Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 07. August 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 07.08.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Die Leitwährungen wurden in den Sommermonaten wieder aufgestockt. Neben einer neutralen US-Dollar-Gewichtung (ca. 36%) und einer 14%-Position im Japanischen Yen folgen mehrere Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurden in der Schwedischen Krone, der Norwegischen Krone sowie im Kanadischen Dollar Gewinne mitgenommen und Übergewichtungen reduziert
AktienNeutral Nach einem fulminanten Jahresausklang 2019 mahnten die Sentiment-Indikatoren und Bewertungsmodelle zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen und Aktien gekauft.Im April und Mai 2020 sich die Aktienkurse – vor allem aufgrund des Eingreifens von Notenbanken und Regierungen – wieder stark erholt. Am 12. Juni 2020 wurde die Aktienquote abermals von einer nun fast übergewichteten Positionierung auf „Neutral“ reduziert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den letzten Wochen haben viele Unternehmen ihre Zahlen für das 2. Quartal berichtet. Die Gewinne der S&P 500 Unternehmen sind 35% gegenüber dem Vorjahr gefallen - auf Quartalsbasis. Auf Sicht des Gesamtjahres sind die Gewinne seit Beginn des Jahres um 16% gefallen. Doch trotz dieser auf den ersten Blick verheerenden Zahlen läuft die Gewinnsaison überraschend gut. 84% der Unternehmen haben die sehr pessimistischen Prognosen übertroffen. Die Analysten rechnen damit, dass das schlimmste nun vorbei ist und im 3. und 4. Quartal die Gewinne wieder steigen werden. Sie haben ihre Prognosen in jüngster Zeit sogar etwas angehoben und sind nun wieder optimistischer.

Optimistisch ist auch der Aktienmarkt. Wie schon in ähnlichen Phasen in der Vergangenheit nimmt der Markt den Tiefpunkt der Krise um einige Monate vorweg und die Kurse steigen schon deutlich an, ehe das fundamentale Bild besser wird. Nun müssen die Wachstumsraten aber auch in der Realwirtschaft bald deutlich besser werden und die Gewinne wieder steigen, um die Erwartungen des Marktes zu erfüllen. Die Zeichen dafür stehen günstig, denn die Regierungen und Notenbanken stellen der Wirtschaft großzügige Unterstützungen zur Verfügung, um wieder neues Wachstum erzeugen zu können. In vergangenen Krisenphasen dauerte es meist länger, ehe solche Wirtschaftshilfen in Angriff genommen wurden. Das mag erklären, warum die Finanzmärkte sich in dieser Krise so viel schneller wieder erholt haben als in der Vergangenheit.

In sektoraler Hinsicht gibt es aber große Unterschiede. Während einige Sektoren wie z.B. die Technologiebranche und die Gesundheitsbranche kaum von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurde oder sogar von ihr profitierte, sind andere Bereiche der Wirtschaft erheblich beschädigt und dürften sich auch sehr lange nicht vollständig erholen. Tourismus, Fluglinien, Hotellerie und ähnliche Branchen brauchen für ihre vollständige Genesung mehr als nur das Füllhorn der Notenbanken. In einigen Regionen der USA und Europas ist die Pandemie nicht unter Kontrolle. Es gibt auch hier gute Nachrichten: Die medizinische Forschung hat große Fortschritte gemacht und kann den Erkrankten immer besser helfen. Doch ohne einen wirksamen und sicheren Impfstoff schwelt die Gefahr weiter und die vielen Einschränkungen, die uns diese Krise gebracht hat, können weder schnell noch vollständig aufgehoben werden.

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung heißt das, dass die Erholung deutlich länger dauern wird als der Einbruch und es werden noch viele Quartale vergehen, bis die Unternehmensgewinne wieder die Höchststände vom Anfang des Jahres erreichen werden.

FAZIT AKTIEN

Die niedrigen Zinsen drängen die Marktteilnehmer ins Risiko und damit in den Aktienmarkt. Dieser Trend dürfte den Markt noch geraume Zeit unterstützen. Demgegenüber stehen aber Unsicherheiten bei den Unternehmensgewinnen und damit auch bei den Dividenden. Wir halten das Risiko und die Ertragschancen am Aktienmarkt für ausgewogen und eine Neutrale Aktiengewichtung weiterhin für angebracht.

