Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 29. Mai 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 29.05.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Zu Beginn der abgelaufenen Handelswoche präsentierten sich die Aktienmärkte durchwegs fester. Beinahe hätte es der amerikanische Standard & Poor’s 500 Index zu einem neuen Rekord in diesem Aufschwung geschafft. Seit dem Tiefpunkt im März konnte der Index nicht vier Handelstage in Folge steigen. Am Donnerstag sah es jedoch danach aus als könnte diese Marke erreicht werden. Obwohl der Index zwischenzeitlich nahezu mit etwa 1% im Plus notierte, drehte sich die Marktstimmung in der letzten Handelsstunde, wodurch die Tagesveränderung in den negativen Bereich rutschte. An der positiven Marktstimmung zu Beginn der Woche konnte lediglich der Hang Seng Index (Hongkong) nur noch sehr gering partizipieren. Zu schwer lastete noch immer die Ankündigung Chinas über die Verabschiedung des neuen Sicherheitsgesetzes auf der Investorenstimmung. Bereits am Freitag der vorangegangenen Woche war der Index um über 5% gefallen. Am letzten Handelstag der Woche zeigten sich die Aktienmärkte wieder von ihrer freundlichen Seite und die Kurserholung setzte sich fort.
Interessant war zu beobachten, dass es im Zuge des Aufschwungs in der vergangenen Woche zu einer Änderung in der Marktführerschaft gekommen ist. Gerade die beiden Sektoren Finanzdienste und Industrie, die seit den Tiefständen im März von den Kursanstiegen nur im geringeren Ausmaß profitieren konnten, zeigten in dieser Phase Stärke. Bei den vielen Berichten über Technologie und technologienahe Unternehmen geht in der Diskussion fast unter, dass der Energiesektor die höchste Wertentwicklung seit dem Beginn des Aufschwungs an den Märkten aufweisen kann.
Doch was prägte die positive Stimmung an den Finanzmärkten? Nachdem sich die Einkaufsmanagerindizes zuletzt nach oben entwickelt haben, spiegelt sich das nun auch im Ifo-Geschäftsklima wider, welches in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Zudem konkretisierten sich die Vorstellungen im Hinblick auf den EU-Rettungsfonds, der einerseits ein höheres Volumen als ursprünglich angenommen hat und andererseits ein Entgegenkommen gegenüber den sparsamen Vier (Österreich, Schweden, Dänemark, Niederlande) beinhaltet. Gemäß dem neuen Vorschlag sollen nicht nur Transferleistungen, sondern auch Kredite mit begrenzter Laufzeit vergeben werden. Des Weiteren gab es Meldungen über die Fortsetzung der wirtschaftlichen Stabilisierung in China. So fielen die Gewinne in der Industrie im April um lediglich 4,3% im Jahresvergleich. Das ist eine deutliche Verbesserung zum Rückgang im März: minus 34,9% im Jahresvergleich. Diskussionen über weitere Lockerungsmaßnahmen in Europa sowie ein erstmaliger Rückgang bei der Personenanzahl, die in den USA Arbeitslosenunterstützung beziehen, wurden ebenfalls positiv interpretiert.
Die negativen Nachrichten werden derzeit von den Marktteilnehmern komplett bei Seite geschoben, obwohl genügend Brandherde vorhanden sind:

  • Die Spannungen zwischen China und den USA haben sich zuletzt verschärft, aber auch in Europa ist man über die Entwicklungen in Hongkong beunruhigt. Eine mögliche weitere Eskalation des Konflikts mit Potenzial bis hin zum Scheitern des zu Beginn des Jahres unterzeichneten Phase 1 Abkommens liefert weiteren Zündstoff.
  • Die Wirtschaft zeigt Stabilisierungstendenzen. Die Volkswirte bezweifeln aber, ob der Aufschwung tatsächlich so rasant von statten gehen wird. Zu Beginn der vergangenen Woche meldete die US-Autovermietung Hertz Konkurs (Chapter 11) an. Es drohen weiterhin Konkurse, die wohl erst in den nächsten Wochen und Monaten ans Tageslicht kommen werden.
  • Die USA haben am Donnerstag die Marke von 100.000 Todesfällen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, überschritten. Während des verlängerten Wochenendes konnte man sehen, dass sich viele Bürger nicht an Vorschläge zur Eindämmung der Pandemie halten (Schutzmasken, Social Distancing). Auch aus Südamerika werden weiterhin steigende Infektionszahlen gemeldet.
  • Viele Investoren haben das Jahr 2020 bereits abgeschrieben und blicken in die Zukunft. Betrachtet man die durchschnittliche Analystenschätzung für das Jahr 2021, so wird wieder ein deutliches Gewinnwachstum erwartet. Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass diese Schätzungen für einen Zeitraum von über eineinhalb Jahre getroffen werden. Je weiter eine Prognose in die Zukunft blickt, desto unsicherer wird sie.

