Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 10. Jänner 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 10.01.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben. Noch etwas prominenter vertreten ist der Kanadische Dollar mit gut 14%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, einen Teil der schönen Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Wir setzen weiterhin einen (geringeren) Schwerpunkt in den asiatischen Aktienmärkten, die sehr günstig bewertet sind. Wir mischen Rohstoffaktien im Ausmaß von etwa 8% des Aktienvermögens bei. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Allen Crashpropheten zum Trotz, beschloss der Dezember das Jahr 2019 und auch die abgelaufene Dekade mit einer überdurchschnittlichen Performance. Anfang des Jahres beherrschten noch die Themen Rezession, Handelskrieg und Brexit die Nachrichtenspalten. Im Jahresverlauf setzte sich immer mehr die Meinung durch, dass die Themen zwar nicht vom Tisch, die Notenbanken aber den Retter in der Not spielen würden. Und so erklommen die Indizes - allen voran in den USA - munter neue Allzeithochs.
  • In den ersten Tagen des neuen Jahres sorgte eine kriegerische Eskalation in Nahost für eine kurze Panik - die jedoch mittels einiger Tweets beseitigt werden konnte. Branchenseitig setzen Technologiewerte ihren Lauf vorerst fort, wohingegen Energieaktien im noch jungen Jahr erneut die rote Laterne halten müssen.
  • Die Rekordjagd an den Aktienmärkten macht sich mittlerweile natürlich auch bei den Sentimentindikatoren bemerkbar. In unseren Modellen zeigt inzwischen kein Indikator mehr ein antizyklisches Kaufsignal für Aktien an, 49% weisen sogar euphorische Levels auf. Unserer Ansicht nach muss man das Parkett aber nicht voreilig verlassen. Bereits im letzten Jahr hatten wir genug Unsicherheiten und die Indizes kannten nur den Weg nach oben. Daneben entspannte sich der schwelende Handelskonflikt, aber nur so weit, dass die Notenbanken, allen voran die FED, nicht eine restriktivere Geldpolitik einschlagen hätten müssen. Der Brexit - der Ende Jänner tatsächlich vollzogen werden soll - könnte vor allem in Großbritannien für Unterstützung sorgen, da insbesondere die Briten ihren Unternehmen geld- und fiskalpolitisch unter die Arme greifen werden.
  • Nächste Woche startet die US Berichtssaison für das vierte Quartal, die für einige Spannung sorgen könnte. Denn hier müssen Umsätze und Gewinne erst bestätigen, was die Kurse versprochen haben.
  • Konjunkturseitig droht derzeit wenig Gefahr und eine Rezession scheint nicht vor der Türe zu stehen. Das Konsumentenvertrauen ist hoch und die Arbeitslosigkeit geht dies und jenseits des Atlantiks zurück. Auf der anderen Seite sind die Wirtschaftsdaten teilweise schwach, vor allem im verarbeiteten Gewerbe, sodass von dieser Seite wenig für eine restriktivere Geldpolitik spricht, auch vor dem Hintergrund niedriger Inflationsdaten.

Fazit Aktien

Wir bemerken eine Zunahme bei den Sentimentindikatoren in Richtung euphorische Niveaus. Vor dem Hintergrund der Konjunktur und dem Agieren der Notenbanken fühlen wir uns mit einer neutralen Positionierung derzeit noch wohl.

ANLEIHEN

  • Der Start ins neue Jahr ist geglückt. Nachdem der US-Schlag gegen den Iran ein kurzfristiges Risk-Off an den Märkten auslöste, zeigte sich in den Folgetagen die momentane Robustheit. Geopolitische Sorgen schaffen es derzeit kaum eine nachhaltige Flucht- in- Qualität Bewegung auszulösen. Dementsprechend schwach auch die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen. Nach einem kurzen Rücksetzer zu Jahresbeginn nähern sich die 10-jährigen Renditen wieder der Nulllinie und kratzen an einem 7-Monatshoch. Der ungebrochene Optimismus an den Aktienmärkten, der abgeschwächt auch die Anleihenmärkte beflügelt, steht jedoch auf wackeligen Beinen. Die Themen für das Jahr 2020 bleiben sehr herausfordernd: Die USA unter Trump agieren auf geopolitischer Bühne unberechenbar, der bevorstehende Brexit am 31.01 und nicht zuletzt die bange Hoffnung auf eine Fortführung des konjunkturellen Aufschwungs bergen jederzeit das Potential für größere Marktbewegungen. Sehr spannend wird auch die Rolle der Notenbanken im neuen Jahrzehnt sein. EZB-Präsidentin Lagarde hat ab Jänner eine um-fassende Überprüfung der EZB-Strategie angekündigt. Neben zweifellosen Erfolgen im Rahmen der Wirtschaftsbelebung, mehren sich auch Stimmen die eine Neuausrichtung bei Inflationszielen fordern.

Fazit Anleihen

Die Renditetiefststände aus dem vergangenen Sommer dürften auf absehbare Zeit nicht mehr unterboten werden. Dennoch ist der Rentenmarkt weitaus skeptischer als beispielsweise die Aktienmärkte. Eine langfristige Trendwende mit rasch steigenden Renditen ist aufgrund der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung nicht in Sicht. Am realistischsten erscheint uns eine Fortführung der letzten Monate mit leichten Renditeanstiegen Richtung Normalisierung der extremen Levels. An unser defensiven Laufzeitenpositionierung halten wir weiterhin fest.

WÄHRUNGEN

  • Die militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben für einen bewegten Start an den Devisenmärkten gesorgt. Rasch wechselnde Risikostimmungen haben in Summe den sicheren Währungshäfen in die Karten gespielt. Der Schweizer Franken ist auf den höchsten Stand zum EURO seit 2017 gestiegen. Da politische Börsen allerdings kurze Beine haben, sollte bald wieder Normalität vorherrschen. Der Euro kämpft seit geraumer Zeit darum die 200 - Tagesline zum US-Dollar zu durchbrechen. Ende Dezember ist dies bereits gelungen - im Zuge der Volatilität der letzten Tage fiel die Gemeinschaftswährung jedoch wieder zurück .

Fazit Währungen

Nach zwei schwachen Jahren des EURO gegenüber dem US-Dollar könnte das Jahr 2020 freundlicher werden. Die Befürchtungen, dass die EZB ihre expansive Geldpolitik noch einmal aggressiver auslegen wird haben sich verflüchtigt. Auch die befürchtete Rezession in der Eurozone hat sich bisher nicht eingestellt. Demgegenüber steht natürlich immer noch der beträchtliche Zinsvorteil im Dollarraum, der Kapitalströme tendenziell begünstigt.



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