Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 24. Jänner 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 27.01.2020)

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Schoellerbank Markteinschätzung102 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben. Noch etwas prominenter vertreten ist der Kanadische Dollar mit gut 14%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September 2019 auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, um einen Teil der Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Im Jänner 2020 haben wir die Gewinne der vorangegangenen 3 Monate mitgenommen und die Quote im Rahmen eines Rebalancing erneut auf „Neutral“ zurückgefahren. Die regionale Allokation wurde nicht verändert. Wir setzen weiterhin auf eine deutliche Übergewichtung der asiatischen Märkte während wir US-Aktien weniger stark gewichten als in der Benchmark.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Die Aktienmärkte setzen den Aufwärtstrend im neuen Jahr fort und schütteln die negativen Nachrichten komplett ab.

  • Der Kursanstieg an den Börsen wurde im Jahr 2019 nahezu ausschließlich von der Ausweitung der Bewertung getragen und der Trend scheint sich auch noch fortzusetzen. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen trug kaum zum Kursfeuerwerk bei. Die Berichtssaison für das Jahr 2019 ist noch nicht abgeschlossen, aber voraussichtlich sind die US-Unternehmensgewinne, anhand des MSCI USA, im Jahr 2019 nur um ca. +1% gewachsen.

  • Das Sentiment hat sich unter den Investoren in den letzten Monaten deutlich verbessert. Es kann noch nicht von einer übertrieben euphorischen Stimmung gesprochen werden, allerdings zeigen einige Indikatoren (z.B. Put/Call Handelsvolumen) bereits eine gewisse Selbstzufriedenheit an. Eine extrem positive Stimmung liefert, historisch betrachtet, nicht unbedingt ein Verkaufssignal, es kann jedoch von dieser Seite weniger Unterstützung erwartet werden.

  • Von technischer Seite betrachtet sind die Aktienmärkte, gemäß der Betrachtung des relativen Stärke-Index (RSI) auf wöchentlicher Basis, teilweise überkauft oder nahe diesem Bereich. Die Entwicklung des US-Aktienmarktes zeigt eine Ähnlichkeit zur Entwicklung im Jänner 2018, die in eine Korrektur mündete.

  • Unterstützend wirken für die Aktienmärkte weiterhin die lockere Geldpolitik der Zentralbanken, die relative Bewertung zu Anleihen und die Aktienrückkäufe sowie hohen Dividendenzahlungen. Zudem zeigt das wirtschaftliche Umfeld Stabilisierungstendenzen.

Fazit Aktien

  • In der Investment Komitee Sitzung am 24.01.2020 wurde beschlossen die Aktiengewichtung auf die neutrale Ausrichtung der Portfolios abzusenken. In der Vermögensverwaltung konnte an der Kursrallye der vergangenen etwa 13 Monate deutlich partizipiert werden. Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt zwar Stabilisierungstendenzen und die Zentralbanken unterstützen diese Entwicklung, aller-dings scheinen bereits eine Vielzahl dieser positiven Faktoren in den Kursen eingepreist. Zudem wirken die Wachstumsprognosen für die Unternehmensgewinne im laufenden Kalenderjahr etwas zu optimistisch. Durch die hohe Bewertung scheint hier nur ein geringer Puffer sollte es zu einer negativen Revision dieser Schätzungen kommen. Derzeit wird für den MSCI All Country World Index im Durchschnitt mit einem Gewinnwachstum von etwa +10% im Jahr 2020 gerechnet.

  • Die Rückführung der Aktiengewichtung wird aliquot über alle großen Anlageregionen durchgeführt wodurch sich die Einschätzung in Bezug auf die Über- bzw. Untergewichtungen innerhalb der Aktien nicht verändert. Weiterhin wird den Regionen Europa, Japan und den Schwellenländern der Vorzug gegenüber der Anlageregion Nordamerika gegeben.

ANLEIHEN

  • Der europäische Markt für Staatsanleihen war diese Woche von leicht sinkenden Renditen gekennzeichnet. Ausgehend von aufkommenden Ängsten über eine Ausbreitung des Coronaviruses setzte eine Flucht in die sicheren Häfen ein. Auch leicht sinkende langfristige Inflationserwartungen trugen das Ihre dazu bei. Die 10-jährige deutsche Benchmarkanleihe, zu Wochenbeginn noch um die -0,21% quotiert, rentiert aktuell nur mehr bei -0,29%.

