Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 02. Oktober 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 02.10.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Die starke Übergewichtung bezieht sich daher ausdrücklich auf Inflationsgeschützte Staatsanleihen. Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Wir reduzieren die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen beiden Wochen im Großen und Ganzen seitwärts tendiert. Bei europäischen Aktien ist das nichts neues, da bereits seit Anfang Juni ein signifikanter Trend in eine bestimmte Richtung festzustellen ist. Der US-Aktienmarkt, der Anfang September ein Allzeithoch markierte (gemessen am Standard & Poor’s 500 Index), ist erst nach einer leichten Korrektur in eine Pendelbewegung übergegangen. Investoren scheinen im Allgemeinen derzeit eher eine "wait and see"-Position eingenommen zu haben. Der langfristige Tenor scheint generell recht konstruktiv auf Aktien zu sein, allerdings bestehen kurzfristig mehrere Unsicherheiten, die mitunter starke Auswirkungen haben könnten.
Die COVID-Infektionszahlen sind weiterhin am Ansteigen. Vor allem in Europa hat sich die Lage verschärft und viele Regierungen versuchen wieder mit unterschiedlichsten Maßnahmen die Ausbreitung zu unterbinden oder einzudämmen. Die Sorge steigt damit auch, dass die ohnehin schon gebeutelte Wirtschaft noch weitere Schäden davontragen könnte. Ein weiterer Lock-Down scheint derzeit unwahrscheinlich, allerdings können auch weniger drastische Maßnahmen für viele Branchen weitere negative Auswirkungen haben.
Der US-Präsidentschaftswahlkampf ist mit dem Beginn der TV-Duelle in die finale Phase eingetreten. Retrospektiv betrachtet kann man sagen, dass Duell auch das richtige Wort ist, denn mit einer Debatte hatte diese Vorstellung nicht viel zu tun. Trotz des relativ großen Vorsprungs des Herausforderers Joe Biden, sollte man eine Wiederwahl von Donald Trump nicht ausschließen. Zudem machen sich Beobachter auch Gedanken ob der amtierende Präsident eine Niederlage überhaupt anerkennen würde. Donald Trump trägt politisch auch nicht unbedingt zur Beruhigung bei, indem er verkündet noch vor der Wahl eine neue Richterin für den Supreme Court zu bestellen oder sehr fragwürdige Aussagen über militaristische Gruppierungen von sich gibt.
Last but not least, steht die politische Welt in Europa auch nicht still und die Brexit-Verhandlungen spitzen sich zu. Großbritannien dürfte durch die Ankündigung eines Binnenmarktgesetzes, das sowohl gegen den unter-zeichneten EU-Vertrag als auch gegen internationales Recht verstößt, wohl das letzte Vertrauen bei den Verhandlungspartnern verspielt haben. Das Zurückrudern von Boris Johnson ist da, der Schaden dürfte aber bereits angerichtet sein. Die britische Regierung plant mit diesem Gesetz einen einheitlichen Binnenmarkt für alle vier Nationen des Vereinigten Königreiches zu etablieren und würde so den EU-Vertrag aushebeln. Die Möglichkeit besteht damit weiterhin, dass es zum Jahresende zu einem harten Brexit kommt.

FAZIT AKTIEN

Bei all diesen Unsicherheiten darf jedoch nicht darauf vergessen werden, dass die Aktienmärkte gut unterstützt sind. Die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen tragen dazu bei, wie auch die Tatsache, dass die Rentenmärkte kaum eine Alternative bieten. In den USA gibt es bereits weitere Verhandlungen über Unterstützungspakete für die Wirtschaft. Eine Einigung vor der Wahl könnte schwierig werden. Sollten aber die Demokraten die Wahl gewinnen und möglicherweise auch im Senat die Mehrheit erlangen, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere fiskalpolitische Impulse. Zudem präsentieren sich, trotz vieler Probleme, die wirtschaftlichen Daten robust. Aus diesem Grund wird die neutrale Gewichtung bei Aktien beibehalten.

