Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 14. Juni 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 14. Juni 2019)

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Schoellerbank Markteinschätzung165 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralMitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Hongkong-Dollar komplett verkauft.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht derzeit ca. 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wir haben intensiv das Thema Investitionen am japanischen Aktienmarkt beleuchtet. Wir sind bereits vergleichsweise hoch in dem Land investiert. Auch in Asien (ex Japan) haben wir ein hohe Investitionsquote. Macht es Sinn, derzeit von Asien in Richtung Japan Umschichtungen vorzunehmen? Das Gewinnwachstum in Japan ist derzeit relativ tief. Auch deshalb ist der Markt gegenüber den USA in diesem Jahr auf Euro-Basis zurückgeblieben. Diese Skepsis der Anleger hat dazu geführt, dass das Preis/Buch-Verhältnis der japanischen Unternehmen relativ zum MSCI auf einen neuen Rekordtiefstand gefallen ist. Das schließt das Jahr 2012 ein, danach gab es eine massive Rallye an den japanischen Märkten, die dieses Missverhältnis damals wieder ausgeglichen hat. Auch die Gewinnbewertung ist relativ zum MSCI Weltindex in der Nähe der zyklischen Tiefstände. Aus taktischer Sicht ist interessant, dass wir die sehr seltene Gelegenheit vor Augen haben, dass sich die Entwicklung des TOPIX von der USD/YEN Entwicklung abgekoppelt hat. Das Gap ist ungewöhnlich und spricht für eine Aufwertung der japanischen Börse. Die Bank von Japan ist ein großer Aktienkäufer (ca. 1% des Marktes). Es gibt eine enge Korrelation, die allerdings in letzter Zeit aufgebrochen ist, zwischen der relativen Entwicklung der Bilanzaktiva der Bank von Japan und der FED sowie der relativen Entwicklung des japanischen Aktienmarktes zum MSCI Weltindex. Das spricht für eine kräftige Outperformance des japanischen Marktes. Nicht nur die Bank von Japan kauft Aktien, auch Japans Unternehmen kaufen 2019 voraussichtlich im Rekordvolumen eigene Aktien zurück. Im Gegensatz zum internationalen Trend haben die japanischen Unternehmen ihren Leverage gemessen an der Nettoverschuldung zum Eigenkapital erheblich verringert. Die Unternehmen weisen dort nun im Schnitt eine Netto-Cashposition aus. Es gibt vom Bärenlager ein gewichtiges Argument gegen Japan. Die Regierung plant eine Mehrwert-Steuererhöhung im Herbst. Allein die Ankündigung hat bereits zu einer ähnlich schwachen Börse geführt wie vergangene Mehrwertsteuererhöhungen zum Zeitpunkt der Ankündigung. Ob diese tatsächlich kommt oder nicht, ist unklar.


Wir sehen den Gesamtmarkt weiterhin sehr positiv. Technisch hat sich eine interessante neue Konstellation ergeben. Allerdings legen wir auf derart technische bzw. statistische Daten nur relativ geringen Wert. Der sog. "Breadth Thrust" Indikator (Advanced/Decline Linie) hat ein Kaufsignal abgegeben. In den letzten 57 Jahren war der S&P 500 Index 252 Handelstage nach einem solchen Kaufsignal in 48 von 49 Fällen höher - zum Teil deutlich höher. Wie erwähnt, sollte man derartige technische Signal, auch wenn sie historisch eine beeindruckende Trefferzahl aufweisen, nicht überbewerten.


Noch letzte Woche hatte die Gruppe der ''small options traders'', das sind Kleinanleger am Markt für Aktienoptionen, mehr als drei Millionen Put-Optionen (Absicherung oder Wette auf fallende Kurse) gekauft. So viel Pessimismus hatten die Kleinanleger nicht seit Juni 2010, Februar 2016 und Dezember 2018 an den Tag gelegt. Als Gruppe haben diese Anleger bei solchen Extrempositionierungen die Angewohnheit, zumindest bis dato, chronisch falsch zu liegen. Der Pessimismus rührt mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Handelsgesprächen, den politischen Unsicherheiten rund um den Iran sowie Rezessionsängsten zusammen. Als Gegenargument führt das Bullenlager allerdings an, dass die Notenbanken weltweit auf einen sich zuspitzenden Handelskonflikt mit umfangreichen marktstützenden Eingriffen reagieren könnten. Was für die Aktienmärkte in diesem Fall schwerer wiegt, ist nicht sicher abschätzbar.


Klar aber ist, die Wall Street ist nur wenige Punkte von den Allzeithochs entfernt. Die Bewertung ist dennoch in Ordnung. Im Vergleich mit einer Gewinnrendite von über 6% (Kurs-Gewinn-Verhältnis von um die 16 für 2020) ist der S&P 500 Index gegenüber der 10-jährigen Staatsanleihenrendite von derzeit 2,10% sogar günstig. In Japan und Asien sind die KGV`s ohnehin extrem tief. Das ist angesichts am Vorabend von Technologien, die unsere Gesellschaft komplett umkrempeln könnten (vor allem ist hier die Etablierung der Künstlichen Intelligenz in den 2020er Jahren zu nennen) erstaunlich. Dieser Bullenmarkt zählt schon jetzt zu den längsten der Finanzgeschichte. Der US-Markt steht kurz vor den Tops. Dennoch: Die Anleger sind in keiner Weise euphorisch gestimmt, das stimmt uns umso mehr positiv für den Markt.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Mit einem Zuwachs von 0,4% zum Vorquartal legte die Konjunktur in der Eurozone einen überraschend positiven Start in das Jahr 2019 hin. 10-jährige deutsche Staatsanleihenrenditen haben angesichts dessen das negative Zinsterrain verlassen. Auch in den USA sind die längerfristigen Zinsen gestiegen. Die teils überzogenen Zinssenkungserwartungen vieler Marktteilnehmer wurden damit wieder ausgepreist. Fed-Vorsitzender Powell betonte zudem, dass die US-Notenbank angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes gegenüber geldpolitischen Änderungen neutral eingestellt ist. Diskussionen über eine mögliche Neuaufnahme italienischer Staatsanleihen fanden Argumente dafür und dagegen: Einerseits wirken die neuen langfristigen Tender der EZB stark stützend für derartige Investments. Andererseits haben sich die Risikoaufschläge Italiens gerade im letzten Halbjahr deutlich verringert, das Risiko wird aktuell unserer Einschätzung nach nicht ausreichend abgegolten.

Fazit Renten

Es scheint wenig Bewegung an den Rentenmärkten zu geben und doch sind zwischenzeitliche Renditesprünge nicht ausgeschlossen. Wir bleiben bei unserer Taktik der vorsichtigen Hand und setzen auf Qualität. Engagements in italienische Staatspapiere werden aktuell nicht vorgenommen. Auch an der moderaten Laufzeitenstrategie möchten wir im Umfeld niedriger Renditen nichts anpassen.

WÄHRUNGEN

An den Devisenmärkten ist momentan sehr wenig Bewegung. Die Volatilitäten befinden sich dementsprechend auf Jahrestiefstständen. Wochengewinner war diesmal der Britische Pfund, wo Premierministerien May offenbar ein Austritts-Gesetz vorbereitet, das eine Zollunion mit der EU vorsieht.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt nach der vorwöchentlichen Reduktion mit knapp 22% am höchsten gewichtet. Es folgen nach der jüngsten Aufstockung der Kanadische Dollar mit 15% und die Norwegische Krone mit 12,5%. Auch der Chinesische Renminbi (11%) sowie der Schweizer Franken (10%) sind noch prominent gewichtet.



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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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