Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 10. Juli 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 10.07.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Breite Streuung über die G-10-Währungen. Neben einer US-Dollar-Gewichtung von gut 25% folgt eine breite Palette an Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurde im Oktober 2019 auch der japanische Yen auf dieses Niveau angehoben.Das Britische Pfund wurde im Dezember weiter reduziert.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote erneut auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Vor einer Woche wurde der Arbeitsmarktbericht für die USA für Juni veröffentlicht. Die Daten kamen durchwegs erfreulich und zeigten, dass die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft weiter stark anstiegen. So wurden im Juni 4,8 Mio. neue Stellen geschaffen (um rund 1,5 Mio. mehr als erwartet wurden). Darüber hinaus konnten sogar die bereits herausragend positiven Zahlen von Mai leicht nach oben revidiert werden. Damit liegt die Arbeitslosigkeit in den USA nun bei 11,1% und damit merklich niedriger als erwartet wurde. Die neu gemeldete Arbeitslosenquote zuletzt zwar nach wie vor relativ hoch, allerdings wesentlich niedriger als in den Wochen zuvor. Ein abnehmender Trend ist ersichtlich.

Neben den Arbeitsmarktdaten deuten auch andere ökonomischen Indikatoren auf eine Entspannung der Lage hin. Doch in den USA zeigt sich, dass die COVID-19 Pandemie noch lange nicht vorbei ist, denn die Ansteckungszahlen steigen täglich an. Zuletzt wurden mehr als 60.000 neu Infizierte an nur einem Tag gemeldet. Diese Zahl liegt beinahe doppelt so hoch wie zur schlimmsten Zeit im April. Dadurch hängt die Pandemie weiterhin wie ein Damoklesschwert über der relativ positiven ökonomischen Entwicklung der vergangenen Wochen. Dies wird darüber hinaus noch verstärkt, da die Infektionszahlen global weiterhin stark am Steigen sind. Auch wenn der amerikanische Kontinent am stärksten betroffen scheint, darf man sich anderswo keinesfalls in zu großer Sicherheit wiegen. Denn auch in Europa und Asien sind die Fallzahlen weiterhin sehr hoch. Im arabischen Raum, in Indien und Russland ist auch noch keine Entwarnung zu geben. In Österreich beispielsweise traten über die vergangenen Tage wieder so viele Infektionen auf wie zuletzt im April, was durchaus Anlass zur Sorge gibt. Auch am Balkan steigen die Zahlen rasant an. Selbst wenn derzeit nicht davon ausgegangen werden kann, dass Regierungen weltweit die Wirtschaft ein weiteres Mal so rigoros einschränken werden wie im Frühjahr, bleiben viele Branchen massiv von der Pandemie betroffen. Selbst Sektoren, die auf den ersten Blick unbeeinträchtigt wirken, werden bei längerem Anhalten der Krise noch größeren Schaden nehmen als bislang sichtbar ist.

Gerade in den vergangenen Wochen hat sich wieder gezeigt, dass sich wirtschaftliche Indikatoren positiv entwickeln. Derzeit wartet man sehr gespannt auf die in Kürze anstehenden Quartalsberichte für das 2. Quartal, wobei die Zahlen für das 2. Quartal selbst weniger interessant sein werden als vielmehr der Ausblick der Unternehmen. Nachdem im 1. Quartal viele Unternehmen gänzlich davon abgesehen haben, einen Ausblick zu geben, wird diese Berichtsaison mit besonderer Spannung erwartet. Gerade aufgrund des besonders erfolgreich verlaufenden 2. Quartals in Bezug auf die Kursgewinne an den Börsen darf man hier durchaus Überraschungen erwarten.

FAZIT AKTIEN

Nachdem weiterhin viele Unwägbarkeiten vorhanden sind und die in Kürze anlaufende Berichtsaison hoffentlich etwas Licht ins Dunkel bringen dürfte, fühlen wir uns momentan mit unserer neutralen Aktiengewichtung wohl. Kurzfristig sehen wir das Chancen-Risiken-Verhältnis relativ ausgeglichen. Langfristig betrachten wir den Aktienmarkt mangels Alternativen als die bei weitem attraktivste Anlageklasse.

