Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 03. April 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 03.04.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die neutrale Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die neturale Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In der Corona-Krise gibt es einen Anlass zur Hoffnung und die Aktienmärkte feiern am Montag den am Wochenende gemeldeten Rückgang der Fälle in manchen Staaten.
Ob dieser positive Trend anhalten kann, hängt vordergründig von der Disziplin der Bevölkerung der jeweiligen Staaten ab. Der wirtschaftliche Druck zu einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität ist groß, muss aber eng mit den medizinischen Gegebenheiten und Kapazitäten abgestimmt werden.
In New York kam es zu einem Rückgang der Neuinfektionen und auch in schwer getroffenen europäischen Ländern wie Spanien und Italien zeichnet sich eine langsame Verbesserung ab.
Das Investmenthaus Goldman Sachs nennt drei wesentliche Voraussetzungen für eine Bodenbildung an den Aktienmärkten:

  • Abflachen der Ansteckungen in den USA und in Europa.
  • Ausreichend große monetären und fiskalischen Maßnahmen können Liquiditätsengpässe reduzieren.
  • Die Hauptassetklassen sind stark unterbewertet und bieten einen attraktiven Einstiegszeitpunkt.

Energiewerte und der Ölpreis selbst lieferten eine Erholungsrallye, nachdem Hoffnungen aufkeimten, dass es zu einer Reduktion der Ölfördermengen kommen könnte. Zuvor war ein Streit um Fördermengen und Preise zwischen Saudi-Arabien und Russland eskaliert.


Ob wir uns jetzt bereits in einer Bodenbildung befinden ist noch schwer abzuschätzen. Unsere Sentimentindikatoren zeigen teilweise mittel- bis langfristige Kaufniveaus an und auch der extrem starke Rebound von den letzten Tiefständen wird weithin als positive eingeschätzt. Auf der anderen Seite neigen die Börsen in Bärenmärkten oft zu sogenannten "Bärenmarktrallyes", nach denen die Tiefs erneut getestet werden.

Fazit Aktien

Die Aktiengewichtung in der Vermögensverwaltung ist aktuell "Neutral" und wir sehen auch einem möglichen erneuten Rückgang gelassen entgegen, da wir auf besonders stabile Aktien ohne hohen Schuldensaldo setzen.


Die aktuellen Kursniveaus sind - wegen der entschlossenen Maßnahmen von Staaten und Zentralbanken - attraktiv, wir sind uns aber auch weiterer Abwärtsrisiken bewusst. Für eine Übergewichtung ist es uns daher noch zu früh, da der Rückgang von Umsätzen und Gewinnen für die kommende Berichtssaison schwer prognostizierbar ist. Gleiches gilt für den Rückgang des globalen Bruttoinlandproduktes (BIP).
Das zeigt sich z.B. an den stark abweichenden Schätzungen zur BIP Entwicklung für die USA. So liegen die optimistischeren Schätzungen bei einem Minus von -9,5 und -12%, am unteren Ende erwarten Morgan Stanley oder Goldman Sachs gar einen Rückgang von mehr als 30%.Um die neutrale Gewichtung der Aktien wieder herzustellen wird ein Rebalancing der Aktiengewichtung zur Neutralgewichtung durchgeführt. Wir kaufen dabei Titel guter Qualität in Europa und den USA. Diese Aufstockung wird in der kommenden Woche durchgeführt.

ANLEIHEN

  • Nach den extrem turbulenten Wochen im März, haben sich die Finanzmärkte etwas beruhigt. Die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen bewegen sich nach dem extremen Renditeverfall und dem plötzlichen Anstieg um 60 BP nun wieder auf Vor-Corona Niveaus. Von Entspannung kann jedoch noch lange keine Rede sein. Die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen - egal welcher Bonität - befinden sich weiter auf Stresslevels. Die unvermeidbaren wirtschaftlichen Folgen und eine scharfe Rezession geben auch wenig Spielraum für steigende Zinsen. Beruhigend wirkt die EZB, die sich wie schon gewohnt mit aller Kraft gegen die Krise stemmt. Die umfangreiche Ausweitung ihrer Anleihenkaufprogramme sollten den Risikoaufschlägen Stabilität verleihen. Leicht erholt haben sich auch die stark gebeutelten Inflationserwartungen. Mit einer durchschnittlich erwarteten Inflation von 0,65% ist der Markt weiterhin sehr pessimistisch.

Fazit Anleihen

Die leichte Beruhigung an den Rentenmärkten lässt viele Anleger aufatmen. Die dünne Liquidität im Rentenhandel bleibt aber ein Begleiter dieser turbulenten Zeit. Wir nutzen, wenn ökonomisch sinnvoll, die attraktiven Kreditrisikoaufschläge ausgewählter Unternehmensanleihen und stocken dieses Segment auf. Vor allem im Investment-Grade Bereich weisen viele Unternehmen mit sehr solider und krisenfester Kapitalausstattung attraktive Prämien auf - eine Opportunität, die wir nutzen möchten.

WÄHRUNGEN

  • Steigende Infektionszahlen und ein verheerender US-Arbeitsmarktbericht ändern nichts an der Tatsache, dass der US-Dollar als Krisenwährung in der abgelaufenen Handelwoche wieder stark nachgefragt wurde. Auf Jahressicht gesehen sind die Rohstoffwährungen die klaren Verlierer und die Fluchtwährungen US-Dollar, Japanischer Yen und Schweizer Franken die Gewinner. Der Euro hält sich genau dazwischen. Ein Blick auf die Kursbewegungen der letzten Wochen verdeutlicht die Verunsicherung am Devisenmarkt. Die Bandbreite des EURUSD bewegte sich sehr volatil zwischen 1,069 und 1,1450. Ob der US-Dollar seine starke Position verteidigen kann, wenn die USA immer mehr zum Epizentrum von Covid-19 werden, bleibt jedoch fraglich.

Fazit Währungen

Die drei weltweit gefragtesten Krisenwährungen (USD, CHF, JPY) sind zusammen mit der aufstrebenden Leitwährung Renminbi in der Schoellerbank Währungsallokation mit aktuell 57%-Gewichtung sehr prominent vertreten. Die Verlierer der aktuellen Krise sind wie so oft Währungen aus Schwellenländern. Auch Rohstoffwährungen mussten deutlich Federn lassen. Angesichts ihrer fundamental soliden Volkswirtschaften sind wir zuversichtlich, dass sich diese Positionierungen im Jahresverlauf noch bezahlt machen.



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