Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 28. Juni 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 28. Juni 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralBreite Streuung über die G-10-Währungen. Mitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Honkong Dollar komplett verkauft. Der US-Dollar wurde in mehreren Schritten reduziert und ist untergewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Schoellerbank hat die Aktienquote seit Mai 2018 auf „Übergewichtet“. Wir finden noch genügend attraktive Titel, die unseren strengen Qualitätskriterien genügen. Die Titel der Schoellerbank Aktienliste sind im Schnitt weniger verschuldet und profitabler als der breite Markt. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, der sehr günstig bewertet ist. Asien inklusive Japan macht rund 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Auch wenn die Kurse im S&P-500-Index und anderen Aktienmärkten von einem Allzeithoch zum nächsten klettern, bleiben wir bei unserer ausgesprochen positiven Einschätzung zu den Aktienmärkten. Aus unserer Sicht macht es keinen Sinn Aktienmärkte danach zu beurteilen, ob sie gerade auf einem Allzeithoch sind oder nicht. Vor hundert Jahren stand der Dow-Jones-Index bei 100 Punkten, jetzt steht der Index bei 26.600 Punkten (dazu haben Investoren noch umfangreiche Dividendenzahlungen erhalten). In den letzten 100 Jahren hat der Index auf dem Weg nach oben zwangsläufig fast immer ein Allzeithoch nach dem nächsten erreicht. Es wäre beinahe immer richtig gewesen in Aktien zu investieren. Einer der wenigen Momente, wo ein Investment nicht empfehlenswert gewesen wäre, war im Anfang 2000 als der Index mit 11.800 Punkten ein Fabelhoch erreichte. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen erreichte damals in der Spitze 6,8%. Der breite US-Aktienmarkt wies ein KGV von um die 30 auf (= Gewinnrendite von etwas über 3%). Die Gewinnrendite des Aktienmarktes lag folglich weit unter der Rendite des Rentenmarktes. Das war nicht normal. Der Markt hat das schnell korrigiert. Heute liegen die Verhältnisse ganz anders. Die Gewinnrendite des US-Aktienmarktes liegt gemessen am S&P-500-Index für das nächste Jahr bei etwa 16 (= Gewinnrendite von über 6%). Die Rendite für US-Staatsanleihen liegt dagegen nur bei etwa 2%.


Für nächstes Jahr erwartet der Markt eine Gewinnsteigerung für den S&P-500-Index von etwa 8%, trotz aller Unwägbarkeiten was den Handelskonflikt angeht. Es gibt zu den Handelsstreitigkeiten der USA aber auch eine kräftige Gegentendenz. Die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur wollen gemeinsam die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Das Abkommen berührt 780 Millionen Menschen. Es soll Unternehmen in der EU jährlich EUR 4 Mrd. an Zöllen ersparen und so Exporte ankurbeln. So wurden bisher zum Beispiel 35% Zoll auf Autos fällig, die in den Mercosur geliefert wurden. Auch die Abgaben auf landwirtschaftliche Produkte sollen beschnitten werden. Im Mercosur wird in deutlich größerem landwirtschaftlichem Maßstab produziert. Zudem gehen die Landwirte in der Region sehr großzügig mit Pflanzenschutzmitteln und Gentechnik um, was viele Verbraucher in Europa kritisch sehen. Die Streitpunkte könnten während der Ratifizierung des Abkommens in den 28 EU-Staaten hochkommen und Hindernisse aufbauen. Auch das erst kürzlich abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Japan - es entfallen fast alle Zölle zwischen der EU und Japan - hat enorme wirtschaftliche Ausmaße. Es gibt auch in Asien, unabhängig von den Amerikanern, Bestrebungen für große Freihandelsabkommen. Aus unserer Sicht sollte man also nicht zu negativ werden, was die weltwirtschaftliche Entwicklung angeht.


