Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 7. Juni 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 7. Juni 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralMitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Hongkong-Dollar komplett verkauft.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 wurde in der Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgte vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wurde nicht weiter erhöht und macht derzeit ca. 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Es gibt einen Gegenentwurf zu Trumps "America first" Politik. Japan hat mit der EU ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Obama hat ein Pazifik-Freihandelsabkommen geplant, um China in die Schranken zu weisen, doch Trump hat dieses Abkommen verworfen. Vor allem Japan hat dieses Abkommen (CPTPP) aber neu belebt. U.a. Staaten wie Mexiko, Kanada, Australien, Chile, Neuseeland, Singapur und Vietnam sind diesem beigetreten. Südkorea und Taiwan überlegen noch. Für US-Exporteure sind das keine guten Neuigkeiten. Rindfleisch aus den USA wird beispielsweise in Japan einem Zoll von 38,5% unterworfen. Rindfleisch-Importe aus den CPTPP Ländern werden nur noch mit 27,5% besteuert. Dieser Wert wird demnächst auf 9% reduziert werden. Auch China ist nicht untätig und plant ein Megafreihandelsabkommen (RCEP) mit 16 Nationen. Mit der neuen Seidenstraße-Initiative der Chinesen soll der Handel zwischen Europäern, den Afrikanern und den Menschen in Asien stark ausgebaut werden. Zuletzt kamen auch Länder Südamerikas und sogar aus dem Südpazifik hinzu. Einige Autoren sprechen vom ambitioniertesten Infrastrukturprojekt der Menschheitsgeschichte - das ist es wirklich. Die Seidenstraße-Initiative umfasst zwischen 60% bis 70% der Weltbevölkerung. Das sind unglaubliche Daten: Bislang sind über 7.000 Infrastrukturprojekte in den nächsten drei Jahrzehnten geplant.


Jedenfalls belaufen sich die Investitionen nicht in Milliarden- sondern in Billionenhöhe. Es gibt schon sehr konkrete Projekte. Porsche liefert z.B. bislang jährlich ca. 80.000 Sportwagen auf dem Seeweg nach China. Der Weg ist lang, der Transport dauert etwa 50 Tage. Jetzt werden etwa 9.000 Sportwagen über die neue Bahnverbindung entlang der "Seidenstraße" nach China geliefert. Der Transport dauert jetzt nur noch 20 Tage. Die derzeit noch höheren Kosten könnten bald unter die Kosten des Seeweges fallen.


Derzeit geht der Rentenmarkt in Europa und den USA davon aus, dass der Handelskonflikt zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen mit tiefen Inflationsraten führen wird. Am Aktienmarkt scheint man dagegen nicht zu glauben, dass es zu deutlichen Gewinnrückgängen der Unternehmen kommen wird.


Die Gewinnentwicklung ist das, was für den Kunstmarkt die alten Meister sind. Es ist die Essenz der Essenz. 2017 verdienten die Unternehmen im S&P 500 Index USD 132 je Aktie. Der Gewinnanstieg um USD 30 je Aktie auf USD 162 ist legendär und war u.a. auch auf die US-Unternehmenssteuerreform zurückzuführen. In diesem Jahr ist von diesem Niveau keine große Steigerung zu erwarten. Der Markt erwartet "nur" USD 166. Im letzten Quartal betrug das Gewinnwachstum gerade einmal 0,6%. Im nächsten Jahr erwartet der Markt aber schon wieder USD 176. Der Index notiert im Moment bei 2.844 Punkten. Das sind immerhin 6,2% Gewinnrendite (man kann auch von einem KGV von etwa 16 sprechen). Im Vergleich mit der Rendite am US-Rentenmarkt von 2,1%, ist das ausgesprochen viel. Das gilt erst recht für die entsprechenden Renditen in Japan und Deutschland (Rendite auf Rekordtief) die selbst auf 10 Jahre Laufzeit im negativen Bereich liegen. Aufgrund der wirtschaftlichen Ängste der Marktteilnehmer, auch aufgrund des Handelskonfliktes, liegt in China das KGV (MSCI China) bei einem Wert von 11,4 und damit beinahe 30% unter dem US-Wert.


In den USA ist die Stimmung neutral. Der Handelskonflikt wiegt schwer, auf der anderen Seite befinden sich die Indizes in der Nähe ihrer Rekordstände. Der S&P 500 ist nur 3,7% von seinem Allzeithoch entfernt. Das muntert die Anleger auf, sodass die Stimmung insgesamt weder besonders gut, noch besonders schlecht ausfällt. In China liegt der Markt 53% unter den Rekordniveaus. Wir mögen es sehr, wenn wir Aktien mit einer Gewinnrendite von knapp 10% kaufen können, die im Schnitt über 50% von ihrem Hoch entfernt sind, wenn die Volkswirtschaft - wie in China - auch in den nächsten Jahren - Handelsstreit hin oder her über 5% wachsen sollte. Die Bewertung in China ist Zeichen für einen extremen Pessimismus.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt gestimmt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Der allgemeine Konjunkturausblick hat sich in den vergangenen Wochen, durch die derzeit unterbrochenen Handelsgespräche, den Zolldrohungen der USA gegenüber Mexiko und dem Brexit-Chaos, spürbar eingetrübt. Die EZB wurde damit gezwungen, ihre Wachstumsprognosen zu kappen. Folgerichtig verlängert sie ihr Versprechen unveränderter Leitzinsen und stellt nun frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2020 Zinserhöhungen in Aussicht. Dadurch kamen auch die langfristigen Zinsen unter Druck und die Renditen fielen auf neue Rekordtiefs.

Fazit Renten

Unsere Strategie, nur hervorragende Bonitäten auszuwählen, hat sich einmal mehr bewährt und es ist auch nicht angedacht, dies in nächster Zeit zu ändern.

WÄHRUNGEN

Auch bei den Währungen sind sichere Häfen, wie der Schweizer Franken oder der Japanische Yen, gefragt. Das Britische Pfund gibt weiter nach und liegt nun schon bei 0,89 zum Euro. Vor allem die britische Regierungskrise und die Ungewissheit über die künftige Brexit-Linie dürften für den Euro-Aufwind gesorgt haben. Sollte ein harter Brexit kommen, rechnen einige Analysten bereits mit der Parität, bzw. mit einer weiteren Abwertung von über 10%.

Fazit Währungen

Seit der letzten Strategierunde haben wir unsere Währungsallokation nicht verändert. Damit bleibt der US-Dollar die am stärksten gewichtete Währung mit annähernd 22%, gefolgt vom Kanadischen Dollar mit 15% und dem Chinesischen Renminbi mit annähernd 11%.



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