Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 30. April 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 30.04.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die neutrale Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die neturale Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Seit den Tiefpunkten an den Börsen sind nun bereits rund 6 Wochen vergangen. Die Stimmung der vergangenen Wochen war geradezu ausgelassen und die Zugewinne konnten sich sehen lassen. So legte der S&P500 in der kurzen Zeit rund 30% zu, die Europäischen Indizes konnten sich nicht ganz so gut behaupten, verzeichneten jedoch ebenso erhebliche Zugewinne. In Anbetracht der sich vertiefenden Krise in der Realwirtschaft mag man relativ verwundert auf diese Zahlen blicken. Aus diesem Grund möchten wir einen kurzen Überblick geben über die Für und Wider dieser Bewegungen.


Nachdem die Stimmung der Investoren Mitte März am absoluten Tiefpunkt angelangt ist, wir erinnern uns beispielswiese an den VIX Index, der bei über 80 lag, setzte eine merkliche Erholung ein. Diese wurde einerseits von der Hoffnung aus Asien getragen, wo bereits ersichtlich war, dass das Virus erfolgreich bekämpft werden kann und das im Anschluss die Erholung in der Realwirtschaft relativ rasch eingesetzt hat. Diese Situation hält nun da sich die sich die einzelnen Volkswirtschaften in Europa aus dem Lockdown wagen an und unterstützt die Bullen. Da die weltweite Entspannung anzuhalten scheint wird dies den Kursen weiterhin Unterstützung bieten, selbst wenn wir noch weit entfernt von "business as usual" sind.
Auf der anderen Seite darf man nicht missachten welchen Schaden die Reaktion auf die Pandemie global angerichtet hat. Die Situation gestaltet sich extrem negativ beim Blick auf Arbeitslosenzahlen, vorläufigen BIP Zahlen für das 1. Quartal in Europa und den USA als auch anderen ökonomischen Indikatoren. Es wäre töricht über all dies hinwegzusehen, denn der Einfluss auf den Konsum wie das Investitionsverhalten ist bereit merklich sichtbar und wird sich in den kommenden Monaten kaum bessern. Darüber hinaus zeigen die zahlreichen Quartalsberichte auf beiden Seiten das Atlantik bereits, dass sich die Banken mit enormen Rückstellungen auf Zahlungsausfälle vorbereiten. All diese Information deuten eindeutig darauf hin, dass die Krise keineswegs vorüber ist, sondern vermutlich gerade erst beginnt. Die Quartalszahlen des 1. Quartals die derzeit von vielen Unternehmen berichtet wer-den geben vermutlich erst einen Vorgeschmack auf die fürchterlichen Ergebnisse, die noch folgen werden. Insbesondere das 2. Quartal, wird derzeit als am stärksten vom globalen Lockdown betroffenes Quartal, besonders schlecht erwartet. Der weitere Verlauf danach wird mit Sicherheit sehr stark von der Entwicklung von COVID-19 abhängen und der Reaktion der Staaten auf die Pandemie, denn eine 2. Welle, die derzeit nicht in den Aktienkurzen eingepreist ist wäre fatal für Volkswirtschaften. Dennoch der Hoffnungsschimmer bleibt, dass sich die Wirtschaft, sollte es zu keinem weiteren externen Schock kommen, relativ schnell erholen könnte. Diese Meinung wird auch von einer Vielzahl der Analysten geteilt. So liegen Gewinnerwartungen für das kommende Jahr bereits über den Gewinnen des Jahres 2019. Über den Talboden dazwischen scheiden sich nach wie vor die Geister, denn die derzeitigen Erwartungen werden so divers gesehen wie selten zuvor. Der Konsensus beim S&P 500 liegt bei einem Rückgang der Gewinne von 11%, es gibt allerdings Markteilnehmer wie Goldman Sachs die über 30% Rückgang für wahrscheinlich halten.

Fazit Aktien

Die neutrale Aktiengewichtung scheint im derzeitigen Umfeld dennoch weiter gerechtfertigt. Die Situation auf den Aktienmärkten dürfte in den kommenden Wochen und Monate wohl weiterhin sehr volatil bleiben. Denn Risikofaktoren für Kursrückschläge bestehen weiterhin. Zu diesen Risiken zählen unter anderem die Gefahr einer zweiten Welle von Infektionen nach der Lockerung der Maßnahmen durch einzelne Staaten. Zudem bleibt abzuwarten, ob die derzeitige Schätzung zu den Gewinnrückgängen halten wird oder ob man mit wesentlich herberen Rückschlägen rechnen muss. Generell bleibt abzuwarten, selbst falls keine zweite Welle einsetzt, wie schnell sich die Wirtschaft erholen kann und ob es nicht zu Sekundäreffekten aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und Konsumrückgängen kommen könnte.

ANLEIHEN

  • Notenbankentscheidung FED: Wenig überraschend beließ die amerikanische FED den Zielkorridor des Leitzinses bei der Sitzung am Mittwoch unverändert in der Bandbreite zwischen 0-0,25%. Powell zeichnete ein Bild, dass zwar von einer Erholung im 3 Quartal ausgeht, jedoch sind aus seiner Sicht weitere Anstrengungen von politischer Seite notwendig, um aus der größten Rezession seit der Depression der 30 Jahre des letzten Jahrhunderts herauszukommen. Im Statement der FED wird darauf hingewiesen, dass der Ausblick über die nächsten Jahre sehr unsicher ist und dass es möglich wäre, dass die Zinsen über Jahre auf dem aktuell tiefen Level bleiben könnten. Der Markt bestätigt auch dieses Bild, da die Märkte momentan für die nächsten 3 Jahre keine Zinserhöhungen einpreisen. Zusätzlich wird die FED weiterhin Treasuries und ungedeckte Staatsanleihen in erforderlicher Höhe ohne Beschränkung kaufen bzw. auch alle anderen zahlreichen Programme, die sie in den letzten Wochen angekündigt oder bereits gestartet hat, weiter umsetzen. Neue Maßnahmen wurden nicht angekündigt, sind aber aufgrund der Marktberuhigung, die in den letzten Wochen stattgefunden hat, auch momentan nicht notwendig. Amerikanische 10-jährige Renditen haben sich in der letzten Woche in einer Bandbreite zwischen 0,54-0,67% bewegt und sind nach der gestrigen Zinssitzung leichtgefallen. Die deutschen Pendants bewegten sich in einer Bandbreite zwischen -0,55 und -0,38%. Von der europäischen Notenbank, die am Donnerstagnachmittag ihre Zinssitzung hat erwarten wir ebenfalls keine großen Ankündigungen und der Leitzinssatz wird voraussichtlich unverändert belassen werden.
  • Entscheidung der Ratingagentur Fitch Italien auf BBB- herabzustufen: Die Ratingagentur Fitch hat das Rating von Italien auf BBB- gesenkt und damit nach 3 Jahren wieder den Daumen für den größten Schuldner der Eurozone nach unten gesenkt. Der Spielraum zum Non-Investment Grade Bereich wird damit kleiner, wenn gleich der Ausblick für das von der COVID 19 Pandemie geschüttelte Land stabil bleibt. Italien erwartet für das heurige Jahr einen realen BIP Rückgang von rund -7%, bei einem Anstieg der Verschuldung auf rund 156% des BIP. Für das Jahr 2021 geht man aber wieder von einer starken Erholung mit einem Wachstum von 4,7% und einer sinkenden Staatsverschuldung aus. Trotz der Herabstufung von Fitch, die ja nicht ganz überraschend kam, sehen wir in der Beimischung von der Peripherie Anleihen wie Italien und Spanien Möglichkeiten, ein Mehrertrag und eine breitere Diversifikation zu erzielen. Aktuell haben italienische Staatsanleihen eine Risikoaufschlag im 10jährigen Bereich von 1,8% bzw. im 5-jährigen Bereich noch immer von 1,2%. Durch die Käufe der Europäischen Zentralbank engten sich auch letzte Woche die Risikoaufschläge, trotz der Herabstufung von Fitch, weiter ein. Wir sehen auch weiterhin Potential für weitere Spreadeinengungen.

Fazit Anleihen

Auch in der letzten Woche haben sich die Kurse von jenen Anleihen, die aufgrund der Covid 19 Krise in den letzten Wochen am stärksten gelitten haben, weiter von den Kursverlusten erholt. Dies betraf einerseits, die Peripherieanleihen, aber auch den Bereich der Unternehmensanleihen im guten Bonitätsbereich, den wir vor kurzem auf aufgestockt haben. Aber auch risikoreichere Bereiche wie zum Beispiel High Yield Anleihen und Emerging Markets Anleihen konnten von der insgesamt gestiegenen Risikobereitschaft profitieren. Grundsätzlich halten wir aber an unserer konservativen und kürzeren Durationpositionierung gegenüber der Benchmark fest und belassen die Positionierung unverändert.

WÄHRUNGEN

Die norwegische Krone wird ihrem Ruf als High Beta Währung in der letzten Woche wieder einmal gerecht und gehörte mit einem Zuwachs von 2,43% gegenüber dem Euro zum Gewinner der Woche. Die Währung hat eine sehr starke Abhängigkeit zur Entwicklung des Ölpreises, weswegen die Erholung des schwarzen Goldes auf die norwegische Krone durchgeschlagen hat.
Aber auch der Australische Dollar konnte in der letzten Woche wieder gegenüber dem Euro profitieren. Die erhoffte Erholung in China und die damit zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen wirkte sich positiv auf die Währung aus. Der Trend hält bereits seit Mitte März an und konnte sich weiter fortsetzen, falls die erhoffte Erholung in China tatsächlich eintritt.
Wie die gestrige Notenbanksitzung der FED auch gezeigt hat, wird die größte Wirtschaft der Welt, durch die Co-vid19 Krise, noch lange an den wirtschaftlichen Auswirkungen leiden. Dies machte sich auch an der Kurs-entwicklung des USD Dollar bemerkbar, der von den großen G10 Währungen gegenüber den Euro mit 0,87% letzte Woche am meisten abwertete.

Fazit Währungen

Wir halten an unserer aktuellen Positionierung fest und nehmen keine Veränderung vor.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 05.05.2020

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