In den sog. "Goldenen Zwanziger" wurden zur damaligen Zeit spektakuläre Entwicklungen, wie das Radio, der Tonfilm und vor allem die Fließbandproduktion, eingeführt. Diese brandneue Produktionsmethode machte damals für die breite Masse völlig unerschwingliche Luxusgüter, wie z.B. Autos, plötzlich leistbar. Das führte zu einem Wirtschaftsboom. Der amerikanische Leitindex hatte von 1906 bis 1927 gebraucht, um von 100 Punkten auf 200 Punkte zu steigen. Kurze Zeit später, 1929, erreichte der Dow-Jones-Index schließlich mit 381 Punkten ein neues Hoch. Ein anderes Beispiel wie technologische Entwicklungen einen Börsen- und Wirtschaftsboom auslösen können, stellten die 1990er Jahre mit dem Internetboom dar. Der Dow-Jones-Index hat sich von 1990 bis 2000 mehr als 4,6facht. Ist eine Wiederholung der 1920er bzw. der 1990er Jahre in den 2020er Jahren durch die Etablierung neuer Technologien wie 5G oder der Künstlichen Intelligenz möglich? In dieser Dimension ist das unwahrscheinlich, auch wenn die zuvor genannten Technologien ebenfalls das Potenzial besitzen, die Gesellschaft komplett zu verändern. Rein von der relativen Bewertung zum Rentenmarkt und anderen quantitativen Faktoren ist so eine Entwicklung vorstellbar. Dass es auf der anderen Seite unter diesen Bedingungen sogar im Schnitt zu einer Gewinnabschwächung kommen könnte, ist schon eine negative Erwartungshaltung für die Zukunft - diese teilen wir in keiner Weise. Wir bleiben für die Weltwirtschaft und den Aktienmarkt, auch wenn die Wall Street von einem Rekordhoch zum nächsten jagd, optimistisch gestimmt.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Während Risikomärkte die leichte Entspannung zwischen den USA und China feiern, zeigen sich die Rentenmärkte unbeeindruckt. Der Konjunkturhimmel bleibt relativ düster und die aggressive Zinssenkungsphantasien vieler Marktteilnehmer scheint einzementiert. Bundrenditen kennen daher weiterhin nur eine Richtung. Seit Jahresbeginn ist die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen um satte 60 Basispunkte gefallen. Eine äußerst erstaunliche Entwicklung in Zeiten haussierender Aktienmärkte. Die Kernteuerungsrate in der Eurozone ist von 0,8% auf 1,1% gesprungen. Die Freude darüber hält sich jedoch in Grenzen, ist sie doch lediglich der späten Lage von Pfingsten in diesem Jahr geschuldet. Die Inflationserwartungen spiegeln diese Interpretation mit ihrem deutlichen Rückgang wider.

Fazit Renten

Angesichts der extremen Entwicklung an den Rentenmärkten ist das Laufzeitenrisiko momentan sehr hoch. Die moderate Laufzeitensteuerung und die qualitative Bonitätsausrichtung gibt uns in der aktuellen Marktphase recht. Inflationsgeschützte Anleihen bleiben verhältnismäßig günstig.

WÄHRUNGEN

Wochensieger waren diesmal der Neuseeländische und der Australische Dollar. Positive Signale im Handelskonflikt beflügelten diese Währungen aufgrund ihrer Chinaabhängigkeit besonders. Die bereits eingepreiste zweite Zinssenkung in Australien konnte dem positiven Wochentrend nichts entgegensetzen. Der US-Dollar konnte die sehr schwache Vorwoche gegen den Euro etwas wettmachen. Schwache Konjunktursignale aus dem Euroraum und der positive G20-Gipfel beflügeln den Greenback.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit 22% am höchsten gewichtet. Dahinter folgt die auf Jahressicht stärkste Währung - der Kanadische Dollar mit 15%. Ebenfalls prominent gewichtet sind die Norwegische Krone mit 12,3%, der Chinesischen Renminbi (10,8%) sowie der Schweizer Franken (10,4%).



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