Fazit Aktien

Das Investment Komitee ist derzeit mehrheitlich der Überzeugung, dass die Chancen von weiteren Kurszuwächsen höher ist als eine stärkere Korrektur an den Aktienmärkten. Daher bleibt die Gewichtung der Aktien vorerst unverändert. Allerdings wird das Thema der Risikoreduktion in der Vermögensverwaltung in den kommenden Wochen intensiver diskutiert werden.

ANLEIHEN

  • Das Marktumfeld war in den vergangenen Tagen von erhöhter Risikobereitschaft der Investoren gekennzeichnet. Dadurch kamen die Renditen der Euro Kernländer etwas unter Druck, die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen stieg bis in etwa -0,40% an. Besser schlugen sich Anleihen der Euro-Peripherie, insbesondere Italiens, wo sich die Risikoaufschläge gegenüber Deutschland deutlich einengen konnten. Die Spreads der Investmentgrade Unternehmensanleihen profitierten von der Erwartung der Investoren, dass die EZB weitere Lockerungsmaßnahmen, z.B. eine Erweiterung der Anleihekäufe im Rahmen des Pandemie-Programmes (PEPP) vornehmen könnte und das Virus, zumindest in Europa, unter Kontrolle scheint.
  • Am Mittwoch präsentierte die EU-Kommission ihren Vorschlag für den europäischen Wiederaufbaufonds. Dieser sieht insgesamt EUR 500 Mrd. an direkten Zuschüssen und EUR 250 Mrd. an Krediten an die betroffenen Länder vor. Die Rückzahlung soll durch künftig höhere Beiträge zum EU-Budget und neue Einnahmequellen der EU wie eine Digitalsteuer oder Besteuerung von Umweltemissionen erfolgen. Dieser Plan findet die Unterstützung Deutschlands und Frankreichs. Andere wie in etwa Österreich haben sich bisher gegen direkte Beihilfen ausgesprochen.
  • Das EZB Ratsmitglied Villeroy de Galhau signalisierte Anfang der Woche, dass die EZB weitere Lockerungsmaßnahmen in Erwägung ziehe, wovon vor allem italienische und spanische Staatsanleihen und Unternehmensanleihen profitieren würden.
  • Wenig Beachtung hingegen fanden die besser als erwartet veröffentlichten IFO Geschäftsklima- und GFK Konsumentenvertrauen Indizes.

Fazit Anleihen

Staatsanleihen werden kurzfristig wahrscheinlich in einer relativ engen Bandbreite handeln. Mittelfristig unterstützen die sehr geringen Inflationserwartungen, die hohen Stützungsmaßnahmen seitens der EZB und der pessimistische Wachstumsausblick die Fortsetzung des Umfelds ultraniedriger Renditen. Andererseits stellt sich die Frage ob sich die deutlich höhere Neuverschuldung der Staaten und die damit verbundene Verschlechterung der Verschuldungsquoten irgendwann in höheren Renditen niederschlagen könnte. Bisher wurde diese Tatsache weitgehend vom Markt ignoriert. Wir sind nach wie vor positiv gegenüber Unternehmensanleihen im Investmentgrade Bereich eingestellt, da wir die Bewertung als attraktiv ansehen. Die Assetklasse sollte weiterhin von den fiskalpolitschen und geldpolitischen Stützungsmaßnahmen profitieren.

WÄHRUNGEN

  • Der Euro konnte sich in den vergangen Tagen gegenüber dem USD verfestigen. Ausschlaggebend dafür waren die Diskussionen rund um den europäischen Wiederaufbaufonds. Der Markt interpretiert alle Neuigkeiten, die in Richtung einer Fiskal-Union gehen positiv, da diese das Risiko für einzelne Mitgliedstaaten minimieren und Druck von der EZB als alleinigen Krisenbekämpfer nehmen würden. Weniger Unsicherheit im Euroraum ließ auch den Schweizer Franken gegenüber dem Euro etwas schwächer gehen: Es besteht weniger Bedarf nach einer Flucht in sichere Häfen.

Fazit Währungen

Wir haben die Möglichkeit diskutiert unsere Untergewichtung im japanischen Yen etwas zu Lasten der schwedischen Krone, die in jüngster Zeit gut performen konnte, zu reduzieren. Letztendlich haben wir den Yen allerdings trotz der jüngsten Abschwächung noch nicht als attraktiv genug für einen Einstieg erachtet, wir beobachten aber die Kursniveaus und ziehen Aufstockungen weiter in Erwägung.


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Stand: 02.06.2020

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