Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 07. Februar 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 21.02.2020)

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Schoellerbank Markteinschätzung122 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben. Noch etwas prominenter vertreten ist der Kanadische Dollar mit gut 14%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September 2019 auf „Neutral“ reduziert. Wir nutzten den richtungslosen Handel, um einen Teil der Gewinne aus 2019 mitzunehmen. Die internationalen Aktienmärkte sind in raueres Fahrwasser geraten, doch mit Qualitätstiteln sehen wir uns dafür gut gerüstet. Im Jänner 2020 haben wir die Gewinne der vorangegangenen 3 Monate mitgenommen und die Quote im Rahmen eines Rebalancing erneut auf „Neutral“ zurückgefahren. Die regionale Allokation wurde nicht verändert. Wir setzen weiterhin auf eine deutliche Übergewichtung der asiatischen Märkte während wir US-Aktien weniger stark gewichten als in der Benchmark.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Das Coronavirus verhagelt den Marktteilnehmern die Stimmung. Nachdem noch letzte Woche Rekordhochs erreicht wurden und eine gewisse Sorglosigkeit bezüglich Bewertung und Sentiment vor-herrschte, führten die ersten Viruserkrankungen in Italien zu einem deutlichen Abverkauf, der sich auch auf den US Markt ausdehnte. Auch aus Südkorea und Japan wurden neue Fälle gemeldet. Die Sorgen nahmen zu, dass neben den potenziellen Ausfällen von Lieferketten in Asien auch Europa stärker betroffen sein könnte. Besonders Technologie und exportorientierte Unternehmen sowie die Energiepreise kamen unter Druck, während Gold und auch Goldminenaktien als sichere Häfen bzw. Profiteure gesucht waren.

  • In ihrem täglichen Update stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Coronavirus unverändert als Epidemie ein, fügte aber hinzu, dass das Potential einer Pandemie bestehe.

  • Das Investmenthaus Goldman Sachs warnte in diesem Zusammenhang, dass das Risiko klar nach unten gerichtet wäre und reduzierte die Annahme für das US-BIP um 0,2% Punkte. Weitere Analysen gehen dennoch nicht von einer anstehenden Rezession aus und rechnen mit baldigen Anschlusskäufen, da die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen und anderen Maßnahmen deutlich gestiegen sei.

  • Bei den US-Vorwahlen hat Bernie Sanders den Vorsprung vor seinen demokratischen Mitbewerbern deutlich ausbauen können. Noch ist es nicht entscheiden, aber eine Konfrontation Trump-Sanders rückt in den Bereich des Möglichen. Sanders vertritt sehr linke und in den Augen vieler Amerikaner sozialistische Positionen. Unter anderem möchte er die Steuern für Unternehmen und reiche Personen erhöhen und mehr Geld in das Sozialnetz investieren. Die Aktienmärkte würden diese Politik wahrscheinlich negativ aufnehmen. Das aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Szenario ist die Wieder-wahl des Amtsinhabers.

Fazit Aktien

Die Risiken für den Aktienmarkt sind in den letzten Tagen deutlich gestiegen. Abgesehen vom politischen Störfeuer bei den US-Vorwahlen, wo sich abermals die populistischen Kandidaten dursetzen, ist es vor allem das Coronavirus, dass die Märkte stark verunsichert. Eine Pandemie könnte die globale Konjunktur in eine Rezession stürzen. Andererseits sind die Notenbanken weiterhin bereit, die Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die WHO sieht auch noch keine Gefahr einer echten Pandemie. Wir haben die Aktienquote im Oktober 2019 und abermals vor etwas weniger als einem Monat reduziert. Wir sehen noch keine Notwendigkeit, das Risiko ein drittes Mal zu verringern.

