Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 17. April 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17.04.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die neutrale Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die neturale Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wer hätte das gedacht? Vor einem Monat war die Stimmung unter den Investoren fast so als würde die Welt bald untergehen. Seit Ende März konnten wir auf den Aktienmärkten Kursanstieg von teilweise mehr als 20% von den Tiefstständen feststellen. So rasant wie der der Kurssturz an den Börsen eintrat, so fulminant waren auch die Kursreaktionen auf der positiven Front. Wer in diesem Markt flatternde Nerven bekommen hat und sich zu emotionalem Handeln hinreißen ließ, wird voraussichtlich die falsche Karte gezogen haben. Umso mehr ist es wichtig nochmals auf die ruhige Hand hinzuweisen, mit der in der Vermögensverwaltung agiert wurde. Die Entscheidung der Aktienreduktion im Februar gefolgt von einer Aufstockung Ende März, zu weitaus günstigeren Einstiegskursen.


Doch welche Faktoren stimmen die Investoren derart positiv, denn die wirtschaftlichen Daten haben sich in den letzten Wochen deutlich eingetrübt. Ob man nun auf die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung oder Industrieproduktion in den USA blickt aber auch die Einkaufsmanagerindizes in Europa oder den USA, alle Daten liefern ein wenig erfreuliches Bild. Der Blick in den asiatischen Raum gibt vielen Investoren jedoch Hoffnung, dass die Entwicklung in Europa und den USA bald jener in China folgen wird können. Die chinesischen Daten für den März zeigen eine deutliche Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation. Bereits seit einigen Woche ist zu vernehmen, dass viele chinesische Unternehmen bereits die Produktion wieder aufgenommen haben und trotzdem kein signifikanter Anstieg der infizierten Personen festzustellen war. Die Daten für die Industrieproduktion bestätigen nun diesen Trend. Diese fiel im März lediglich um 1,1% gegenüber dem Vorjahr, eine deutliche Stabilisierung gegenüber der Entwicklung im Zeitraum von Jänner bis Februar (-13,5% im Vergleich zum Vorjahr). Die Analysten hatten für den März im Durchschnitt einen Rückgang von 6,2% prognostiziert. Die Einzelhandelsumsätze waren in China im März noch deutlich rückläufig (-15,8% im Vergleich zum Vorjahr), dennoch konnte auch hier eine Stabilisierung gegenüber den Monaten Jänner bis Februar festgestellt werden (-20,5% im Jahresvergleich). Die Monate Jänner und Februar werden aufgrund des chinesischen Neujahrsfest immer aggregiert ausgewiesen.


Nachdem sich auch die Infektionszahlen in Europa zu stabilisieren scheinen, wird bereits laut über die ersten Lockerungsmaßnahmen nachgedacht bzw. im Fall von Österreich bereits umgesetzt. Viele Investoren sehen aus diesem Grund bereits das Licht am Ende des Tunnels und haben sich bereits im Vorfeld positioniert, wodurch die Aktienkurse deutlich zulegen konnten.

Fazit Aktien

Die neutrale Aktiengewichtung scheint im derzeitigen Umfeld dennoch weiter gerechtfertigt. Die Situation auf den Aktienmärkten dürfte in den kommenden Wochen und Monate wohl weiterhin sehr volatil bleiben. Denn Risikofaktoren für Kursrückschläge bestehen weiterhin. Zu diesen Risiken zählen unter anderem die Gefahr einer zweiten Welle von Infektionen nach der Lockerung der Maßnahmen durch einzelne Staaten. Zudem wurde in den USA viel später auf das Virus reagiert, wodurch ein Vergleich mit der Erholung in China möglicherweise nicht aussagekräftig ist. Des Weiteren bleibt abzuwarten, auch wenn keine zweite Welle einsetzt, wie schnell sich die Wirtschaft tatsächlich erholen kann oder wie viele Unternehmen Insolvenz anmelden müssen.

ANLEIHEN

  • Die Volatilität an den Staatsanleihenmärkten hat sich seit Ende März deutlich reduziert, die 10-jährige deutsche Benchmarkanleihe handelte im April zwischen -0,30% und -0,50%. Einerseits gibt es nach wie vor Nachfrage von Investoren die einen sicheren Hafen suchen, andererseits belastet die enorme erwartete Neuverschuldung der Eurozone die Anleihekurse und sorgt für Aufwärtsdruck bei den Renditen. Insbesondere davon betroffen ist das kürzere Ende der Kurve, wo preisliche Zugeständnisse an die Investoren (u.a. in sehr großem Ausmaß Banken) gemacht werden müssen. Bemerkenswert ist die Entwicklung des 3 Monats Euribors. Dieser stieg seit Mitte März von -0,49% auf -0,22% an, und dies ohne einen Zinsschritt der EZB. Dahinter steht die erhöhte Nachfrage von Banken nach unbesicherten Geldern, die aktuell schwer zu befriedigen ist. Dies wiederum nährt nun wieder verstärkt Spekulationen ob einer Zinssenkung der EZB, die dieser Entwicklung wohl nicht zusehen wird.

  • EUR Unternehmensanleihen konnten sich in den vergangenen zwei Wochen positiv entwickeln. Seit unserer Entscheidung die Assetklasse aufzustocken sanken die Risikoaufschläge bei den Anleihen von 180 BP auf 140 BP bzw. bei den Derivaten (Itraxx) von 113 BP auf 82 BP. Dies ist umso bemerkenswerter, als im gleichen Zeitraum ein Rekordvolumen an Neuemissionen zu verdauen war. Großer Bedeutung kommt hierbei, wie erwartet, dem CSPP der EZB zu.

Fazit Anleihen

Derzeit ist es zu früh die wahren Auswirkungen des Corona-Virus auf die Wirtschaft einzuschätzen, es herrschen noch viel zu viele Unsicherheiten ob der Dauer der Krise und des Zeitpunkts der Erholung. Weitere Unsicherheit besteht durch eine potentielle zweite Welle der Pandemie, die die derzeitig eingepreisten Szenarien über den Haufen werfen könnten. Langsam trudeln die ersten Wirtschaftsdaten ein, die das Ausmaß der Krise erahnen lassen, diese sind jedoch natürlich auch nur eine Betrachtung der Vergangenheit. In der Vermögensverwaltung sind wir im Anleihebereich defensiv aufgestellt. Bei den Staatsanleihen sind wir deutlich kürzer als die Benchmark. Mit unserer Positionierung im Bereich der Unternehmensanleihen fühlen wir uns momentan gut aufgestellt. Derzeit ist keine Änderung der Asset Allocation angedacht.

WÄHRUNGEN

  • Der Lösungsansatz der Eurogruppe zur Unterstützung der Staatsfinanzen, insbesondere Italiens, vom Karfreitag konnte die Märkte nicht überzeugen. Der EUR büßte gegenüber dem USD ca. 1% seines Wertes ein. Weniger als zu erwarten gewesen wäre konnte der Schweizer Franken von der Euroschwäche profitieren, was wohl an der Intervention der Schweizer Nationalbank liegt. Im Wochenvergleich konnte die norwegische Krone gegenüber dem EUR am besten performen.

Fazit Währungen

Obwohl die USA stark von der Pandemie betroffen sind macht der USD aktuell seinem Status als "Sicherer Hafen" Währung alle Ehre. Wir bleiben weiter breit diversifiziert und setzen auf ein buntes Spektrum an Sicherheitswährungen und rohstoffabhängigen Währungen, sowie auf eine regionale Diversifizierung ohne Konzentrationsrisiken.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 20.04.2020

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