Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 26. Juli 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26. Juli 2019)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung163 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralBreite Streuung über die G-10-Währungen. Mitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Honkong Dollar komplett verkauft. Der US-Dollar wurde in mehreren Schritten reduziert und ist untergewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Schoellerbank hat die Aktienquote seit Mai 2018 auf „Übergewichtet“. Wir finden noch genügend attraktive Titel, die unseren strengen Qualitätskriterien genügen. Die Titel der Schoellerbank Aktienliste sind im Schnitt weniger verschuldet und profitabler als der breite Markt. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, der sehr günstig bewertet ist. Asien inklusive Japan macht rund 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die amerikanische Wirtschaft ist unter US-Präsident Trump historisch stark: Sie feiert in diesem Monat den längsten Aufschwung seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1854. Allerdings geht das auf Kosten der Staatsverschuldung. Diese liegt in den USA im Moment laut der US-Schuldenuhr bei 106% der Wirtschaftsleistung und nähert sich damit der Verschuldungssituation in einigen Staaten der europäischen Peripherie an. Einige Anleger glauben, dass die längste Aufschwungphase langsam zu Ende gehen müsste, einfach weil sie eben bereits jetzt die Längste ist. Dafür gibt es aber weder theoretische und schon gar keine empirischen Belege. Die bislang größte Aufschwungphase in den 1990er Jahren dürfte tatsächlich ihren Anfang schon 1982 zur Schuldenexpansion durch Reagan genommen haben. Offiziell wurde diese Phase durch eine kurze Rezession, bedingt durch den Ölpreisanstieg in Folge der Irak-Invasion, unterbrochen und fiel dadurch viel kürzer aus. In anderen Ländern wie z.B. in Großbritannien oder in Australien - seit 28 Jahren keine Rezession - hat man die Erfahrung gemacht, dass die Wirtschaft auch ausgesprochen lange Wachstumsphasen haben kann. Die in der Regel rezessionsauslösenden Faktoren, zumindest jene, die die Firmengewinne der großen Konzerne erheblich beeinflussen, sind derzeit nicht vorhanden - ganz im Gegenteil. In den USA wurden bislang Rezessionen fast immer durch Zinserhöhungen der FED ausgelöst. Im Augenblick senken die Notenbanken international aber tendenziell die Zinsen. Finanzkrisen wie Lehman haben ebenfalls das Potenzial das Vertrauen der Marktteilnehmer zu untergraben. Allerdings haben sich seit der Finanzkrise die Eigenmittelanforderungen an die Banken so drastisch erhöht, dass deren Kapitalpuffer mittlerweile krisentauglich erscheinen. Eine Finanzkrise hat dadurch an Wahrscheinlichkeit stark verloren. Wir haben es auch mit keiner Blase zu tun. Höchstens könnte man von einer Blasenbildung am Rentenmarkt sprechen. Jedoch stellen zumindest im Staatsanleihen-Segment die Zentralbanken ihre helfende Hand zur Verfügung. Durch die unbegrenzte Finanzkraft der Zentralbanken ist ein Platzen dieser möglichen Blase sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil, sind die tiefen Zinsen eines der gewichtigsten Argumente für Investments am Aktienmarkt.


Die Bewertung am Aktienmarkt ist historisch unauffällig. Verglichen mit den Renditen am Rentenmarkt, sind die Bewertungen am Aktienmarkt billig. Die Gewinnrendite in den USA liegt derzeit bei etwa 6%. Am Rentenmarkt liegt die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen bei 2%. Die Differenz von 4% (sog. Risikoprämie) ist im historischen Vergleich hoch. In Europa und in Japan sind die Verhältnisse nicht absurd, aber die Risikoprämien sind extrem hoch. In Europa liegt das KGV um die 14, die Gewinnrendite folglich bei etwa 7%. Davon wird eine Dividendenrendite von ca. 3,8% von den Firmen an die Aktionäre bezahlt. Diese 7% vergleichen sich mit einer Rendite am Rentenmarkt von -0,75% für 5-jährige Bundesanleihen und für -0,36% für 10-jährige Deutsche Staatsanleihen. Eine Risikoprämie von 7,5% ist in jeder Hinsicht atemberaubend hoch. In Japan sind die Verhältnisse noch drastischer.


Historische Analysen deuten eindeutig darauf hin, dass man in den Aktienmärkten möglichst hoch investiert sein sollte, wenn a, die Risikoprämien hoch sind (das sind sie) und b, keine Euphorie an den Märkten vorherrscht. Von Euphorie kann selbst an der Wall Street, die von einem Allzeithoch zum nächsten eilt, nicht die Rede sein. US-Anleger sind zwar optimistisch gestimmt, haben aber nicht ihre Farm auf den Aktienmarkt verwettet.


Die Firmen in Europa schütten einer Studie zufolge über Aktienrückkäufe so viel Geld an ihre Aktionäre aus, wie nie zuvor. In den USA schütten die Firmen derzeit mehr als USD 100 Mrd. über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre aus. Die Unternehmen haben sich bereits seit langem als wichtigste Käufergruppe am Markt etabliert.


Der Markt sieht sehr kurzfristig betrachtet etwas überkauft aus, sodass durchaus eine Korrektur von um die 3% möglich erscheint. Ein weiter eskalierender Zollstreit insbesondere zwischen den USA und China, werten wir als möglichen Stolperstein für den Aktienmarkt. Einstweilen bleiben wir sehr konstruktiv für den Markt und erwarten mittelfristig weiterhin sehr feste Märkte, besonders in Asien.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Die abgelaufene Handelswoche stand ganz im Zeichen, der mit Spannung erwarteten, EZB-Sitzung. Zwar hat die EZB ihren Einlagensatz noch nicht gesenkt, aber zumindest ein geldpolitisches Lockerungspaket für den Herbst in Aussicht gestellt. Neben der bereits erwarteten Senkung des Einlagensatzes von -0,4% auf -0,6% steht auch eine Wiederaufnahme der Anleihenkäufe auf der Agenda. Hintergrund der beabsichtigten Maßnahmen sind trübere konjunkturelle Entwicklungen, sowie die seit langem andauernde Unterschreitung des Inflationszieles. Die Renditen bonitätsstarker Emittenten testen als Reaktion neuerlich ihre eben erst erreichten Tiefststände.

Fazit Renten

Angesichts der extremen Entwicklung an den Rentenmärkten ist das Laufzeitenrisiko momentan sehr hoch. Die moderate Laufzeitensteuerung und die qualitative Bonitätsausrichtung gibt uns in der aktuellen Marktphase recht. Inflationsgeschützte Anleihen bleiben trotz des jüngsten Anstieges der Inflationserwartungen verhältnismäßig günstig.

WÄHRUNGEN

An den Währungsmärkten waren die Interpretationen der EZB-Sitzung ebenfalls deutlich zu spüren. EUR-USD rutschte angesichts der umfangreichen expansiven Maßnahmen kurzfristig auf ein 2-Jahres-Tief ab. Auch die erwartete Zinssenkung der US-Notenbank für die kommende Woche dürfte dem starken Greenback derzeit nichts anhaben, zumal der Grund für den Zinsschritt nicht in einer aktuellen Wirtschaftsschwäche, sondern vielmehr in Sorge vor einer zukünftigen Abschwächung liegt.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit 22% am höchsten gewichtet. Dahinter folgt der Kanadische Dollar mit 15%. Ebenfalls prominent gewichtet sind die Norwegische Krone mit 12,2%, der Chinesischen Renminbi (10,8%) sowie der Schweizer Franken (10,3%).



Hinweis:
Das ist eine Marketingmitteilung. Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA