Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 15. Mai 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 15.05.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die neutrale Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die neturale Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Nach der rasanten Erholungsrallye ab Mitte März scheinen die Marktteilnehmer im Mai auf neue Nachrichten zu Corona-Krise und Konjunkturentwicklung zu warten. Die Aktienmärkte tendieren nur noch leicht und unter erhöhter Volatilität nach oben.
In der Zwischenzeit fahren viele Länder ihre Wirtschaft langsam wieder hoch. Die Entwicklung in den kommenden Monaten wird der zentrale Impulsgeber, den es zu beobachten gilt. Denn Rezession und rekordhohe Arbeitslosigkeit in Folge der Corona-Krise wurden von Anfang an erwartet. Im Gegensatz dazu ist die Entwicklung nach der Wiedereröffnung völlig unbekannt.


  • Die erste große Frage ist, wie stark die Fälle mit beginnender Reisetätigkeit ansteigen, welche Branchen betroffen sind und ob in Folge ein erneuter Lockdown droht. Viele Unternehmen wurden in der ersten Welle bereits stark in Mitleidenschaft gezogen und könnten in einer zweiten Welle existenzielle Probleme bekommen.
  • Die zweite Unbekannte abseits der Gesundheit ist, ob und wie stark sich das Verhalten von Verbrauchern und Unternehmen verändert hat und ob eine Rückkehr zu Prä-Corona Umsätzen überhaupt möglich ist. Für mache Branchen erscheint das zumindest kurzfristig mehr als fraglich.

Ganz aktuell sagte der FED-Vorsitzende Jerome Powell in einem Interview, dass die Erholung der US Wirtschaft noch bis Ende 2021 dauern könnte und insbesondere von einem Impfstoff abhängig wäre. Zuvor beschrieb Powell die anstehende Rezession bereits als schwerer als jede vorangegangene seit dem zweiten Weltkrieg und forderte die Regierung auf mehr zu tun. Hätten diese Aussagen vor wenigen Jahren vermutlich noch für einen ordentlichen Rückgang an den Aktienmärkten gesorgt, reichen sie derzeit offenbar nur für eine müdes Lächeln. Er führte in seinem Interview nämlich weiter aus, dass die FED noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten wäre und dass es eigentlich kein Limit für die Programme gebe, Zitat: "We print it digitally". Nachdem man mittlerweile begonnen hat Anleihen-ETFs zu kaufen stützt die Phantasie von Aktienengagements durch die FED zusätzlich.
Abseits der Corona-Krise flammt auch der Handelskonflikt zwischen China und den USA wieder auf. Zum einen gab es Kommentare der US Regierung, dass China die Ausbreitung des Virus durch chinesische Reisende unterstützt hätte. Zum anderen wurden Beschränkungen gegen den Telekom-Anbieter Huawei weiter verschärft. Auch gab es neue US-Regeln für Mikrochipexporte was China zu Drohungen gegen Apple, Cisco und andere US-Unternehmen veranlasste.

Fazit Aktien

Angesichts der dramatischen Wirtschaftslage (Rekord-Arbeitslosigkeit, tiefe Rezession) und der unveränderten sehr hohen Unsicherheit könnte es bei entsprechender Nachrichtenlage schnell zu erneuten Marktrückgängen kommen. Auf der anderen Seite waren in den letzten Jahren anhaltende Unsicherheit gepaart mit hoher Zentralbankliquidität ein Nährboden für Aktienavancen. Nach Abwägung der Perspektiven behalten wir unsere neutrale Aktiengewichtung bis auf weiteres bei und konzentrieren uns auf solide Unternehmen und weniger betroffenen Sektoren wie z.B. Gesundheit und Technologie.

ANLEIHEN

Die ersten beiden Mai-Wochen setzten den positiven April-Trend fort und brachten weitere Entspannung an den Anleihenmärkten. Sowohl Marktrenditen als auch Risikoaufschläge tendierten im Beobachtungszeitraum seitwärts. Für Zündstoff sorgte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Anleihekaufprogramm der EZB (PSPP). Es könnten Zweifel aufkommen, dass die Flexibilität der EZB bei ihren Hilfsmaßnahmen zukünftig eingeschränkt wird. Zwar sehen die Richter bei den EZB-Anleihenkäufen keinen Verstoß gegen das Verbot der Staatsfinanzierung, sehr wohl aber eine mangelhafte Prüfung der EZB zur Verhältnismäßigkeit ihrer Maßnahmen. Wenn die EZB diese Prüfung nicht binnen drei Monaten nachhole, dürfte die Bundesbank nicht weiter an den Anleihenkäufen mitwirken. Die weitere Entwicklung sollte jedenfalls mit Argusaugen beobachtet werden.
Weiter sehr schwierig gestaltet sich das Marktumfeld für Inflationsanleihen. Düstere Konjunkturaussichten und ein sehr niedriger Ölpreis begrenzen momentan das Aufwärtspotential für die gebeutelten Inflationserwartungen.

Fazit Anleihen

Im Zuge der abnehmenden Risikoaversion hat sich auch die Liquiditätssituation an den Rentenmärkten wieder merklich verbessert. Wir haben diese Situation ausgenutzt und die verbleibenden Anleiheneinzeltitel verkauft und durch unseren Bausteinfondsfonds Schoellerbank Unternehmensanleihen ersetzt. Dieser hat den Vorteil einer wesentlich breiteren Branchen- und Emittentenstreuung und kann flexibler auf Marktveränderungen reagieren.

WÄHRUNGEN

Mittelfristig sollte sich der Euro im Zuge der erwarteten konjunkturellen Erholung als "Schönwetterwährung" gut behaupten, auch weil der Zinsvorteil des USD gegenüber dem Euro stark geschmolzen ist. Der Euro bleibt aber anfällig für hausgemachte Rückschläge wie das politisch brisante Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichtes zum Anleihenkaufprogramm. Gewinner der letzten 2 Handelswochen war ausgerechnet die geprügelte Norwegische Krone. Seit Jahresbeginn ist die Krone weiterhin schwächste Währung aus dem G10-Universum. Angesichts der kollabierenden Ölpreise auch kein Wunder. Mit der Leitzinssenkung um 25 BP Anfang Mai und der bereits zuvor erfolgten Ankündigung zugunsten der Krone am Devisenmarkt zu intervenieren, hat die Norges Bank jedoch für einen Stimmungsumschwung gesorgt.

Fazit Währungen

Seit Jahresbeginn sind die ausgewiesenen Krisenwährungen Japanischer Yen, US-Dollar und der Schweizer Franken die stärksten Währungen im G10-Universum. Gleich dahinter folgt schon der chinesische Renminbi. In der Schoellerbank Währungsallokation sind diese "Major"-Währungen mit aktuell 57%-Gewichtung sehr prominent vertreten. In den vergangenen zwei Handelswochen gab es keine strategischen Änderungen in der Währungsallokation.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 15.05.2020

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