Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 18. September 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 18.09.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von unter vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Die Leitwährungen wurden in den Sommermonaten wieder aufgestockt. Neben einer neutralen US-Dollar-Gewichtung (ca. 36%) und einer 14%-Position im Japanischen Yen folgen mehrere Währungen mit etwa 10%-Gewichtung. Zuletzt wurden in der Schwedischen Krone, der Norwegischen Krone sowie im Kanadischen Dollar Gewinne mitgenommen und Übergewichtungen reduziert
AktienNeutral Nach einem fulminanten Jahresausklang 2019 mahnten die Sentiment-Indikatoren und Bewertungsmodelle zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen und Aktien gekauft.Im April und Mai 2020 sich die Aktienkurse – vor allem aufgrund des Eingreifens von Notenbanken und Regierungen – wieder stark erholt. Am 12. Juni 2020 wurde die Aktienquote abermals von einer nun fast übergewichteten Positionierung auf „Neutral“ reduziert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Nach einem neuen Allzeithoch Anfang September hat der amerikanische S&P500 eine Rückwärtsbewegung eingelegt und handelt derzeit wieder unter dem Höchststand vom Februar 2020, also auf dem Stand vor Ausbruch der Covid-19 Pandemie.
Wie schon zuvor in der Aufwärtsbewegung, waren es im September wieder die Schwergewichte aus dem Technologiebereich, die den Index bewegten. Lediglich die Sektoren Materials und Industrie schlossen im September höher, konnten aber wegen der geringen Gewichtung das Ruder nicht in den positiven Bereich herumreißen.

Letzte Woche fand die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank statt, in einer ersten Reaktion zeigten sich die Marktteilnehmer enttäuscht. Zwar wurde - wie erwartet - ein noch länger anhaltendes Niedrigzinsumfeld kommuniziert. Gleichzeitig wies der FED-Vorsitzende Jerome Powell aber auf die dringende Notwendigkeit weiterer fiskalpolitischer Unterstützung hin. Und hier sind sich die beiden Parteien im Angesicht der bald anstehenden US-Wahlen uneinig. Damit kam die Sorge auf, dass die konjunkturelle Erholung mangels weiterer unlimitierter Hilfsgelder auf wackeligen Beinen stehen könnte.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es vorerst keine Entspannung. Noch am Freitag sah es so aus, als würden TikTok und WeChat in den USA verboten. Zwar konnten beide Unternehmen ihre Downloadsperre vorübergehend verhindern, finale Klarheit gab es in beiden Fällen aber noch nicht.

In Europa steigt die Zahl der Corona-Kranken wieder deutlich an und viele Länder führten wieder lokale Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ein. Der Regionaldirektor der WHO Hans Kluge warnte vor einer erneuten Eskalation, da die Anzahl der wöchentlich Neuinfizierten erstmals die Marke von 300.000 Erkrankten überschritt. Zwar ist der Anstieg auch mit der höheren Anzahl an Testungen zu erklären. Daneben ist aber auch die nachlassende Sorge der jüngeren Bevölkerung ein Problem, die selbst zwar wenige Konsequenzen fürchten muss, jedoch als Überträger für die Risikogruppe fungiert. Kluge führte weiter aus, dass der Krankheitsverlauf eine deutliche Sprache spräche, mit einem Rückgang während der Lock-down-Monate und einem drastischen Anstieg im September. Da die kalte Jahreszeit erst auf uns zukommt sollte der Verlauf im September eine Warnung sein.

FAZIT AKTIEN

Die Positionierung bleibt unverändert auf "Neutral". Grundsätzlich sind wir langfristig positiv für den Aktienmarkt gestimmt, was in unserer neutralen Aktienquote zum Ausdruck kommt. Kurzfristig könnte es wegen der anstehenden US-Wahl sowie der erneuten Ausbreitung der Covid-19 Pandemie zu erhöhter Volatilität kommen. Erst noch stärkere Marktrückgänge und eine deutliche Eintrübung der Marktstimmung würden uns wieder ein attraktives Einstiegssignal geben.

ANLEIHEN

In der Sitzung der amerikanischen FED am Mittwoch dieser Woche wurde der Leitzins wie erwartet zwischen 0-0,25% belassen. Die schon im Vorhinein bekannte Strategieänderung der FED eine Inflation über dem 2% Ziel eine Zeit lang zu zulassen, hat sich im FED Statement durch eine veränderte Forward Guidance niedergeschlagen. Die FED verspricht nun die Zinsen nicht anzuheben, bevor das Ziel von 2% Inflation und maximale Beschäftigung erreicht ist. Dabei kann diese Marke auch überschritten werden, weil die Durchschnittsinflation der Vergangenheit mitberücksichtigt wird. Es wurde jedoch kein genauer Zeitraum für die Berechnung der Durchschnittsinflation genannt. In der Pressekonferenz betonte FED Präsident Powell, dass es sich um eine "starke" Forward Guidance handelt, die auch dauerhaft bleiben soll.
Ziel dieser veränderten Forward Guidance der FED ist es, die Marktteilnehmer darauf einzustimmen, dass es eine lange Periode niedriger Zinsen geben wird. Dies soll zu Investitionen führen, damit es in weiterer Folge zur Vollbeschäftigung und steigender Inflation kommt. In den Dot Plots zeigt sich auch, dass nur 4 von 17 FED Mitglieder von steigenden Leitzinsen bis 2023 ausgehen. Die Leitzinsen sollten daher langfristig auf dem Niveau bleiben.

