Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 04. September 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 04.09.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Die Leitwährungen wurden in den Sommermonaten wieder aufgestockt. Neben einer neutralen US-Dollar-Gewichtung (ca. 36%) und einer 14%-Position im Japanischen Yen folgen mehrere Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurden in der Schwedischen Krone, der Norwegischen Krone sowie im Kanadischen Dollar Gewinne mitgenommen und Übergewichtungen reduziert
AktienNeutral Nach einem fulminanten Jahresausklang 2019 mahnten die Sentiment-Indikatoren und Bewertungsmodelle zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen und Aktien gekauft.Im April und Mai 2020 sich die Aktienkurse – vor allem aufgrund des Eingreifens von Notenbanken und Regierungen – wieder stark erholt. Am 12. Juni 2020 wurde die Aktienquote abermals von einer nun fast übergewichteten Positionierung auf „Neutral“ reduziert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Am Freitag wurde der Arbeitsmarktbericht für die USA im August veröffentlicht. Die Daten kamen durchwegs erfreulich und zeigten, dass die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft weiter stark anstiegen. So wurden im August 1,37 Mio. neue Stellen geschaffen (ungefähr so viele wurden auch erwartet). Damit liegt die Arbeitslosigkeit in den USA nun bei 8,4% und damit merklich niedriger als erwartet wurde. Diese Zahlen untermauern weiterhin die soliden ökonomischen Zahlen der vergangenen Wochen. Darüber hinaus zeichnet Sie auch weiterhin ein solides Bild für die Kapitalmarktsituation ab, das Momentum der vergangenen Wochen und Monate könnte also noch länger anhalten.
Nachdem die Berichtsaison nun weitgehend beendet ist lässt sich eindeutig sagen, dass die Unternehmen durchwegs wesentlich besser berichtet haben als erwartet wurde, wodurch sich die Anstiege an den Aktienmärkten zum Teil sehr gut erklären lassen. Darüber hinaus zeigt sich weiterhin ein sehr großer Unterschied in der Entwicklung der US-Indizes im Vergleich zum Rest der Welt. Dies gilt ebenso für die Bewertung in den USA. Dies lässt sich teilweise durch die soliden Berichte erklären, die vor allem bei Technologieunternehmen und ähnlichen Unternehmen die von der derzeitigen Situation rund um COVID-19 eher verdienen als andere und oft in den USA ansässig sind, sehr gut erklären. Dies liegt daran, da sie in den Indizes in den USA sehr viel stärker vertreten sind als beispielsweise in Europa. Eben jene Unter-nehmen haben wesentlich zur derzeitigen Rally beigetragen und haben einige Indizes in den vergangenen Wochen schon fast beispiellos nach oben gezogen. Der Nasdaq Composite Index hat beispielsweise am 02.09. ein neues Allzeithoch erreicht und hat per 04.09. seit Jahresbeginn auf Total Return Basis 26,98% aufgewertet. Wenn man bedenkt, dass die Aktienmärkte im Frühjahr massiv nach unten gerutscht sind ist das sehr bemerkenswert. Da sich die reale Geschäfts-situation für solche Unternehmen in absehbarer Zeit wahrscheinlich kaum verändern dürfte lässt sich durchaus ein Argumentationsstrang aufbauen, der diese Entwicklung unterstützt. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Bewertungen von Aktien, auch aufgrund der mittlerweile sehr wahrscheinlich langfristig anhaltenden niedrigen Zinssituation, über-dacht werden muss. Daher könnten Bewertungen wie jene die wir derzeit in den USA sehen durchaus sinnvoll sein. Sie müssen allerdings dennoch weiterhin mit Vorsicht genossen werden, denn selbst bei einem nach oben nivellieren der akzeptablen Bewertungen geraten wir im Falle diverser Technologieaktien in den USA aber auch anderswo auf der Welt teilweise in Sphären, die zum Nachdenken anregen sollten.

FAZIT AKTIEN

Aufgrund der anhaltend hohen Bewertung bei wenigen sinnvollen Alternativen fühlen wir uns mit unserer neutralen Aktiengewichtung wohl. Daher sehen wir kurzfristig das Chancen-Risiken-Verhältnis relativ ausgeglichen. Langfristig betrachten wir den Aktienmarkt mangels Alternativen als die bei weitem attraktivste Anlageklasse.

ANLEIHEN

Marktrenditen befinden sich weiterhin in einem Seitwärtstrend. 10-jährige deutsche Bünder rentieren seit Monaten in einem relativ engen Kanal zwischen -0,40% und -0,60%. Ein nachhaltiger Anstieg auf über -0,40% ist angesichts des aktuellen disinflationären Umfeld nicht zu erwarten. Die Kerninflation ist im August auf ein Rekordtief von 0,40% gefallen. Dennoch könnte der positive Trend der Inflationserwartungen seine Fortsetzung finden. Die FED hat jüngst beschlossen, dass sie zukünftig ein durchschnittliches Inflationsziel anstreben will. Nachdem in der Vergangenheit die US-Inflation unter dem angestrebten Ziel von 2% gelegen ist, ist für die Zukunft auch ein "Inflation Overshooting" ein probates Mittel zur Zielerreichung. Die US-Inflationserwartungen sind als Marktreaktion auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen. Die EZB beobachtet diese Entwicklung genau und könnte sich angesichts der schwachen Inflationsdynamik in eine ähnliche Richtung bewegen.

FAZIT ANLEIHEN

Im aktuellen Marktumfeld mit tief negativen Realrenditen bleiben Anleihen mit einem gewissen Spreadpuffer attraktiv. Die besser als erwartete Konjunkturerholung in den USA und der Eurozone unterstützt dabei den positiven Trend. Wir bleiben unserem Qualitätsansatz bei der Anleihenselektion im Unternehmensanleihensektor treu. Das Segment der Inflationsanleihen befindet sich seit Ende März deutlich auf der Überholspur und outperformt in der jetzigen Marktphase ihre konventionellen Pendants. Wir setzen hier auf eine weitere Erholung der preisbeeinflussenden Inflationserwartungen.

WÄHRUNGEN

Der EURUSD-Kurs hat vor wenigen Tagen kurzzeitig die Marke von 1,20 erreicht. Das Momentum für den Greenback bleibt aus mehreren Gründen sehr schwach: Neben dem fehlenden Vertrauen in das Corona-Krisenmanagement der US-Administration, spielt der geschmolzene Renditevorsprung zum Euroraum eine große Rolle. Sehr belastend wirkt auch die ungewohnt expansive Geldpolitik der FED. Dennoch könnte sich das Blatt für den US-Dollar auch wieder rasch wen-den. Sollte sich die EZB ein Beispiel an der US-FED nehmen und ebenfalls wieder expansiver agieren, bliebe das Abwertungspotential für den Dollar begrenzt.

FAZIT WÄHRUNGEN

Der US-Dollar bleibt trotz der Turbulenzen der letzten Monate unumstritten die global wichtigste Währung und daher fixer Bestandteil in unserer Währungsallokation. Der wiedererstarkte Euro lässt seit Jahresbeginn beinahe alle Währungen hinter sich und belastet dementsprechend die Wertenwicklung im Bereich der Fremdwährungsanleihen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 04.09.2020

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