Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 15. November 2019

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 15. November 2019)

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Schoellerbank Markteinschätzung102 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 20% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober auch der Japansiche Yen auf dieses Niveau angehoben.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, einen Teil der schönen Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen (geringeren) Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, die sehr günstig bewertet sind. Wir mischen Rohstoffaktien im Ausmaß von etwa 8% des Aktienvermögens bei. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • In der vergangenen Woche konnten viele der wichtigen Aktienindizes neue Höchststände erreichen. Diese schon fast ausgefallene Stimmung an den Märkten ist auf verschiedene positive Nachrichten zurückzuführen. Einerseits zeigt sich weiterhin eine Aufhellung der Stimmung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, was durchwegs gut aufgenommen wurde. Andererseits zeigt der Ukraine Skandal rund um Donald Trump und der damit ausgelöste Impeachment Prozess kaum Auswirkung auf die Märkte, dies mag auch daran liegen, dass niemand wirklich an ein Absetzung Trumps glaubt, wodurch die Märkte unbeeinflusst bleiben.

  • Darüber hinaus kamen einige BIP Zahlen und andere ökonomische Indikatoren durchaus besser als erwartet. So schlitterte Deutschland nicht wie befürchtet in eine technische Rezession und kann daher weiterhin mit einem mageren 0,1% Wachstum in Quartalsvergleich den Kopf über dem Wasser halten. Darüber hinaus zeigte der ZEW Index, dass die Aussichten wesentlich besser eingeschätzt werden als die derzeitige Lage in Deutschland und auch besser als erwartet wurde. Auch in Japan zeigt sich die makroökonomische Welt positiver, denn das BIP als auch der Außenhandel sehen zunehmend besser aus. All diese positiven Zahlen deuten auf eine weitere Verbesserung der Stimmung hin und führten dazu, dass die Kurse an den Aktienmärkten teilweise in sehr hohe Sphären geschoben wurden.

  • Ein weiterer Grund für die positive Lage an den Aktienmärkten liegt an der erfreulich verlaufenen Berichtssaison in der die Unternehmensgewinne sowohl in Europa als auch in Übersee quer über fast alle Sektoren wesentlich öfter positiv überrascht haben. Die sich eintrübende Stimmung, die sich in den schwachen Erwartungszahlen ausdrückte, wurde hier klar eines Besseren belehrt.

  • Nichtsdestotrotz zeigt sich doch eindeutig, dass die überschwängliche Stimmung derzeit auf wackeligen Beinen steht, da die Anzeichen für eine sich weiter eintrübende Lage bei weitem nicht verschwunden sind. So lässt eine nachhaltige Einigung im Handelsstreit weiterhin auf sich warten, und wenn man einigen Experten glauben schenkt mag es in Punkten wie geistigen Eigentumsrechten nie zu einer Lösung kommen, was die Beziehungen zwischen den USA und China vermutlich auf Dauer angespannt halten wird. Darüber hinaus sollte man sich nicht von einigen positiven Daten zu schnell täuschen lassen, denn beispielsweise die wirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland und in Europa allgemein steht weiterhin auf relativ unsicheren Beinen. Betrachtet man hier auf der anderen Seite die extrem positive Stimmung der vergangenen Wochen fällt es nicht schwer Übertreibungstendenzen am Markt zu sehen und vorsichtig zu bleiben.

Fazit Aktien

Es gibt sowohl stützende als auch belastende Argumente für Aktien. Daher bleibt unsere aktuelle neutrale Gewichtung bestehen. Unsere langfristig positive Grundhaltung gegenüber Aktien bleibt unverändert, allerdings sehen wir derzeit Risiken, die eine Übergewichtung von Aktien im Portfolio nicht rechtfertigen können.

ANLEIHEN

  • Die vergangene Handelswoche an den Zinsmärkten war von einer kleinen Gegenreaktion zu den jüngsten Renditeanstiegen gekennzeichnet. Bis Ende letzter Woche dominierten die Entspannung im Handelskonflikt, das Re-Pricing der Zinserwartungen (mittlerweile sind weder in den USA, noch in der Eurozone für 2020 weitere Zinssenkungen eingepreist) und, in Hinblick auf das nahende Jahresende, erste Gewinnmitnahmen nach dem Rekord-Anleihejahr, das Geschehen. Diese Woche bremste sich die Euphorie ob einer bevorstehenden Einigung zwischen den USA und China etwas ab, die Verhandlungen dürften sich wohl noch in die Länge ziehen. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentieren aktuell, nach einem Höchststand letzte Woche von minus 0,23%, bei minus 0,33%. 10-jährige US-Treasuries bei 1,84% (nach 1,94% vergangene Woche).