Die Anleihemärkte blieben von der neuen Forward Guidance relativ unbeeindruckt und bewegen sich weiter in einer sehr engen Bandbreite. Die zehnjährigen deutschen Staatsanleihen notieren aktuell bei -0,05% und das amerikanische Pendant bei +0,67%. Ebenfalls wenig spektakulär entwickeln sich die Risikoaufschläge der Peripherieländer. Nur in Spanien kam es zu leichten Spreadausweitungen, weil die Anzahl der Coranafälle stark im Steigen begriffen ist.

Bei Euro Unternehmensanleihen aus dem guten Bonitätsbereich bewegen sich die Risikoaufschläge seitwärts. Zwar werden diese Anleihen von den Notenbanken und Anlegern stark nachgefragt, das hohe Volumen der Neuemissionen sorgt aber dafür, dass es zu keinen weiteren Spreadeinengungen kommt. Zusätzlich bemerkt man, dass immer mehr Unternehmen Anleihen rückkaufen, die in zwei oder drei Jahren auslaufen würden und stattdessen neue Anleihen mit längeren Laufzeiten begeben. Bei Euro High Yield Anleihen hält der Trend fallender Renditen weiter an.

Bei den Emerging Markets Anleihen in lokaler Währung bemerkt man seit Mitte August wieder einen Anstieg der Kurse. Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die Erholung einiger wichtiger Emerging Markets Währungen. So konnte über die Laufzeit von einem Monat der Südafrikanische Rand um 8,3% zulegen, der Mexikanische Peso um 7,1% und der Brasilianische Real um 5,17%. Wir sehen momentan, dass die Zuflüsse in den Emerging Markets Bonds weiter zunehmen, wenn gleich der Großteil der Zuflüsse momentan in Hard Currency Anleihen fließt.

FAZIT ANLEIHEN

Die aktuell tiefen Niveaus der Renditen bei den Anleihen werden uns voraussichtlich weiter begleiten, da die Notenbanken als Käufer für konstante Nachfrage sorgen. Damit wir bei deutschen Staatsanleihen bei den Renditen weiter tiefer gehen, müssten wir schon unvorhergesehene negative Nachrichten sehen. Wir denken, dass sich die Renditen weiterhin in einer sehr engen Bandbreite bewegen werden. Bei den Risikoaufschlägen von Unternehmensanleihen sehen wir momentan auch eine Seitwärtsbewegung, die Aufschläge zu den Staatsanleihen sollten aber für einen Mehrertrag sorgen. Das meiste Potential sehen wir bei den Emerging Markets Ländern insbesondere in Lokalwährungsanleihen - die Situation sollte sich in dieser Assetklasse weiterhin verbessern können.

WÄHRUNGEN

Die Stärke des Euros gegenüber dem USD oder man könnte auch sagen die Schwäche des US-Dollars scheint für das Erste beendet. Die Währungsentwicklung zwischen dem Währungspaar bewegt sich seit Anfang August seitwärts in einer Bandbreite zwischen 1,174 und 1.194. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die neue Strategie der FED nun bekannt ist und dass momentan keine weiteren expansiveren Maßnahmen erwartet werden. Sollten sich die Republikaner und Demokraten doch auf ein zusätzliches Konjunkturpaket einigen können, wäre kurzfristig wieder ein stärkere Dollar zu erwarten. Ein wichtiger Faktor für die weitere Kursentwicklung des USD wird natürlich die Präsidentschaftswahl im November sein. Sollte keiner der Kandidaten sich im Vorfeld der US-Wahl als Favorit herauskristallisieren, wird die Unsicherheit darüber, wieder zu einem schwächeren USD führen.
Die Entwicklung der G10 Währungen im Zeitraum von 1 Monat stellt sich als sehr erfreulich dar. 7 der 10 Währungen weisen eine positive Entwicklung auf. Dies beeinflusste auch unsere globale Anleihenbeimischung in den Portfolios positiv.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Schwäche des USD scheint vorerst beendet, eine Einigung auf ein Konjunkturpaket könnte für einen kurzfristige Anstieg des US-Dollars sorgen. Diese wird aller Voraussicht nach nicht lange anhalten können, weil die Unsicherheit über den Ausgang der US-Wahl bestehen bleibt. Die Beimischung der G10 Währungen in Form von Anleiheinvestment sehen wir langfristig trotzdem positiv, weil sie uns eine attraktivere Ertragsmöglichkeit als das niedrigen Eurozonenrenditeniveau bietet.


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Stand: 18.09.2020

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