Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 12. Juni 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12.06.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Nach den überaus erfreulichen Arbeitsmarktdaten in den USA stiegen am Freitag der Vorwoche die Kurse an den Börsen weltweit stark an. Die Daten kamen überraschend positiv und zeigten sich auch deutlich besser als die ohnehin schon positiven ADP Daten vom Mittwoch zuvor. Die neu geschaffenen Stellen in den USA konnten im Mai überraschend um rund 2,5 Millionen Stellen zulegen, der Erwartungswert lag hier bei 7,5 Millionen verlorenen Arbeitsplätzen. Damit lag die Arbeitslosigkeit im Mai auch deutlich niedriger als befürchtet - 13,3% anstatt bei erwarteten 19%. Generell zeugen die Daten von einer soliden Erholungsbewegung, welche bereits über die vergangenen Monate von den Börsen vorweggenommen wurde. Damit scheinen diese positiven Daten bereits in den Kursen eingepreist zu sein. Dieses Bild deckt sich auch in der abgelaufenen Handelswoche, da die Börsen über die Regionen hinweg Gewinne mitgenommen haben und daher seit Wochenbeginn verloren haben. Die Anleger nehmen die enormen Zugewinne der vergangenen zweieinhalb Monate zum Anlass, um ihre Aktienposition zu verringern.
Bei einem genaueren Blick auf die Aktienmärkte und insbesondere auf die Unternehmensergebnisse und Bewertungen wird rasch deutlich, dass die Bewertungen derzeit so hoch sind wie seit langem nicht. Der Nasdaq Index hat zuletzt sogar einen neuen Allzeithöchststand erreicht, wobei angemerkt werden muss, dass die Bewertung bei einem KGV von 18 (vor Corona) auf derzeit 28 angestiegen ist. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in anderen Indizes. Selbst in Sektoren, die von der Krise schwerer betroffen sind (wie z.B. dem Automobilsektor) konnten zuletzt deutliche Zugewinne verzeichnet werden. Alles in allem bedeutet dies, dass die Bewertung über den Gesamtmarkt deutlich zugenommen hat und daher weniger Raum für weitere Ausweitungen bietet. Im Chart sind die Bewertungen der Regionen im historischen Vergleich dargestellt. Mit Ausnahme von Japan weisen alle Märkte die höchste Bewertung der vergangenen 15 Jahre auf.

Fazit Aktien

Das Investment Komitee ist derzeit mehrheitlich der Überzeugung, dass das Verhältnis zwischen Risiken und Chancen ausgeglichen ist. Aus diesem Grund wird die Aktiengewichtung, die aufgrund der hervorragenden Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen Monaten angestiegen ist, wieder auf die strategische Neutralgewichtung zurückgefahren.

ANLEIHEN

Die PEPP Ausweitung der Europäischen Zentralbank um 600 Mrd. Euro, das 750 Mrd. Euro Programm der Europäischen Kommission und das Euro 130 Mrd. Konjunkturpaket von Deutschland beeindruckten die Rentenmärkte in dieser Woche. Die Renditen 10-jähriger deutscher Bünder sind weiter angestiegen und notierten zuletzt auf einem Niveau von -0,32% (Stand: Mittwoch, 9:40). Die Risikoaufschläge von Anleihen der Peripheriestaaten waren weiter gefallen, auch wenn zu Wochenbeginn Gewinnmitnahmen verzeichnet wurden.
Aber nicht nur die angekündigten Konjunkturmaßnahmenpakete in der Eurozone haben die Märkte beeindruckt, auch die Zahlen des amerikanischen Arbeitsmarkts haben positiv überrascht. Dies verstärkte weiterhin den Trend, dass die Inflationserwartungen sowohl in der Eurozone als auch in den USA sukzessive ansteigen, was sich positiv auf die Kursentwicklung inflationsgeschützter Anleihen auswirkte.
Der Trend fallender Risikoaufschläge bei den Unternehmensanleihen hat in der letzten Woche eine Pause eingelegt. Neue Emissionen werden vom Markt aber weiterhin stark nachgefragt, wie die neueste Emission der OMV Anleihe beweist. Die 10-jährige Anleihe notiert am Sekundärmarkt aktuell mit einer Rendite 0,8%.
Anleihen von Emerging Markets Ländern in lokaler Währung tendierten auf Euro Basis in der letzten Woche etwas schwächer, konnten sich aber bereits wieder um 10% vom Tiefpunkt des heurigen Jahres erholen. Seit Jahresbeginn liegt die Performance der Assetklasse gemäß Benchmark bei -5,5%.

Fazit Anleihen

Die 10-jährigen deutschen Renditen befindet sich momentan an der oberen Seite der Seitwärtsbewegung, die wir in den letzten Monaten gesehen haben. Im Gegensatz dazu sinken die Renditen von Anleihen von Ländern wie zum Beispiel Italien. Dieser Trend der Annäherung der Renditen könnte durchaus noch ein wenig anhalten, wenn die Risk On Stimmung weiter aufrecht bleibt. Da wir aber auch auf der Aktienseite vorsichtiger geworden sind und eine Korrektur als möglich erachten, denken wir auch, dass die Anleiherenditen kurzfristig wieder tiefer gehen könnten.

WÄHRUNGEN

Der Euro konnte sich auch in dieser Woche gegenüber dem US Dollar weiter verfestigen. Der Grund dafür sind vor allem die Auswirkungen der angekündigten Konjunkturpakete der letzten Woche, die auf eine schnelle Erholung in der Eurozone hoffen lassen. Die Schwäche des Schweizer Frankens scheint hingegen vorerst beendet, dieser konnte gegenüber dem Euro wieder etwas zulegen. Ebenfalls beendet erscheint die Schwäche des Japanischen Yens. Wir hatten eine Aufstockung bei dieser Währung angedacht, unser Kursziel für die Aufstockung wurde knapp nicht erreicht, weswegen wir noch keine Zukäufe getätigt haben.

Fazit Währungen

Der gestiegene Euro gegenüber dem US Dollar birgt kurzfristig die Gefahr, dass es zu Gewinnmitnahmen kommen könnte. Mittelfristig könnte die Aufwärtsbewegung gegenüber dem USD durchaus anhalten. Beim Japanischen Yen werden wir die Lage weiterhin genau beobachten und im Falle einer weiteren Schwächephase die Gunst der Stunde nutzen und Positionen aufstocken.


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Stand: 12.06.2020

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