ANLEIHEN

Trotz der an den Aktienmärkten momentan vorherrschenden erhöhten Volatilität handelten europäische Staatsanleihen in den vergangenen Tagen weiterhin in einer engen Bandbreite. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentierten zwischen minus 0,50% und minus 0,55%. Der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber Deutschland handelte zwischen 135 BP und 142 BP. Etwas schwächer tendierten Investmentgrade Unternehmensanleihen, die sich um ca. 3 BP ausweiteten. Dafür war u.a. auch eine erhöhte Emissionstätigkeit verantwortlich.
Die lang erwartete erste Fernsehdebatte zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Trump und Biden zeigte kein klares Ergebnis, vor allem nicht in Hinblick auf eine Akzeptanz des Wahlergebnisses durch Donald Trump. Analysten sehen eher Biden als Profiteur der Diskussion. Die Aktienmärkte reagierten negativ, Anleihen zeigten keine Reaktion darauf.
Freitagfrüh wurde bekannt, dass Donald Trump mit dem Coronavirus infiziert ist. Daraufhin wurden die Aktienmärkte schwächer, die Bondrenditen gingen runter und der US-Dollar wurde stärker. Manche Stimmen erwarten nun aufgrund dessen eine stärkere Reaktion der Märkte, die einige Tage anhalten könnte.
Das Parlament in Großbritannien stimmte dem umstrittenen Gesetz zur Abänderung des Brexit-Gesetztes im Unterhaus zu. Eine Ablehnung im Oberhaus scheint allerdings nach wie vor wahrscheinlich. Unteressen laufen die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien weiter, eine Einigung scheint derzeit in weiter Ferne.
Christine Lagarde sagte bei einer EZB-Konferenz am Mittwoch, dass die europäische Zentralbank, in Anlehnung an das Beispiel der FED, erwäge ebenfalls ein potenzielles, zeitweiliges Überschreiten des Inflationsziels von 2% zuzulassen. Diese Diskussion erscheint in Anbetracht der momentanen Inflationszahlen und Inflationserwartungen allerdings eher theoretischer Natur zu sein. Bezüglich der von den Marktteilnehmern für Dezember erwarteten Ausweitung des PEPP (Pandemie-Ankaufsprogramms) wurden keine Details kommuniziert.
Am Freitagnachmittag wird der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die Erwartung liegt bei 850.000 neue geschaffenen Stellen. Dem amerikanischen Arbeitsmarkt kommt eine bedeutende Rolle zu, daher könnte eine überraschenderweise niedrigere oder höhere Zahl durchaus die Märkte bewegen. Auch die laufenden Verhandlungen zwischen den Republikanern und Demokraten über ein neues Konjunktur-paket könnten, bei einer Einigung, die Märkte positiv beeinflussen. Derzeit sieht es allerdings nicht nach einer Übereinkunft aus.
In der Eurozone wurden die Inflationszahlen für September veröffentlicht. Die alle Güter umfassende Rate fiel gegenüber Vorjahr um 0,3%, die Kernrate stieg lediglich um 0,2% an. Die Auswirkungen der Pandemie sind al-so deutlich disinflationär!

FAZIT ANLEIHEN

Die Märkte für europäische Staatsanleihen werden wohl weiterhin, bei geringer Volatilität, seitwärts handeln. Das ultra-niedrige Zinsniveau wird uns noch über einen langen Zeitraum begleiten. Dabei bilden inflationsgeschützte Anleihen eine interessante Alternative, da die implizierten Inflationserwartungen aus unserer Sicht zu niedrig sind. Nach wie vor positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich momentan die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir ab 2021 von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus sind wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber positiv eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und die von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten.

WÄHRUNGEN

Die Märkte schwanken derzeit zwischen Optimismus und Vorsicht bezüglich einer möglichen Einigung über den neuen US-Finanzplan und der Möglichkeit eines Durchbruchs in den laufenden Handelsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die EU leitete rechtliche Schritte gegen das Vereinigte Königreich ein, nachdem Premierminister Boris Johnson nicht auf die Forderung der EU reagiert hatte, er solle Gesetze fallen lassen, die das Rückzugsabkommen überschreiben und internationales Recht brechen würden. Trotzdem ist es bisher weder dem EUR noch dem GBP gelungen, in Richtung 1,18 bzw. 1,30 zu steigen, und Nachrichten, dass US-Präsident Donald Trump positiv auf COVID-19 getestet wurde, könnten die Stimmung belasten und den USD stützen. Neue Entwicklungen in den beiden Verhandlungen bleiben Schlüsselfaktoren für den Devisenmarkt, zusammen mit der Entwicklung neuer COVID-19-Infektionen und deren Auswirkungen auf die globale Risikostimmung.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Schwäche des USD scheint vorerst beendet, zunehmende globale Unsicherheiten, die COVID-19 Infektion von Donald Trump und eine potenzielle Einigung auf ein Konjunkturpaket könnte für einen kurzfristige Anstieg des US-Dollars sorgen. Viel wird natürlich auch vom Ausgang der US-Wahl am 3. November abhängen. Die Beimischung der G10 Währungen in Form von Anleiheinvestment sehen wir langfristig weiterhin positiv, weil sie uns eine attraktivere Ertragsmöglichkeit als das niedrigen Eurozonenrenditeniveau bietet.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 02.10.2020

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