Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 26. Juni 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26.06.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Eines der stärksten Quartale der Marktgeschichte neigt sich dem Ende zu, nachdem es im Zuge der Covid-Pandemie zuvor zu einem historischen Einbruch gekommen war.
Zuletzt rückten jedoch wieder einige bekannte Themen in den Fokus der Anleger, die für Volatilität sorgten:

  • eine mögliche zweite Welle der Covid Pandemie in Europa und Asien bzw. eine direkter Übergang von erster in zweite Welle in Nord- und Südamerika.
  • Zölle und Handelsspannungen zwischen den USA und Europa bzw. China.
  • Konjunkturdaten

Insbesondere die sehr stark steigenden Krankheits-Zahlen in den USA stellen die laufende Wiedereröffnung in Frage. Zwar scheinen die Regierungen vor allem in Europa und Asien gut vorbereitet zu sein, um mit einer zweiten Welle fertig zu werden.
Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Konjunktur sind immer noch völlig unbekannt, wobei die Marktteilnehmer unverändert eine reibungslose Wiedereröffnung einpreisen, was Raum für Enttäuschungen birgt.
Ein weiteres wichtiges Thema waren Konjunkturdaten in Europa, die unterschiedliche Signale aussandten. Auf der einen Seite wurden stärkere Daten von Seite der Einkaufsmanagerindizes gemeldet und auch die Erwartungsdaten des ifo Geschäftsklimaindex für Europa und Deutschland zeigten einen Rekordanstieg. Auf der anderen Seite spiegelten die Werte zur aktuellen Geschäftslage diese Euphorie noch nicht wider. Die Veröffentlichung für Juli sollten weitere Klarheit bringen, ob die harten Daten die eingepreisten Gewinnerwartungen für das zweite Halbjahr 2020 bzw. 2021 rechtfertigen.
Nachdem jüngst auch zyklische Werte auf dem Einkaufszettel der Investoren standen, befand man sich in den USA wieder auf bekanntem Terrain, mit einer Outperformance von Technologieunternehmen und schwachen zyklischen Werten z.B. aus der Finanzindustrie. US Banken kamen unter Druck, als die US-Notenbank FED Dividendenzahlungen begrenzt und Aktienrückkäufe verboten hatte.
Die Technologiebörse Nasdaq erreichte letzte Woche ein neues Allzeithoch, wobei die Marktteilnehmer unverändert mit einer massiven Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik sowie dem Ausbleiben einer zweiten weltweiten Infektionswelle rechneten.

Fazit Aktien

Mitte Juli beginnt die Berichtssaison für das zweite Quartal mit den US-Großbanken wobei insbesondere der Ausblick für das zweite Halbjahr die Stimmung beeinflussen wird. Wegen der vielen Unwägbarkeiten fühlen wir uns mit unserer neutralen Aktiengewichtung wohl. Langfristig betrachten wir den Aktienmarkt dennoch und auch mangels Alternativen als attraktivste Assetklasse.
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Aktien in einem komplexen und herausfordernden Umfeld ansteigen können, nicht zuletzt wegen der anhaltenden Unterstützung durch Geld- und Fiskalpolitik. Qualitativ hochwertigen Unternehmen mit soliden Bilanzen und zu einem vernünftigen Preis machen in diesem Kontext am meisten Sinn. Solche Unternehmen finden sich in den von uns hoch gewichteten Bereichen Gesundheitswesen, IT und Kommunikationsdienstleistungen.

ANLEIHEN

Auch ohne Aktienschwäche sind die Renditen in der vergangenen Handelswoche weiter gefallen. Die Stimmung bleibt angesichts aufkeimender Sorgen um eine zweite Corona-Infektionswelle unbeständig. Auch bei den Kreditrisikoprämien für Unternehmensanleihen fehlt eine klare Richtung. Ob es sich um eine natürliche Verschnaufpause nach der Rallye der vergangenen Monate handelt oder ernste Zweifel an der Nachhaltigkeit aufkommen, wird sich weisen. Wir sehen weiteres Potenzial für eine Einengung der Risikoaufschläge, möchten aber die Abwärtsrisiken nicht ausblenden. Die Fundamentaldaten müssen die starke Erholung von den Höchstständen im März erst noch bestätigen. In der Eurozone hat sich das Geldmengenwachstum M3 mit einem Anstieg von 8,9 % erneut beschleunigt. Auch wenn keine unmittelbare Auswirkung auf die Inflationsentwicklung zu erwarten ist, unterstützt dieser Trend die Inflationserwartungen. Diese haben sich seit den Märztiefstständen wieder sehr stark erholt.

Fazit Anleihen

Unser Qualitätsansatz bei der Anleihenselektion macht sich in diesen Wochen einmal mehr bezahlt und reduziert das Risiko für unliebsame Überraschungen. Das gebeutelte Segment der Inflationsanleihen befindet sich seit einem guten Monat deutlich auf der Überholspur und hat in der jetzigen Marktphase stärker zugelegt als ihre konventionellen Pendants. Wir setzen hier auf eine weitere Erholung der Inflationserwartungen.

WÄHRUNGEN

Auf Zwei-Wochensicht sind angesichts der wieder zunehmenden Corona-Sorgen die klassischen Fluchtwährungen Schweizer Franken, Japanischer Yen und auch der US-Dollar gefragt. Der Greenback hat dank der fallenden Risikofreudigkeit vieler Marktteilnehmer den steilen Abwärtstrend seit Anfang nachhaltig durchbrochen. Wenig erbauliche Nachrichten gibt es vom Kanadischen Dollar. Fitch hat als erste der drei großen Ratingagenturen dem Land das AAA-Rating entzogen. Fitch rechnet damit, dass sich die kanadische Staatsverschuldung von ohnehin schon recht hohen 88 % des BIP im letzten Jahr auf 115 % des BIP dieses Jahr deutlich verschlechtern wird. Eine Reaktion am Devisenmarkt blieb jedoch weitgehend aus, da die Ratingverschlechterung von Marktteilnehmer bereits erwartet wurde. Das Problemkind bleibt weiterhin die Norwegische Krone, die vom generellen Wirtschaftseinbruch und vom kollabierenden Ölpreis doppelt getroffen wurde. Auf Jahressicht ist die Krone noch hinter dem britischen Pfund die schwächste Währung im G10-Universum.

Fazit Währungen

Die drei weltweit gefragtesten Krisenwährungen - USD, CHF und JPY - sind zusammen mit der aufstrebenden Leitwährung Renminbi in der Schoellerbank Währungsallokation mit einer aktuellen Gewichtung von 57 % sehr prominent vertreten. Einer möglichen Verschärfung der Krisensituation sehen wir angesichts der aktuellen Währungsallokation daher gelassen entgegen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 26.06.2020

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