Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 25. Oktober 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 25. Oktober 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 20% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober auch der Japansiche Yen auf dieses Niveau angehoben.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, einen Teil der schönen Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen (geringeren) Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, die sehr günstig bewertet sind. Wir mischen Rohstoffaktien im Ausmaß von etwa 8% des Aktienvermögens bei. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den USA befinden wir uns mitten in der Berichtssaison der Zahlen für das 3. Quartal. Per 24. Oktober 2019 haben bereits 169 Unternehmen des Standard & Poor´s 500 Index diese vorgelegt. Diese Unternehmen repräsentieren etwa 37% der Marktkapitalisierung des besagten Index. 82% der Unternehmen konnten die durchschnittliche Konsensschätzung der Analysten übertreffen. Dieser Effekt ist jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass bereits im Vorfeld die Schätzungen für die einzelnen Unternehmen, aufgrund des schwierigeren Umfelds, nach unten angepasst wurden. Trotz der höher als erwarteten Gewinnentwicklung muss weiters berücksichtigt werden, dass kaum ein Gewinnwachstum, im Vergleich zum Vorjahresquartal, vorliegt (+0,2% im Vergleich zum 3. Quartal 2019). Interessant ist die Entwicklung, dass Unternehmen aus dem verarbeitenden und produzierenden Gewerbe sowie jene, die global tätig sind oder Unternehmen, deren Geschäftsmodell sehr zyklisch ist, im Durchschnitt mit Gewinnrückgängen zu kämpfen haben. Eine positive Entwicklung weisen Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, die auf den privaten Konsum ausgerichtet sind, am Heimatmarkt (USA) tätige Unternehmen und jene mit defensiven Geschäftsmodellen auf.


In Europa haben 76 Unternehmen des STOXX 600 Index die Quartalszahlen vorgelegt, welche etwa 18% der Marktkapitalisierung des Index repräsentieren. Von diesen Unternehmen konnten 54% einen Gewinn aufweisen, der höher ist als die durchschnittliche Schätzung der Analysten. Dieser Prozentsatz liegt im langfristigen Durchschnitt. Der durchschnittliche Gewinnrückgang dieser Unternehmen, im Vergleich zum Vorjahresquartal, liegt bei -4,9%. In Europa muss jedoch berücksichtigt werden, dass nicht alle Unternehmen verpflichtet sind Quartalszahlen vorzulegen.


Die Abschieds-Sitzung des scheidenden EZB-Präsidenten führte zu keinen größeren Bewegungen auf den Aktienmärkten. Im Grunde wurden die bisherigen Maßnahmen und Einschätzungen bestätigt. Dennoch sollten die Ausführungen aus der Pressekonferenz nicht außer Acht gelassen werden. Mario Draghi führte aus, dass sich der bis vor einiger Zeit recht stabile Dienstleistungssektor zuletzt dem Abwärtstrend des exportorientierten verarbeitenden Gewerbes angeschlossen habe. Er verwies insbesondere auf den Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, der sich nicht mehr seitwärts bewegt, sondern in den letzten Monaten deutlich gefallen ist.


In Bezug auf Zentralbanken, sind die Augen schon nach vorne, auf die anstehende Sitzung der amerikanischen Notenbank in der kommenden Woche, gerichtet. In den USA wird von den Marktteilnehmen mit einer weiteren Reduktion der Zinsen um 0,25% gerechnet. Spannend bleibt einerseits ob der Offenmarktausschuss diese Erwartungen erfüllen wird und andererseits die Kommunikation der Einschätzungen und Erklärungen in der folgenden Pressekonferenz.


Die Aktienmärkte reagierten auf die ersten Anzeichen einer Einigung über den BREXIT leicht positiv, das große Kursfeuerwerk blieb jedoch aus. Zu viele Unsicherheiten bestehen noch bezüglich einer finalen Lösung.

Fazit Aktien

In Europa konnten die breiten Aktienindizes bereits die Höchststände aus diesem Jahr übertreffen. Dennoch befinden sich diese weiterhin innerhalb einer größeren Bandbreite, in der diese seitwärts tendieren. In den USA liegt der Standard & Poor´s 500 Index noch unter den Jahreshöchstständen. Aufgrund der weiterhin großen Unsicherheiten sowohl in Bezug auf die politische als auch wirtschaftlichen Entwicklungen und der geringen Visibilität bleibt die neutrale Gewichtung bei Aktien weiterhin aufrecht.

ANLEIHEN

Das Hauptthema der vergangenen Woche war, wie schon sehr oft in der jüngeren Vergangenheit, der BREXIT. Da nun tatsächlich eine Einigung in greifbare Nähe gerückt ist, konnten die Anleihenmärkte ihren Optimismus weitgehend beibehalten. Seit 8. Oktober stieg die 10-jährige Bundrendite von -0,60% auf ca. -0,35% an, ein großer Teil dieses Anstiegs dürfte auf die Erwartung eines positiven Verhandlungsergebnisses zurückzuführen sein. Aktuell handelt der Markt nur knapp darunter, bei -0,40%.


Dieser leichte Renditerückgang dürfte auch der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum, welche durchwegs enttäuschten, geschuldet sein. Der Gesamtindikator lag bei 50,2 - was kurz zusammengefasst - ein Nullwachstum andeutet. Getrieben ist dies nach wie vor vom produzierenden Gewerbe (unverändert bei 45,7). Der Servicesektor konnte leicht von 51,6 auf 51,8 zulegen. Dies deutet auf unverändert schwache Wachstumszahlen für das 4. Quartal hin.


Keine Neuerungen gab es von Seiten der EZB, alle geldpolitischen Entscheidungen des Septembers wurden bestätigt. Mario Draghi gab am Donnerstag seine Abschiedspressekonferenz. Durch die Übergabe an Christine Lagarde wird keine Richtungsänderung in der Zentralbankpolitik erwartet.

Fazit Anleihen

Trotz der ansteigenden Renditen in den vergangenen zweieinhalb Wochen sehen wir die langfristige Trendwende an den Anleihemärkten noch nicht. Hier sprechen die sehr schwachen europäischen Fundamentaldaten und die EZB- Politik dagegen. Andererseits scheinen die Märkte nach unten hin auch ausgereizt, die Rekordtiefstände bei den Renditen von August dürften auf absehbare Zeit nicht wieder erreicht werden. An unser stark verkürzten Laufzeitenpositionierung halten wir weiterhin fest.

WÄHRUNGEN

Das britische Pfund wurde als Reaktion auf die voraussichtliche neuerliche Verzögerung des BREXIT nur leicht schwächer. GBP konnte sich seit August von 0,93 auf 0,86 befestigen, die Gegenreaktion fiel diese Woche mit einem Anstieg auf 0,865 verhalten aus. Der EUR tendierte gegenüber dem USD leicht schwächer (1,111 vs. 1,116). Leicht aufwerten konnte der EUR im Wochenverlauf gegenüber den meisten anderen relevanten Währungen (CAD, NOK, AUD).

Fazit Währungen

Die Entwicklung des Euro wird weiterhin hauptsächlich vom Handelskonflikt bestimmt sein. Eine nachhaltige Dollarstärke erscheint aufgrund des herrschenden Newsflows aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, außer wenn die FED nächste Woche glaubhaft vermitteln kann, dass die (voraussichtliche) Zinssenkung die letzte für eine längere Zeit gewesen sein wird.



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