Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 9. August 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 9. August 2019)

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Schoellerbank Markteinschätzung163 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralBreite Streuung über die G-10-Währungen. Mitte Mai 2019 wurde aus strategischen Gründen der Japanische Yen neu aufgenommen; im Gegenzug wurde die Position des Honkong Dollar komplett verkauft. Der US-Dollar wurde in mehreren Schritten reduziert und ist untergewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Schoellerbank hat die Aktienquote seit Mai 2018 auf „Übergewichtet“. Wir finden noch genügend attraktive Titel, die unseren strengen Qualitätskriterien genügen. Die Titel der Schoellerbank Aktienliste sind im Schnitt weniger verschuldet und profitabler als der breite Markt. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, der sehr günstig bewertet ist. Asien inklusive Japan macht rund 30% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote wurden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der S&P 500 Index hat vorwiegend aufgrund der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA in der Spitze um 6,8% eingebüßt. Das ist angesichts der Bedrohung für die Weltwirtschaft, die von einem großen Handelskrieg potenziell ausgeht, eine erstaunlich geringe Korrektur. In dieser Dimension gehören Marktschwankungen zum Aktienmarkt wie Tom zu Jerry. Zudem hat der Markt mittlerweile einen Teil dieser Verluste wieder wettgemacht, sodass der S&P 500 Index im Moment nur noch 3,6% von seinem Allzeithöchststand entfernt ist. Eine normale Korrektur war ohnehin zu erwarten, da der Markt in diesem Jahr einen atemberaubend starken Anstieg verzeichnet hat. Auf Euro-Basis ist der S&P in diesem Jahr mit knapp 20% (!) im Plus. Selbst in Europa, wo in einigen Branchen, wie z. B. der Automobilindustrie, Krisenstimmung herrscht, liegt immer noch ein Plus von 11% vor. Trump hatte angekündigt, von September an Abgaben von 10% auf chinesische Waren im Wert von weiteren USD 300 Mrd. zu erheben. Die Sorge in Peking ist, dass Hersteller sich dazu entschließen könnten, ihre Produktion zu verlagern. Vietnam kommt beispielsweise als neuer Standort infrage, in den vergangenen Wochen wurden immer wieder Delegationen in Hanoi gesichtet. China könnte schon bald Gegenmaßnahmen verkünden. Es wird für die Börse viel davon abhängen, ob diese etwaigen Gegenmaßnahmen die Gewinne der US-Firmen empfindlich treffen oder nicht. Die Vorwahlen zum U-Wahlgang im November 2020 beginnen Anfang Februar. Aus Erfahrung weiß man, dass ein Präsident sehr gute Chancen hat wiedergewählt zu werden, wenn die Wirtschaft gut läuft. Insofern könnte Trump alle möglichen Störungen der US-Wirtschaft, dazu gehören auch Handelsauseinandersetzungen, für nächstes Jahr vermeiden. Verschlechtern Handelsstreitigkeiten tatsächlich die US-Wirtschaft? Darüber gibt es wenige Zweifel. Das Klima in der Weltwirtschaft hat sich im dritten Quartal wegen der Handelskonflikte eingetrübt. Das Barometer fiel um 7,7 auf minus 10,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner vierteljährlichen Umfrage unter fast 1.200 Experten aus 116 Ländern mitteilte. Die Lage bewerteten sie so negativ wie seit Anfang 2017 nicht mehr, auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate schraubten sie herunter. "Die Verschärfung des Handelskonflikts belastet die Weltkonjunktur beträchtlich", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in allen Regionen. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Trump zumindest für 2020 eine Regelung mit den Chinesen findet, die die US-Wirtschaft nicht negativ tangiert.


In China war der Kursabschlag in der Spitze mit etwa 10% etwas höher als in den USA. Auch dort hat sich der Markt mittlerweile erholt. Wir halten die asiatische Region nach wie vor für hochattraktiv. Allerdings hängt in Asien noch wesentlich stärker das Damoklesschwert eines sich verstärkenden Handelskonfliktes über dem Markt.


Der Bewertungsabstand der Aktienmärkte in Europa und Asien zu den jeweiligen Bondmärkten ist atemberaubend hoch. In den USA ist er immerhin noch hoch. So liegt in den USA das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne für 2020 bei etwa 16. Das entspricht einer Gewinnrendite von immerhin etwa 6%. Dagegen erzielt man für 10-jährige US-Staatsanleihen nur eine Rendite von 1,7%.

Fazit Aktien

Wir sind weiterhin optimistisch für den Aktienmarkt. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Weiter befinden sich die Sicheren Häfen im Höhenflug. Allein im Vergleich zur Vorwoche sind 10-jährige deutsche Renditen um 8 Basispunkte (weiter in negatives Terrain) gesunken, ihre US-amerikanischen Pendants sogar um 17 Basispunkte. Risikoaufschläge sind hingegen im gleichen Zeitraum je nach Segment unterschiedlich deutlich angestiegen. Ausschlaggeber war die deutliche Korrektur an den Aktienmärkten Anfang der Woche, die von politischen Aussagen sowie der Abwertung der chinesischen Währung getrieben war. Während sich die Aktienmärkte schnell wieder beruhigen konnten, blieb die Nachfrage nach sicheren Anleihen weiterhin bestehen. Lediglich die Inflationserwartungen konnten ihre Bewegung an die Aktienmärkte koppeln und zeigen nach der Korrektur zuletzt wieder eine leichte Erholung.

Fazit Renten

Trotz vorsichtiger Positionierung konnte das Rentensegment auch diese Woche zulegen. Hinsichtlich Laufzeitenrisiko und Kreditrisiko sind wir aufgrund der vergangenen Rallys vorsichtig positioniert. In den VM5 Mandaten sowie in VM Exklusiv haben wir beschlossen, angesichts rekordtiefer Renditen die Duration im Staatsanleihensegment weiter um einen Schritt zu verkürzen und Gewinne mitzunehmen.

WÄHRUNGEN

Das größte Schlaglicht warf diese Woche die Abwertung der Chinesischen Währung Renminbi. Als Gegenmaßnahme zu angedrohten weiteren Strafzöllen werteten die Chinesen ihre Währung ab. Die Abwertung beträgt aktuell gegenüber dem Euro gut 3%, seit Jahresbeginn liegt der Renminbi zum Euro in einer Total Return Betrachtung nach wie vor leicht im Plus. In diesem Umfeld konnten sich die Krisenwährungen Schweizer Franken und sein Pendant für den Asiatischen Raum, der Japanische Yen über Gewinne freuen, während alle anderen G-10 Währungen nach unten tendierten. Seit Jahresbeginn liegt in der Gesamtbetrachtung (Kursbewegung und Zinsen) der Kanadische Dollar an der Spitze, gefolgt vom Japanischen Yen und dem US-Dollar. Unter den Rohstoffen profitierte - kaum verwunderlich - Gold stark von der jüngsten Korrektur, die Feinunze notiert wieder über USD 1.500.

Fazit Währungen

Wir favorisieren weiter eine sehr breite Aufstellung bei den Währungen. Der US-Dollar ist im Vergleich zum Markt untergewichtet, was sich in der letzten Woche als Vorteil erwies. Rohstoffwährungen (CAD, AUD, NOK) und "Safe Havens" (CHF) nehmen weiterhin starke Positionen in unserer Währungsallokation ein.



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