Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 13. März 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 13. März 2019)

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Schoellerbank Markteinschätzung163 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralMitte Dezember 2018 wurde entschieden den US-Dollar Anteil von rund einem Drittel auf ca. 25% zu reduzieren. Der Greenback bleibt jedoch die am stärksten gewichtete Devise. Gleichzeitig wurde die Norwegische Krone auf ca. 13% aufgestockt, womit diese die zweite Position belegt. Mit einer Größenordnung von jeweils ca. 10% bleiben der Kanadische und der Australische Dollar, sowie der Schweizer Franken und der Chinesische Renminbi unverändert.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Übergewichtet" zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Robuste Finanzstudien deuten darauf hin, dass die langfristige Aktienmarktperformance, zumindest in Europa und den USA, von der Höhe der Positionierung der US-Anleger abhängig ist. Dabei gilt bzw. galt, dass je höher die privaten Haushalte und institutionellen Investoren im Aktienmarkt ihr Finanzvermögen in Aktien investiert haben, desto schwächer gestaltete sich die Aktienperformance über eine Laufzeit von 10 Jahren. Derzeit sieht dieses Modell (Datenrückrechnung bis 1951) eine sehr starke Underperformance des US-Aktienmarktes für die kommenden 10 Jahre voraus. Die privaten Haushalte sind zwar nach wie vor die mit Abstand wichtigste (im Sinne des höchsten Volumens) Gruppe von Aktieninvestoren, allerdings wurde diese Anlegergruppe längst überholt was das Neuengagement in Aktien betrifft. Mittlerweile stellen die Rückkäufe der US-Unternehmen (abzüglich der Neuaktienemissionen - IPO) alle anderen tätigen Investoren-Gruppen an der Wall Street in den Schatten. Könnte es damit zu einem Regimewechsel kommen und die Modelle, die in der Nachkriegszeit erstaunlich gut die Aktienperformance auf 10 Jahre prognostizieren konnten (Korrelationskoeffizient bei 0,89) an ihre Grenzen stoßen? Aus unserer Sicht sollten diese Modelle nicht überbewertet werden. Im September war die Aktiengewichtung der privaten US-Haushalte bei 40% (Allzeithoch lag im Jahr 2000 bei 45,1%, zuvor war in der Nachkriegszeit dieser Wert in den 1960er Jahren einmal bei 37%, im Jahr 2007 wurden 36,7% verzeichnet). Durch die hohe Gewichtung bei 40% im September taxierte dieses Modell die 10-Jahresperformance nur noch mit 0% p.a. Mittlerweile hat sich, durch die starke Korrektur von Oktober bis Dezember, die Aktiengewichtung wieder auf 35,8% zurückentwickelt (Stand Ende Dezember, dürfte jetzt wieder etwas höher sein). Die Modellvorhersage ist dadurch auf eine aktuelle Performance des US-Aktienmarktes +3% p.a. (für die nächsten 10 Jahre) angestiegen. Durch die Aktienrückkäufe dürfte diese Performance aus unserer Sicht besser ausfallen. Die Rahmendaten (Cash-Bestände, Investitionspläne, Vorankündigungen etc.) deuten darauf hin, dass auch in diesem Jahr ein rekordhoher Betrag für Aktienrückkäufe von den US-Unternehmen ausgegeben werden könnte.


Hohe Dividendenrenditen haben zumindest in der Vergangenheit den Markt gestützt. Einige Studien sehen den Beitrag der Dividenden in etwa bei der Hälfte des Gesamtertrages (Kursentwicklung + Dividende) für die Investoren. Das Thema hat also Gewicht. In den USA liegt die Dividendenrendite im Moment bei etwa 2%, das ist angesichts einer Rendite für 10-jährige Staatsanleihen von 2,6% vertretbar. Die Dividendenrendite in Europa ist aufgrund einiger Spezialfaktoren (hohe Dividendenrenditen z.B. im Banken- und Automobilsektor) im Augenblick ausgesprochen hoch. Der MSCI Europa weist eine Rendite von beispielhaft 4% aus. Angesichts einer Rendite für deutsche Staatsanleihen, die allgemein als risikolos gelten, von 0,06% ist das eine erstaunlich hohe Rendite. Langfristig dürften immer mehr Anleger auch in Europa Aktiendividenden als Ersatz für Kuponzahlungen aus Renten betrachten. Für viele europäische Anleger weist diese Asset-Klasse allerdings eine zu hohe Schwankungsbreite aus. In Japan sind die Dividenden ebenfalls attraktiv (Dividendenrendite bei 2,5%), zumindest wenn diese mit nur 0% Zinsen konkurrieren müssen.


Aus unserer Sicht besteht, Handelsgespräche und Brexit hin oder her, eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass die augenblickliche Rally weiter fortgesetzt wird. Rote Lampen würden erst dann aufleuchten, wenn der Markt bezüglich der Aussichten am Aktienmarkt euphorisch werden sollte. Davon sind wir derzeit weit entfernt.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt gestimmt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

In diesen Tagen dreht sich alles um die "chaotischen" Zustände beim Austritt Großbritanniens aus der EU. Durch diese politischen Turbulenzen wird die Nachfrage nach Sicherheit weiter erhöht, womit die Renditen von Anleihen aus den europäischen Kernländern weiter nach unten gedrückt werden. Diese befinden sich auf den tiefsten Niveaus seit 2016. Wie es derzeit aussieht, sollte die Unsicherheit rund um dieses Thema zumindest bis Ende März anhalten. Auch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank aus der vergangenen Woche wirkt noch nach. Damit scheint eine Zinserhöhung in diesem Jahr so gut wie ausgeschlossen, ebenso werden von der Geldpolitik keine nennenswerten Impulse für steigende Renditen erwartet.

Fazit Renten

Wir bleiben unserer bewährten Anleihenstrategie treu und vertrauen nur auf die besten Schuldner mit überschaubaren Laufzeiten. Damit profitieren wir in unsicheren politischen als auch wirtschaftlichen Zeiten und halten uns unliebsame Überraschungen fern.

WÄHRUNGEN

An den Devisenmärkten spielt das Brexit-Thema derzeit die wichtigste Rolle, wobei Dienstagabend eine deutliche Mehrheit im britischen Parlament gegen das Austrittsabkommen in seiner jetzigen Form stimmte. Dennoch gehen die Marktteilnehmer nach wie vor nicht von einem ungeregelten Austritt aus und die Kursbewegungen halten sich in Grenzen. Der EUR/GBP Wechselkurs schwankt um die Marke von 0,86 und damit auf dem Niveau der letzten Woche. Zum US-Dollar hat die europäische Einheitswährung nach dem EZB-Entscheid leicht nachgegeben, wobei diese Verluste bereits wieder aufgeholt werden konnten.

Fazit Währungen

In Großbritannien scheint rund um den Brexit alles möglich zu sein, weshalb wir uns auf keine Spekulationen einlassen und an unserer Positionierung derzeit nichts ändern. Der US-Dollar bleibt mit knapp 26% am höchsten gewichtet. Es folgen die Norwegische Krone mit 12,5%, sowie der Chinesische Renminbi, der Schweizer Franken und der Kanadische Dollar mit jeweils gut 10% Gewichtung.



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