  • Die EZB hat auf ihrer ersten Sitzung im Jahr 2020 die geldpolitischen Parameter wie Leitzinsen, Ankaufvolumen und Forward Guidance erwartungsgemäß unverändert gelassen. In der Pressekonferenz äußerte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde verhalten optimistisch bezüglich des Konjunktur- und Inflationsausblicks. So sehen die Währungshüter Anzeichen für einen moderaten Anstieg der Kerninflation. Zudem verwies Frau Lagarde auf die Verbesserung des Sentiments. Zwar beurteilt der Rat die Risiken weiterhin als abwärts gerichtet, jedoch weniger ausgeprägt als zuvor. Eine wichtige Determinante bleiben die politischen Risiken. Beim Brexit und dem Handelskrieg hat sich zumindest auf kurze Sicht eine Linderung eingestellt. Gleichwohl betonte Lagarde nochmals die Bedeutung der Handelspolitik. Erstmals seit 2003 wird die EZB ihre Strategie und damit auch ihre Kommunikationspolitik überprüfen. Bei der strategischen Überprüfung stehen Fragen der Symmetrie und der Mittelfristigkeit des Inflationsziels sowie der Messung der Inflation im Fokus, ebenso der Instrumenteneinsatz. Finanzstabilität, Beschäftigung und ökologischer Nachhaltigkeit sollen ebenfalls Teil der Überprüfung sein. Frühestens Ende des Jahres ist mit Ergebnissen zu rechnen. Der Effekt auf die Geldpolitik dürfte begrenzt sein, ein Paradigmenwechsel mit größeren Zinswirkungen zeichnet sich derzeit nicht ab.

  • Bei der nächsten Woche auf dem Programm stehenden Sitzung der FED wird ebenso erwartet, dass die US-Leitzinsen (Zielkorridor 1,50%-1,75%) unverändert bleiben. Die US-Wirtschaft entwickelt sich im Wesentlichen so wie von der Zentralbank erwartet: Die Beschäftigung wächst zwar nicht mehr ganz so kräftig wie zuvor, für einen "reifen" Konjunkturzyklus im elften Aufschwungsjahr aber sehr zufriedenstellend. Der Wohnungsbau hat sich belebt, der private Verbrauch ist weiterhin robust. Selbst in der Industrie, bisher das Sorgenkind der Wirtschaft, zeichnet sich zumindest eine gewisse Stimmungsaufhellung ab. Mit der Einigung auf den "Phase-1-Deal" verringern sich zudem die weltwirtschaftlichen Risiken.

Fazit Anleihen

Die Aufwärtsbewegung der Renditen, die wir seit Herbst gesehen haben, dürfte eine Pause einlegen. Viele Marktteilnehmer erwarten bzw. erhoffen ein Renditeniveau von 0% bei 10-jährigen deutschen Bundesanleihen um wieder in den Markt einzusteigen - ein Indiz, dass dies vielleicht nicht eintreten wird. Viel liegt an den langfristigen Inflationserwartungen und den tatsächlichen Inflationsraten, die jüngst etwas angestiegen sind. Wir erwarten, dass die Bäume aber auch hier nicht in den Himmel wachsen werden und sich die Renditen weiter in einer relativ engen Bandbreite bewegen werden.

WÄHRUNGEN

  • Diese Woche ging es bei EUR-CHF zwischenzeitlich ziemlich rauf und runter. Da liegt der Verdacht nahe, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Markt eingegriffen und gegen die eigene Währung interveniert hat. Eigentlich ist dies keine große Meldung, da sie dieses früher schon häufig getan hat. Bei EUR-CHF-Niveaus unter 1,0750 kann dies deshalb nicht wirklich überraschen. Allerdings hatte das US-Finanzministerium die Schweiz erst letzte Woche auf die Beobachtungsliste gesetzt, quasi die Vorstufe des Vorwurfs einer "unfairen" Währungsmanipulation. Das hatte Zweifel daran gesät, ob die SNB sich noch traut, bei niedrigen EUR-CHF-Notierungen zu intervenieren. Und diese Zweifel öffneten Tür und Tor für spekulativen Druck auf den Kurs.

Fazit Währungen

Die Ängste ob einer Ausbreitung des Coronaviruses führten in den vergangenen Tagen zu einer Flucht in den USD, der sich von 1,1150 auf 1,1030 verfestigen konnte. Der EUR erlitt auch gegenüber dem JPY und dem CHF Verluste. Kurzfristig scheint der weitere Kursverlauf von den Entwicklungen in China bestimmt.



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