Schoellerbank Investment Committee-Sitzung - Protokoll 23. August 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. August 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Das Segment ist "Stark Untergewichtet": Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralBreite Streuung über die G-10-Währungen. Mitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Honkong Dollar komplett verkauft. Der US-Dollar wurde in mehreren Schritten reduziert und ist untergewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Schoellerbank hat die Aktienquote auf „Übergewichtet“. Wir finden noch genügend attraktive Titel, die unseren strengen Qualitätskriterien genügen. Die Titel der Schoellerbank Aktienliste sind im Schnitt weniger verschuldet und profitabler als der breite Markt. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, der sehr günstig bewertet ist. Asien inklusive Japan macht rund 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die abgelaufene Woche glich einer Achterbahnfahrt, bei der sich die Vorzeichen an jedem Tag veränderten. Am Freitag stand die Rede von Jerome Powell in Jackson Hole im Mittelpunkt. Zuvor erschreckte noch ein anderes Fed-Mitglied die Märkte.


>ber der Reihe nach: Die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich zeigten sich jüngst aufgehellt und sind wieder in der Expansionsphase. Auch Deutschland zeigt abgesehen von der Industrie stabile Daten. Das könnte in weiterer Folge aber auch negativ für die Risikomärkte sein, da es der EZB mehr Zeit verschafft und weiter unkonventionelle Maßnahmen nach hinten verschoben werden könnten.


In den USA sank der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August erstmals seit 10 Jahren unter die Expansionslinie von 50 und damit auf Kontraktionsniveau. Beste Aussichten also dafür, dass die Fed die Leitzinsen senken wird. Eingepreist wird derzeit eine Reduktion von 0,25% bei der nächsten Sitzung im September. Zuvor dämpfte der Chef der Philadelphia Fed die Hoffnung auf Zinssenkungen mit der Aussage, dass weitere Zinssenkungen derzeit nicht notwendig wären. Vor dem Hintergrund, dass teilweise eine Senkung um 0,5% herbeigesehnt wurde, könnte das so manchen Markteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischen.


Die Fed geht demnach nicht von einer unmittelbaren Rezession aus. Der Rückgang des Manufacturing PMI zeigt aber doch eine wirtschaftliche Verlangsamung an. Der Service PMI notiert noch über der Expansionsgrenze, aber auch hier zeigen sich deutliche Bremsspuren.

Quelle: Bloomberg. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Entwicklung.


In den USA neigt sich die Berichtssaison dem Ende zu. 96% der Unternehmen im S&P 500 Index haben ihre Zahlen vorgelegt. Das Umsatzwachstum zeigte sich im zweiten Quartal etwas rückläufig während die Gewinne leicht anstiegen. In Summe fielen die Zahlen besser aus als zuvor von den Analysten erwartet. Zwei Drittel der US Unternehmen konnten sowohl Gewinn als auch Umsatz steigern. Ein ermutigendes Zeichen gab der Einzelhandel ab. Unternehmen wie Target oder Lowe´s berichteten gute Quartalszahlen und beweisen damit, dass langweilige Geschäftsmodelle trotz Konkurrenten wie Amazon wieder auf die Erfolgsspur gelangen können. Angesichts dieser Entwicklung darf man auch optimistisch für die US-Konjunktur bleiben. Der Konsument ist das Rückgrat der Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote ist in den USA auf extrem niedrige Niveaus gefallen und die Gehälter steigen an. Die Verunsicherung durch den Handelskonflikt und die sich global abkühlende Wirtschaft hat hier noch keine Spuren hinterlassen.

Fazit Aktien

Die Angst vor einer Rezession ist in aller Munde und tatsächlich lassen sich viele Gründe für eine baldige Kontraktion der Wirtschaft finden. Auf der anderen Seite stehen die weltweiten Notenbanken bereit, um das Schlimmste abzufedern. Auch stehen im Herbst 2020 Präsidentenwahlen in den USA an und die US-Regierung ist daher mehr als sonst bemüht, die Konjunktur und den Aktienmarkt zu stützen. Die Zinskurve sendet hingegen schon längere Zeit Signale, die zur Vorsicht mahnen. Wir bleiben flexibel und evaluieren die Situation laufend. In der Schoellerbank nehmen wir weiterhin eine "Übergewichtete" Positionierung ein.

RENTEN

Seit der letzten Strategierunde vor zwei Wochen sind sowohl die Renditen der Staatsanleihen der Eurozone wie auch jene aus den Vereinigten Staaten weiter gefallen. Noch kennen die Zinsen nur eine Richtung und zwar die nach unten. Doch inzwischen fragen sich die Marktteilnehmer wie weit es noch gehen kann, bzw. wann der Wendepunkt erreicht ist. Da die Zinswelt auf dem Kopf steht werden fast täglich verschiedene Rekorde auf dem Anleihenmarkt geknackt. Die Berlin Hyp hat diese Woche einen 3-jährigen Hypothekenpfandbrief mit einer Rendite von -0,588% begeben und damit den niedrigsten je verzeichneten Wert am Covered-Bond-Markt erreicht. Des Weiteren hat Deutschland die weltweit erste 30-jährige Staatsanleihe mit Nullkupon und negativer Emissionsrendite (-0,11%) auf den Markt gebracht, wobei sich die Nachfrage allerdings in Grenzen gehalten hat und nur etwas über die Hälfte der EUR 2 Mrd. bei Investoren platziert werden konnte.

Fazit Renten

Die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen sind unserer Meinung nach aktuell auf so niedrigem Niveau, dass das dafür eingegangene Risiko nicht adäquat abgegolten wird. Auch das Laufzeitenrisiko ist bei diesen Zins-Tiefstständen beträchtlich, wodurch wir es nicht als sinnvoll erachten die Duration zu erhöhen. Somit bleiben wir unserer zurückhaltenden Positionierung weiterhin treu und fühlen uns damit auch recht wohl.

WÄHRUNGEN

Auf dem Devisenmarkt wird allgemein davon ausgegangen, dass Fed-Chef Jerome Powell in seiner Rede auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht stellen wird. Fraglich ist allerdings, wie viele Zinssenkungen noch zu erwarten sind. Der US-Dollar ist dadurch allerdings noch nicht stark unter Druck gekommen, da dieser im Zuge der globalen Rezessionsängste von vielen Investoren als sicherer Hafen angesehen wird und davon profitiert. Seit der letzten Strategierunde gewann der Greenback um über 1% zum Euro. Dies war jedoch eher eine Folge der Euro-Schwäche aufgrund enttäuschender Konjunkturdaten und die dadurch verstärkten Spekulationen über markante expansive Maßnahmen der EZB.

Fazit Währungen

Das Britische Pfund konnte in den vergangenen zwei Wochen um fast 3% zum Euro zulegen und war damit der Bestperformer unter den G-10 Währungen. Dies lag vor allem an der gestiegenen Möglichkeit eines geregelten Brexits - zumindest zeigt sich Premierminister Johnson nach den Gesprächen mit Merkel und Macron positiv gestimmt. Nach der stärkeren Abwertung des Chinesischen Renminbi Anfang August verteuerte er sich seit der letzten Strategierunde um rund 1% gegenüber der europäischen Einheitswährung. Unsere Währungsallokation bleibt unverändert - damit bleibt der US-Dollar mit etwa 22% am höchsten gewichtet ist, gefolgt vom Kanadischen Dollar mit etwa 15% und der Norwegischen Krone mit ca. 12%.



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