  • Positiv überraschen konnte die Veröffentlichung des deutschen BIP für das dritte Quartal. Dieses konnte, entgegen den Markterwartungen, um 0,1% gegenüber dem Vorquartal zulegen (nach einem leicht rückläufigen Wert von -0,2% im Vorquartal). Damit hat die deutsche Wirtschaft eine sogenannte technische Rezession vermieden. Der Wert für das erste Quartal 2019 wurde von +0,4% gegenüber Vorquartal auf +0,5% nach oben korrigiert. Die Auswirkung auf die Renditen blieb trotz der überraschenden Zahlen gänzlich aus.

  • Bei einer weiteren wichtigen Frage für die europäische Wirtschaft, der mit Spannung erwarteten Entscheidung über die Autozölle für Importe in die USA, gibt es zur Stunde noch keine Nachrichten. Nach den jüngsten Kommentaren dazu, u.a. von Jean Claude Juncker, dürfte die Erwartung keiner Zölle in den Kursen enthalten sein. Sollte es anders kommen könnte dies somit negative Auswirkungen an den Märkten haben.

Fazit Anleihen

Trotz der deutlich gestiegenen Renditen in den letzten Wochen ist es zu früh von einer langfristigen Trendwende zu sprechen. Die kleine Gegenreaktion der vergangenen Woche verdeutlicht, dass die Zinsmärkte sehr sensibel auf neue Entwicklungen reagieren. Andererseits scheinen die Märkte nach unten hin auch ausgereizt, die Rekordtiefstände bei den Renditen von August dürften auf absehbare Zeit nicht wieder erreicht werden. Die vorsichtige Laufzeitenpositionierung begrenzt die Verluste aus den gestiegenen Renditen und macht sich im aktuellen Umfeld bezahlt. Auch die etwas gestiegenen Inflationserwartungen helfen unserem prominent vertretenen Segment der Inflationsanleihen.

WÄHRUNGEN

  • An den Devisenmärkten hatte die Zurückhaltung der Anleger als Reaktion auf die vorsichtige Art, mit der sich US-Präsident Donald Trump zum Stand der Handelsverhandlungen mit Peking äußerte, unmittelbare Auswirkungen auf die beiden Safe-Haven-Währungen. USD-JPY rutschte unter 109 zurück (119,50 gegenüber dem EUR) und der CHF gewann gegenüber USD und EUR (aktuell 1,089) an Boden.

  • Beim Schweizer Franken herrscht jedoch Skepsis ob dieser seine Aufwertung fortsetzen wird. Die Währung leidet auch unter der EUR-USD-Schwäche und der EUR könnte sich, wenn sich das Risikobild in Europa einschließlich Brexit, verbessert gegenüber CHF erholen. Zudem hat sich die SNB in jüngster Zeit bezüglich des Devisenmarktes recht entspannt gezeigt, wie die Höhe der Sichteinlagen bei der Bank, ein indirektes Indiz für eine Offenmarktintervention, zeigt. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die Schweizer Behörden den derzeitigen Kurs ändern werden, da der Leitzins bereits unter dem Einlagesatz der EZB liegt (-0,75% gegenüber -0,50%).

  • Gegenüber dem EUR kräftig zulegen konnte auch der Neuseeland Dollar, wogegen AUD kräftig abwertete. Ebenfalls leichte Rückgänge gab es bei der Norwegischen Krone, wogegen SEK leicht zulegen konnte der positiven Nachrichten aus den Handelsgesprächen wieder deutlich zulegen.

Fazit Währungen

Ob der US-Dollar bald wieder nachhaltig die Marke von 1,10 unterschreiten kann bleibt abzuwarten, diese Woche wurde diese Marke nur sehr kurz unterschritten. Eine nachhaltige Entspannung im Handelskonflikt, könnte paradoxerweise sogar einer weiteren Dollaraufwertung im Wege stehen, da der Rückenwind als Fluchtwährung nachlässt. Auf der anderen Seite sind weitere Zinssenkungen der US-Fed bis auf einen Zinsschritt 2020 wieder ausgepreist. Dies könnte den Dollar beflügeln.



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