Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 08. November 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 08. November 2019)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 20% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober auch der Japansiche Yen auf dieses Niveau angehoben.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, einen Teil der schönen Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen (geringeren) Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, die sehr günstig bewertet sind. Wir mischen Rohstoffaktien im Ausmaß von etwa 8% des Aktienvermögens bei. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Obwohl seit einiger Zeit vor Rezession gewarnt wird, erreicht der S&P 500 im Wochentakt neue Allzeithochs. Auch der DAX näherte sich zuletzt seinem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2017 an. Seit der Finanzkrise blieben die europäischen Indizes deutlich hinter den USA zurück und auch dieses Jahr sah es nach einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus. Im Oktober setzte dann jedoch eine Rallye ein und Europa schickte sich an das Gap zu schließen.

  • Zwar kam es immer wieder zu kleineren Korrekturen, die mit regelmäßig aufkeimenden Konjunkturbedenken einher gingen. Schlussendlich behielten die Notenbanken mit Ihren unbegrenzten Mitteln und quantitativen Maßnahmen die Oberhand. Auch von Seite der Handelsgespräche zwischen den USA und China kamen versöhnlichere Töne was den Märkten zusätzlich Auftrieb verlieh.

  • Ganz aktuell wurde Presseberichten zu Folge eine erste Einigung im Handelsstreit erzielt. Der sogenannte "Phase-1-Deal" beinhaltet demzufolge auch eine schrittweise Reduktion der gegenseitigen Handelszölle. Marktseitig fielen die ersten Reaktionen nicht sonderlich euphorisch aus. Hongkong und China zeigten eine schwächere Performance und auch in Europa zeigte sich keine Jubelstimmung. Nähere Recherchen zum Thema zeigten, dass diese Nachricht wohl falsch war.

  • Im S&P 500 ist die Berichtssaison beinahe abgeschlossen und die Schwergewichte haben ihre Zahlen präsentiert. In Summe konnten die - zuvor aber bereits reduzierten - Analysten-Erwartungen übertroffen werden. Etwas schwächer fiel das Wachstum selbst aus. Zwar stiegen die Umsätze der US-Unternehmen an, die Gewinne waren im dritten Quartal leicht rückläufig. Am schwächsten schnitt der Rohstoff- und Industriesektor ab.

  • Die Sentiment Daten zeichnen derzeit ein sehr optimistisches Bild, was mittelfristig auf ein erhöhtes Risiko hindeutet, da sie antizyklisch interpretiert werden müssen. Auf Basis historischer Daten ist der Ausblick besser. So hat der S&P 500 in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 auf US-Dollar Basis mehr als 23% zugelegt. Schaut man sich ähnlich starke Jahre in der Vergangenheit an, so war die Wertentwicklung des folgenden Jahresausklangs ebenfalls sehr positiv bzw. in nur drei Fällen seit 1928 minimal negativ. Natürlich, vergangene Daten geben keinen Aufschluss über die künftige Entwicklung. Aber wer die Gegenwart verstehen will muss die Vergangenheit zumindest kennen.

Fazit Aktien

Es gibt sowohl stützende als auch belastende Argumente für Aktien, mit einem Überhang auf der positiven Seite. Daher bleibt unsere aktuell neutrale Gewichtung im oberen Bereich der Bandbreite unverändert bestehen. Darin kommt auch unsere langfristig positive Grundhaltung gegenüber Aktien zum Aus-druck, erst bei einer Untergewichtung würde sich das ändern.

ANLEIHEN

  • Eine Reihe positiver Entwicklungen versetzt die Finanzmärkte in dieser Woche in Partylaune. Zum einen verlaufen die Gespräche zwischen den USA und China sehr konstruktiv. Eine gemeinsame Vereinbarung zur Aufhebung von Handelszöllen könnte die Initialzündung für eine Entspannung im Handelsstreit sein. Hinzu schwinden die Sorgen der Anleger, dass Großbritannien die Europäische Union ohne ein Abkommen verlassen wird. Garniert wird die euphorische Stimmung von besser als erwarteten Konjunkturindikatoren aus der Eurozone.

  • Die euphorische Marktstimmung treibt die Renditen weg von ihren Allzeittiefs. 5-jährige deutsche Bundesanleihen etwa rentieren so hoch wie seit Mai nicht mehr. Auch die Kreditrisikoaufschläge vieler Unternehmensanleihen engten sich im Zuge der Risk-on Stimmung ein.

  • Der gestiegene Konjunkturoptimismus ist auch an den Inflationsmärkten abzulesen. Die marktbasierten Inflationserwartungen haben sich von ihren Tiefstständen im Oktober deutlich erholt und drängen an das obere Ende ihrer seit Monaten anhalten Seitwärtsspanne.

Fazit Anleihen

Trotz der deutlich gestiegenen Renditen in den letzten Wochen ist es zu früh von einer langfristigen Trendwende zu sprechen. Andererseits scheinen die Märkte nach unten hin auch ausgereizt, die Rekordtiefstände bei den Renditen von August dürften auf absehbare Zeit nicht wieder erreicht werden. Die vorsichtige Laufzeitenpositionierung begrenzt die Verluste aus den gestiegenen Renditen und macht sich im aktuellen Umfeld bezahlt. Auch die etwas gestiegenen Inflationserwartungen helfen unserem prominent vertretenen Segment der Inflationsanleihen.

WÄHRUNGEN

  • An den Devisenmärkten ist von der allgemein euphorischen Marktstimmung wenig zu spüren. Von den bekannten Fluchtwährungen musste nur der japanische Yen leichte Verluste hinnehmen.

  • Wochengewinner sind die norwegische und die schwedische Krone. Der Grund hierfür ist der überraschend starke norwegische Einkaufsmanagerindex. Im Gegensatz zur EZB agieren die nordischen Zentralbanken wesentlich restriktiver. Die Norges Bank hat den Leitzins im September auf 1,50% erhöht und auch die schwedische Riksbank signalisiert eine weitere Zinserhöhung für den Dezember.

  • Nach einer Schwächephase Ende Oktober, konnte der USD in den letzten Handelstagen im Zuge der positiven Nachrichten aus den Handelsgesprächen wieder deutlich zulegen.

Fazit Währungen

Ob der US-Dollar bald wieder die Marke von 1,10 unterschreiten kann bleibt abzuwarten. Eine nachhaltige Entspannung im Handelskonflikt, könnte paradoxerweise sogar einer weiteren Dollaraufwertung im Wege stehen, da der Rückenwind als Fluchtwährung nachlässt. Auf der anderen Seite sind weitere Zins-senkungen der US-Fed bis auf einen Zinsschritt 2020 wieder ausgepreist. Dies könnte den Dollar beflügeln.



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