uns ab und waren übrigens in der Vergangenheit auch oft ein Vorlaufindikator für andere Risikomärkte.

WÄHRUNGEN

Aufgrund der Rede Powells könnte der US-Dollar negativ beeinflusst werden. Auf Jahressicht freilich bleibt der US-Dollar gegenüber dem Euro der Gewinner. Das Sentiment ist schon im euphorischen Bereich. Viele Analysten rechnen mit einem Angleichen der Wachstumsraten in den USA und Europa, was für einen schwächeren Dollar sprechen würde. Die hohe Zinsdifferenz hingegen spricht eher für den Greenback. Interessant wird die weitere Entwicklung des Britischen Pfunds; die Gewinne des Pfunds zu Beginn des Monats November haben sich mit Monatsende wieder aufgelöst. Da wir aktuell in die "heiße Phase" der Brexit-Diskussion kommen, nehmen wir von größeren Transaktion derzeit Abstand. Abseits der G-10-Währungen konnte sich die Türkische Lira zum Euro weiter festigen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar ist aktuell mit einer Gewichtung von ca. 1/3 der Fremdwährungsquote die am stärksten gewichtete Währung. Wir prüfen aktuell eine Reduktion, um gegebenenfalls einen Teil der Gewinne mitzunehmen. Mit jeweils etwas mehr als 10% der Währungsallokation sind der Chinesische Renminbi, der Kanadische Dollar und der Schweizer Franken gewichtet.



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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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