  • Die Bewertungen am Aktienmarkt, die durch die kleine Korrektur kaum abgebaut werden konnten und auch von der Berichtssaison nur eine minimale Unterstützung bekamen, können weiterhin nicht als billig bezeichnet werden. Auf der positiven Seite lässt sich festhalten, dass derzeit einige Vorauslaufende Indikatoren wieder etwas besser aussehen und zur selben Zeit die Nachrichten um das Coronavirus etwas Entspannung anzeigen. Dennoch könnte sich die Nachrichtenlage um das Virus und insbesondere dessen wirtschaftlichen Auswirkungen sehr rasch eintrüben, wodurch von dieser Seite mit Störungen gerechnet werden muss. Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Lage derzeit bei weitem nicht ideal. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" und einige wenige Daten dürfen nicht überinterpretiert werden. Aus diesem Grund bleiben wir weiterhin neutral um die Risiken auf der einen Seite als auch den bestehenden Chancen auf der anderen Seite gleichermaßen Rechnung zu tragen.

ANLEIHEN

  • Die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen sind wieder auf den tiefsten Stand seit Oktober gefallen. Für eine Entwarnung in Sachen Corona-Epidemie ist es noch zu früh, weshalb die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen noch nicht verflogen sind. In diesem Umfeld werden bonitäts-starke Anleihen als sicherer Hafen gesucht. Wie bereits im letzten Jahr beobachtet, offenbart sich ei-ne Diskrepanz in der Risikowahrnehmung zwischen Aktien- und Anleiheinvestoren. Während die Aktienmärkte laufend neue Höchststände erreichen, zeigen sich Rentenanleger weitaus vorsichtiger. Da sich auch die Risikoaufschläge europäischer Unternehmen im Zuge der steigenden Aktienmärkte ein-engen, zählen Unternehmensanleihen im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls zu den Gewinnern.

  • Lediglich Inflationsgeschütze Anleihen hinken angesichts gesunkener Inflationserwartungen etwas hinterher. Der starke Verfall des Ölpreises im Jänner hat Anleger veranlasst, ihre Inflationserwartungen nach unten anzupassen.

Fazit Anleihen

Der Rentenmarkt zeigt sich wieder einmal weitaus skeptischer als beispielsweise die Aktienmärkte. Eine langfristige Trendwende mit rasch steigenden Renditen ist aufgrund der anhaltend üppigen Liquiditäts-versorgung nicht in Sicht. Auch die Kreditmärkte bleibt gut unterstützt durch reichlich Liquidität. Auch wenn die Einengung der Risikoaufschläge mittlerweile sehr weit fortgeschritten ist, gibt es punktuell Chancen in diesem Segment. An unserer defensiven Laufzeitenpositionierung halten wir weiterhin fest.

WÄHRUNGEN

Auch die Devisenmärkte waren die vergangenen Wochen geprägt von Corona Sorgen. Hochverzinsliche Währungen litten während die "sicheren Häfen" profitieren konnten. Vornehmlich waren dies wie auch in der Vergangenheit der US-Dollar und der Schweizer Franken. Etwas konfuser war die Entwicklung bei einem weiteren sicheren Währungshafen - dem Japanischen Yen. Der Yen konnte in den ersten Wochen nach dem Virusausbruch profitieren. In weiterer Folge haben sehr schwache Konjunkturdaten und die Furcht vor möglicherweise stärkeren volkswirtschaftlichen Auswirkungen in diesem Land der japanischen Währung zuletzt stark zugesetzt. In Zeiten wie diesen zeigt sich, dass der EURO keineswegs eine Flucht-währung ist. Gegenüber dem US-Dollar befindet sich die Gemeinschaftswährung auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017.

Fazit Währungen

Wenn die Sorgen um eine Corona-Epidemie in den nächsten Wochen und Monaten abklingen, dürfte sich der Euro wieder etwas fester präsentieren. Auch könnte sich die wirtschaftliche Lage in den USA im Laufe der nächsten Quartale eintrüben. Eine Reihe von spätzyklischen Entwicklungen deutet eine konjunkturelle Abschwächung an. Unser Währungsexposure bestehend aus den größten und solidesten Währungs-räumen der Welt, zeigt in einer turbulenten Phase wie sie momentan vorherrscht, ihre Stärken. Wir sehen aktuell keinen Handlungsbedarf an einer strategischen Änderung.



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