Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 11. Jänner 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 11. Jänner 2019)

AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralMitte Dezember 2018 wurde entschieden den US-Dollar Anteil von rund einem Drittel auf 25% zu reduzieren. Der Greenback bleibt jedoch die am stärksten gewichtete Devise. Gleichzeitig wurde die Norwegische Krone auf knapp 13% aufgestockt, womit diese die zweite Position belegt. Mit einer Größenordnung von jeweils ca. 10% bleiben der Kanadische und der Australische Dollar, sowie der Schweizer Franken und der Chinesische Renminbi unverändert.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Übergewichtet" zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die US-Regierung betreibt weiterhin eine sehr ungewöhnliche Politik, wenn man diese mit Vorgängerregierungen in der Nachkriegszeit vergleicht. Auffällig sind die extrem hohen Staatsausgaben in der Größenordnung von 5% der Wirtschaftsleistung. In der Vergangenheit wurden derart hohe Ausgaben nur in Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen getätigt. Von einer Wirtschaftskrise kann in den USA aber angesichts einer Arbeitslosigkeit von 3,7% und einer annualisierten Wachstumsrate von 3,4% im dritten Quartal letzten Jahres nicht die Rede sein. Die Ausgabenpolitik hat mittlerweile dazu geführt, dass der US-Staat mit 105% des Bruttoinlandproduktes verschuldet ist. Schulden sind aus ökonometrischer Sicht nichts anderes als ein vorgezogener Konsum auf Kosten der Zukunft. Natürlich schlägt dies auf die langfristige Wachstums-Erwartungshaltung der Anleger durch. Der Leitzins der US-Notenbank liegt bei 2,5%. Demgegenüber liegt die Rendite für zweijährige Staatsanleihen bei 2,55% und jene für zehnjährige Anleihen bei knapp 2,70%. Der Markt geht also langfristig nicht von weiteren Zinserhöhungen vom augenblicklichen Niveau aus. Die Erwartungen an die Wachstums- und damit auch Inflationsentwicklung ist gering. Damit einhergehend ist auch die langfristige Erwartungshaltung der Anleger bezüglich der Unternehmensgewinne, die in den USA erzielt werden können, eher gedämpft. Das äußert sich an den Börsen u.a. dadurch, dass das Verhältnis von Kursen zu Gewinnen (KGV) im Moment auf Basis der Gewinnschätzungen für 2019 und natürlich auch für 2020 unter den KGV Größenordnungen liegt, die wir im Schnitt in den letzten 30 Jahren beobachten konnten.
Glücklicherweise sehen die Verhältnisse in anderen Teilen der Welt diesbezüglich besser aus. So sind die Wachstumsaussichten für Asien nach wie vor gut. Dort locken weiter hohe Gewinne für die Weltkonzerne. Diese Erwartungshaltung könnte allerdings einen Schock erleiden, falls sich die US-Regierung dazu entschließen sollte, einen großen Handelskrieg mit China vom Zaun zu brechen. Die Frage, die sich viele Analysten derzeit stellen ist, ob die USA eher wirtschaftliche Interessen verfolgen - was Politiker normalerweise tun - oder ob es eher um geostrategische Fragen geht. China dürfte die USA, wenn die Wachstumsdifferenzen, die wir in den letzten 10 Jahren zwischen den beiden Ländern beobachten konnten, in etwa anhalten, als größte Wirtschaftsmacht der Welt überholen. Einige US-Think Tanks rechnen damit, dass China die USA bei unverändertem Wachstumsdelta, zwischen 2035 und 2038 was die Höhe der Militärausgaben angeht, überholen dürfte. Aufgrund der Technologisierung der Militärs könnte derjenige, der die meisten Mittel aufwenden kann, auch dasjenige Land sein, welches die militärische Vormachtstellung einnehmen kann. Diese Think Tanks sehen hohe Strafzölle auf alle chinesischen Einfuhren als einzige Chance, dass China kein hohes Wachstumsdelta zu den USA mehr erwirtschaften kann. Ein derartiger Handelskrieg hätte allerdings nicht nur auf die US-Wirtschaft oder die chinesische Wirtschaft brutale Auswirkungen, sondern auch auf die Weltwirtschaft.
Wir gehen davon aus, dass das Interesse der US-Politik an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes höhergestellt ist, als vorgezeichnete geopolitische Überlegungen. Die Stimmung der Anleger war im Dezember auf Werte gefallen, die in der Vergangenheit so gut wie immer eine Marktrally ausgelöst haben. Für den Fall, dass die Politiker einen harten Brexit und einen Handelskrieg umgehen können, ist die Wahrscheinlichkeit für eine fortgesetzte Rally am Aktienmarkt aus unserer Sicht hoch. Falls es zu einem harten Brexit kommt und gleichzeitig auch noch die Handelsgespräche scheitern, entstünde eine neue Situation.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 02. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten und ein stetig steigendes Zweifeln an einem baldigen Zinserhöhungszyklus halten die Renditen von bonitätsstarken Anleihen auf sehr niedrigen Niveaus. Politische Risiken wie der globale Handelsstreit oder die Brexit-Diskussionen befeuern zudem die Flucht in Qualität. Die Eurozone wächst aber weiterhin mit moderatem Tempo, weshalb übertriebene Konjunktursorgen nicht anhalten sollten. Leicht steigende Renditen könnten dann die Folge sein.

Fazit Renten

Der klare Fokus auf das qualitativ hochwertige Segment mit einer defensiven Laufzeitenstrategie macht sich einmal mehr bezahlt. Momentan besteht keine Veranlassung, an dieser bewährten Strategie zu zweifeln.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar leidet momentan unter der zunehmend zögerlichen Haltung der FED. Steigende Konjunktursorgen könnten weitere Zinserhöhungen in den USA verhindern, da die Notenbank nicht überdrehen will. Wochengewinner ist diesmal der Chinesische Renminbi, der von Fortschritten im Handelsstreit mit den USA profitiert. Chinas Währung verzeichnete gegenüber dem US-Dollar die beste Woche seit 13 Jahren.

Fazit Währungen

Die aktuelle Positionierung bleibt unverändert. Der US-Dollar ist mit gut 25% am höchsten gewichtet. Weitere prominente Währungen sind die Norwegische Krone mit 12,5%, sowie der Chinesische Renminbi, der Schweizer Franken und der Kanadische Dollar mit jeweils gut 10%. Die Reduktion des US-Dollars im Dezember zugunsten der Norwegischen Krone hat sich damit bereits bezahlt gemacht.



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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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