ANLEIHEN

Die Renditen der Euro-Kernländer handelten in den vergangenen zwei Wochen in sehr engen Bandbreiten. 10-jährige deutsche Bundesanleihen bewegten sich lediglich zwischen -0,50% und -0,56%. Die Euro-Peripherie, allen voran Italien, konnte in diesem Zeitraum erneut besser performen, was zu einer Einengung des Risikoaufschlags auf aktuell nur mehr 147 BP führte. Bemerkenswert hingegen ist die Entwicklung der Realrenditen im selben Zeitraum. Schon seit Mitte Mai ist ein deutlicher Anstieg bei den marktimplizierten Inflationserwartungen zu beobachten. Lag die langfristige Inflationserwartung Mitte Mai noch bei 0,85%, so handelt sie aktuell bei 1,18%. Ähnlich sieht die Entwicklung in den USA aus (1,93% vs. 1,70%). Die im selben Zeitraum gefallenen (USA) bzw. gleich gebliebenen (Euroraum) Nominalrenditen führten zu einem starken Rückgang der Realrenditen auf in den USA historisch noch nie gesehene Niveaus. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht absehbar. Weiterhin gut abschneiden konnten auch Unternehmensanleihen, wo sich die Risikoaufschläge leicht einengen, was im Zusammenspiel mit einer mehr oder weniger unveränderten Zinslandschaft zu weiter steigen Kursen führte.

Der Ausbruch des Coronavirus und insbesondere die zu seiner Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen haben die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal um 12,1% einbrechen lassen, nachdem schon für die ersten drei Monate ein Minus von 3,6% zu verzeichnen war. Damit entsprach die tatsächliche Entwicklung weitgehend den Erwartungen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass diese Zahlen angesichts der Stärke der Bewegung sicherlich mit einer wesentlich größeren Unsicherheit behaftet sind, als dies normalerweise der Fall ist. Unter den Ländern hat es Spanien mit einem Minus von 18,5% gegenüber dem Vorquartal am stärksten getroffen.

Die Verhandlungen in Washington über ein neues Stützungspaket kommen weiterhin nur sehr langsam voran. Der Anstieg der Industrieaufträge in Deutschland war im Juni deutlich stärker als erwartet (+27,9% gegenüber Mai).

FAZIT ANLEIHEN

Staatsanleihen werden kurzfristig wahrscheinlich weiterhin in einer relativ engen Bandbreite handeln. Mittelfristig unterstützen die, von den Tiefständen bereits deutlich gestiegenen, aber noch immer geringen Inflationserwartungen, die hohen Stützungsmaßnahmen seitens der EZB und der pessimistische Wachstumsausblick die Fortsetzung des Umfelds ultraniedriger Renditen. Unser Fokus auf inflationsgeschützte Anleihen und Unternehmensanleihen bester Bonität macht sich aktuell bezahlt. Wir sind nach wie vor positiv gegenüber diesen beiden Anleihesegmenten eingestellt.

WÄHRUNGEN

Der Euro konnte sich in den letzten Wochen gegenüber dem USD und den meisten anderen bedeutenden Währungen verfestigen. Gegenüber dem USD wurde die Marke von 1,19 getestet, der handelsgewichtete Dollar steht aktuell nahe dem zwei-Jahres-Tief. Ausschlaggebend dafür waren u.a. Diskussionen rund um den Status als Reservewährung Nummer 1, die scheinbar in den USA nicht unter Kontrolle zu bringende Covid-19 Pandemie und politische Unruhe hinsichtlich der bevorstehenden Präsidentenwahlen. Die in den letzten Wochen, abgesehen vom USD, schwächsten Währungen gegenüber dem Euro waren der japanische Yen, der kanadische, australische und neuseeländische Dollar und der Schweizer Franken.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die jüngste Eurostärke hat uns veranlasst auch in der Bank Austria Vermögensverwaltung unseren Bausteinfonds Schoellerbank Anleihen Global beizumischen. Wir haben unsere Untergewichtung im japanischen Yen zu Lasten der schwedischen Krone, die in jüngster Zeit gut performen konnte, bei Kursen um die 125 EUR/JPY reduziert. Wir erachten den Yen auf diesem Niveau als langfristig attraktiv.

Es wurde darüber hinaus beschlossen, den US-Dollar nach der starken Schwächephase zu erhöhen. Im Gegenzug werden Kanadischer Dollar und die Norwegische Krone reduziert.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 07.08.2020

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