Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 11. Oktober 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 11. Oktober 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 20% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober auch der Japansiche Yen auf dieses Niveau angehoben.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, einen Teil der schönen Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen (geringeren) Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, die sehr günstig bewertet sind. Wir mischen Rohstoffaktien im Ausmaß von etwa 8% des Aktienvermögens bei. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In der abgelaufenen Handelswoche konnten die Aktienmärkte, zur Freude der Investoren, wieder Kursgewinne einfahren. Der wichtigste Katalysator für die Kursentwicklung war die Annäherung zwischen den USA und China im Handelskonflikt.


Am Freitag verkündete Donald Trump, dass es eine "substanzielle Einigung" mit der chinesischen Führung gegeben habe und eine mündliche Übereinkunft getroffen wurde. Dieser "Phase 1"-Plan soll im Rahmen des Asien-Pazifik Gipfels, welcher von 14. - 17. November in Chile stattfindet, unterzeichnet werden. Mündlich hat China unter anderem zugesagt Agrarprodukte im Gegenwert von 40 - 50 Milliarden USD aus den USA zu importieren. Dies würde vor allem die US-Landwirte, die starke finanzielle Belastungen durch das Boykott verspüren, deutlich entlasten. Im Gegenzug erklärt sich der US-Präsident dazu bereit die, per 15. Oktober, geplante Erhöhung der Strafzölle von 25% auf 30% auf ein Importvolumen von 250 Milliarden USD, nicht zu effektuieren. Weitere Gespräche über "Phase 2", zur weiteren Abarbeitung des Konflikts, sollen nach Unterfertigung des "Phase 1"-Plans stattfinden. Die Einführung eines zusätzlichen Strafzolls auf chinesische Importe im Gegenwert von 300 Milliarden USD ab 15. Dezember in Höhe von 15% soll nicht umgesetzt werden, sofern das erste Abkommen im November unterzeichnet wird.


Trotz der ersten Annäherung bleiben viele Punkte offen. Der Strafzoll auf chinesische Importe in der Höhe von 25% auf einen Warenwert von 250 Milliarden USD bleibt aufrecht. Ebenso ist der Konflikt rund um die Beschränkungen für das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei ungelöst. Peking drängt auf eine Lockerung, allerdings bleibt diese aus Gründen der nationalen Sicherheit vorerst bestehen.


Leichte Unsicherheit lösten die Protokolle der Europäischen Zentralbank sowie der amerikanischen Notenbank (FED) aus. Beide Zusammenfassungen der Sitzungen zeigen einen regen Diskussionsbedarf. In den USA stimmten die meisten Stimmberechtigten für eine Senkung der Zinsen, allerdings waren auch Einige der Meinung, dass die aktuelle Geldpolitik ausreichend unterstützend wirkt und für das vorherrschende Umfeld angemessen sei. Bei der Europäischen Zentralbank waren sich die Mitglieder einig, dass eine Lockerung der Geldpolitik ein geeigneter Ansatz ist, um den anhaltenden Abwärtsrisiken und dem Inflationsausblick entgegenzutreten. Gleichzeitig zeigte das Protokoll, dass es Vorbehalte gegen einzelne Elemente des vorgeschlagenen Pakets gegeben hatte. Die Beschreibung der Uneinigkeit zwischen den Ratsmitgliedern nahm etwa ein Viertel des Protokolls ein und damit viel mehr als üblich.

Fazit Aktien

In Summe tendieren die Aktienmärkte weiterhin in der einer größeren Bandbreite, die bereits in den letzten Monaten gezogen wurde. Es liegen sowohl Chancen vor, die einen Anstieg der Aktienmärkte auslösen könnten, als auch ausreichend Risiken vorhanden sind. Aus Risikogesichtspunkten und der großen Unsicherheit, sowohl politisch als auch wirtschaftlich, Rechnung tragend, bleibt die Aktiengewichtung unverändert neutral.

ANLEIHEN

Die letzte Woche hat wieder einmal gezeigt, dass die Bewegungen an den Rentenmärkten schnell passieren können. Weniger US Arbeitslosenanträge, positive US Konjunkturdaten und Entspannung bei den Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen China und den USA waren die Beweggründe dafür. Die 10-jährigen amerikanischen Renditen stiegen insgesamt um 20 Basispunkte auf 1,73%, das deutsche Pendant konnte immerhin um 10 Basispunkte zulegen.


Ob damit die Trendwende hin zu steigenden Renditen geschaffen ist, darf vorerst bezweifelt werden. Die Entwicklungen im Handelskonflikt gehen zwar in die richtige Richtung, jedoch stehen noch jede Menge Hürden im Weg.


Zum Thema BREXIT konnte zwischen Großbritannien und den Partner der EU noch keine Einigung erzielt werden. Potentiell wäre ein Durchbruch in den Verhandlungen jedoch jederzeit möglich, wenngleich EU Chefverhandler Barnier mitteilte, dass die Positionen noch immer sehr weit voneinander entfernt sind.

Fazit Anleihen

Trotz der ansteigenden Renditen in der letzten Woche sehen wir die langfristige Trendwende an den
Anleihenmärkten noch nicht, dazu müssten sich die Fundamentaldaten in Europa verbessern. Kurzfristige Renditeanstiege aufgrund positiver Nachrichten sind aber jederzeit möglich.

WÄHRUNGEN

Die positiven Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China nutzte vor allem auch der europäischen Wirtschaft und dem Euro, weswegen dieser gegen die meisten G10 Währungen zulegen konnte.


Am stärksten verlor letzte Woche der japanische Yen, der insgesamt gegenüber dem Euro um 1,81% nachgab.


Das britische Pfund (2,15%) und der kanadischen Dollar (0,27%) waren die einzigen Währungen der G10 Länder, die in der letzten Woche gegenüber dem Euro zulegen konnten. Der starke Anstieg des Pfunds ist vor allem vor dem Optimismus eines positiven Ausgangs bei den BREXIT Verhandlungen zu sehen.

Fazit Währungen

Die Eurostärke der letzten Woche ist im Zusammenhang mit den positiven Entwicklungen im Handelskonflikt zu sehen. Ein schwindender Optimismus der Marktteilnehmer bezüglich der Verhandlungen könnte den Anstieg jedoch wieder rasch auflösen.



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