ANLEIHEN

Die Staatsanleihemärkte zeigten sich in den vergangenen Tagen von der derzeit an den Aktienmärkten vorherrschenden Volatilität unbeeindruckt und handelten weiterhin in einer sehr engen Bandbreite. In den letzten 4 Wochen betrug die Handelsbandbreite bei 10-jährigen deutschen Bundesanleihen lediglich minus 0,36% bis minus 0,49%, aktuell handeln diese bei minus 0,47%. Italienische Staatsanleihen konnten etwas outperformen, der Risikoaufschlag reduzierte sich auf 169 BP. Unternehmensanleihen konnten von der besseren Stimmung an den Aktienmärkten Anfang der Woche profitieren und engten sich um in etwa 5 BP ein.

Die Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten halten sich momentan in Grenzen. Die Zahlen, die für die USA berichtet werden, sind durchwegs über den Erwartungen der Analysten, was die These, dass wir uns in einer Phase der starken wirtschaftlichen Erholung befinden, unterstützt. Der ISM für den amerikanischen Servicesektor wurde mit 57,1 (nach 45,4 im Vormonat) überraschend gut berichtet. In Deutschland hingegen enttäuschte die Industrieproduktion die Anleger ein wenig. Zwar stieg sie um 7,8% gegenüber dem Vormonat an, befindet sich aber nach wie vor 19% unter dem Niveau vor COVID-19. Positiv waren die Zahlen der europäischen Autoneuzulassungen, die im Juni stark anstiegen. In Frankreich wurde sogar eine Steigerung von 1% gegenüber dem Vorjahr berichtet.

Die EZB veröffentlichte diese Woche die Zahlen ihrer Anleihekäufe für Juni. Im Rahmen des PEPP (Pandemie-Kaufprogramm) wurden EUR 120 Mrd. angeschafft. Details über die Aufteilung wurden nicht bekanntgegeben, dies erfolgt bei diesem Programm nur zweimal pro Jahr. Im Rahmen des PSSP wurden EUR 38,8 Mrd. angekauft, davon spanische und französische Staatsanleihen über und italienische BTP’s unter dem Kapitalschlüssel der Notenbank.

FAZIT ANLEIHEN

Die Anleihemärkte befinden sich derzeit in Sommerstimmung und werden wohl auch die nächsten Tage eher richtungs-los handeln. Für positive oder auch negative Schlagzeilen, die die Kurse beeinflussen können, kann nach wie vor COVID-19 sorgen. Nächste Woche steht sowohl die EZB Sitzung als auch das Treffen der EU Staats- und Regierungschefs auf dem Programm, möglicherweise gibt es dort für die Anleihen die eine oder andere richtungsweisende Entscheidung. Wir sind nach wie vor positiv gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonitäten eingestellt und erwarten hier einerseits ein weiteres Zusammengehen der Risikoaufschläge und nehmen andererseits die höhere laufende Verzinsung mit.

WÄHRUNGEN

Die klassischen Rohstoffwährungen wie die norwegische Krone und der australische bzw. kanadische Dollar gerieten zuletzt aufgrund des schwächeren Ölpreises gegenüber dem Euro unter Druck. Der Schweizer Franken und neuseeländische Dollar handeln im Wochenvergleich nahezu unverändert, wogegen sich der japanische Yen befestigen konnte. Die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie trägt dazu bei, den Rückgang des USD einzubremsen, was durch bessere wöchentliche Anträge auf Arbeitslosengeld unterstützt wurde. Der Greenback pendelt derzeit bei relativ geringer Volatilität um die 1,13 gegenüber dem Euro.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die drei weltweit gefragtesten Krisenwährungen - USD, CHF und JPY - sind zusammen mit der aufstrebenden Leitwährung Renminbi in der Schoellerbank Währungsallokation mit einer aktuellen Gewichtung von 57 % sehr prominent vertreten. Einer möglichen Verschärfung der Krisensituation sehen wir angesichts der aktuellen Währungsallokation daher gelassen entgegen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 26.06.2020

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