Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 16. Oktober 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 16.10.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Die starke Übergewichtung bezieht sich daher ausdrücklich auf Inflationsgeschützte Staatsanleihen. Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Wir reduzieren die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte setzten in den vergangenen beiden Wochen ihren Seitwärtstrend fort. In den USA stiegen die Kurse sogar an. In den vergangenen Tagen kam, getrieben von den stark gestiegenen COVID-19 Neuinfektionen, etwas Volatilität auf. Bis auf weiteres werden die Aktienkurse ein Spielball der US-Politik, der Quartalszahlen sowie der Pandemie bleiben, mit Nebengeräuschen aus der Geopolitik sowie den BREXIT-Verhandlungen.
Die Berichtsaison hat bereits begonnen und in den USA legten bereits viele Großbanken ihre Zahlen vor. Die Ergebnisse der Banken waren erbaulich. Insbesondere die Handelsergebnisse zeigten sich sehr positiv, wodurch die Ergebnisse vieler Banken sogar besser waren als von den Analysten erwartet. Dennoch ließen die positiven Berichte die Märkte relativ unbeeindruckt. Der Grund hierfür liegt relativ darin, dass viele positive Entwicklungen im Aktienmarkt über die vergangenen Monate bereits vorweggenommen wurden. Darüber hinaus belastet zwei Themen den Mark: Die US-Wahlen Anfang November und die neuerliche sprunghafte Ausbreitung der COVID-19 Pandemie.
Die COVID-Infektionszahlen stiegen in den vergangenen beiden Wochen merklich an. Insbesondere in vielen Länder der Nordhalbkugel zeigten sich deutlich schlechter werdende Tendenzen. In Europa scheint die Situation besonders dramatisch, da die Neuinfektionsraten über die vergangenen Tage sprunghaft anstiegen und fast alle Länder neuerliche, teilweise sehr strenge Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens erließen. Diese Entwicklung blieb auch an den Finanzmärkten nicht unbemerkt und die Volatilität stieg gegen Ende der Woche an.
Der US-Präsidentschaftswahlkampf ist in die finale Phase eingetreten. Nach der Infektion von Präsident Trump an COVID-19 wurden hier die Karten noch einmal neu gemischt. Donald Trump konnte sich relativ schnell von der Krankheit erholen, dennoch mussten seinerseits viele Wahlkampfauftritte und auch eine Debatte mit Joe Biden abgesagt werden.

FAZIT AKTIEN

Obwohl die Unsicherheiten bestehen bleiben, so ist die Lage an den Finanzmärkten weiterhin durch fiskalpolitische wie monetäre Maßnahmen ausgezeichnet unterstützt. Die Zinslandschaft wird vermutlich für lange Zeit unverändert positiv für Aktienmärkte bleiben. Darüber hinaus darf man davon ausgehen, dass die Regierungen der Welt weiterhin alles unternehmen werden, um die Wirtschaft mit weiteren fiskalischen Maßnahmen im Angesicht der COVID-19 Pandemie zu unterstützen. Auf der anderen Seite bleibt die Sorge vor den Auswirkungen der Pandemie im Vordergrund und die bevorstehenden US-Wahlen erhöhen ebenfalls die Unsicherheit. Das Gesamtbild der Aktienmärkte bleibt uneinheitlich, daher fühlen wir uns mit der Neutralgewichtung weiterhin wohl.

ANLEIHEN

Die Kurse der Kernländer in der Eurozone konnten in der abgelaufenen Woche wieder zulegen. Die deutsche zehnjährige Rendite fiel auf das tiefste Niveau seit März dieses Jahres. Die italienischen Risikoaufschläge bekamen die Risk Off Stimmung zu spüren und weiteten sich auf 130 Basispunkte aus. Die Kurse von Euro Unternehmensanleihen konnten die Höchststände vor der Coronakrise wieder übertreffen, obwohl die Risikoaufschläge noch nicht die Tiefststände vor der Krise erreicht haben.
Geprägt war diese Woche vor allem vom Anstieg der Neuinfektionen in Europa, wo in vielen Ländern zusätzliche Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie getroffen wurden. Diese Maßnahmen werden sich negativ auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung auswirken, weswegen das Marktumfeld dementsprechend reagierte. Die aktuellen BREXIT Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien waren dabei ein wichtiger Nebenschauplatz. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Unterlage konnten noch keine positiven Fortschritte erzielt werden. Aktuell liest man Schlagzeilen, die verkünden, dass Boris Johnson Großbritannien auf einen harten BREXIT vorbereiten würde. Aus unserer Sicht gehen wir weiterhin von einer Einigung zwischen den Verhandlungsparteien aus.
Im Mittelpunkt steht auch weiter die Präsidentenwahl in den USA. In den aktuellen Meinungsumfragen liegt Biden noch weiter voran, jedoch konnte Donald Trump in der letzten Woche den Rückstand wieder etwas kleiner machen. Ein klarer Ausgang der Wahl ist damit weiterhin nicht ausgemacht. Dies wird ebenfalls die Risk Off Stimmung der letzten Woche begünstigt haben.
Die letzten Zahlen zum Handelsdefizit der USA werden beide Kandidaten darin bestärken, weiter einen strengen Kurs gegenüber China zu fahren. Das Handelsdefizit erreichte im August einen 14-jährigen Rekordwert in Höhe von $67 Mrd. Die Arbeitslosenanträge kamen in der letzten Woche etwas höher als erwartet.
Die Verhandlungen über ein zusätzliches Konjunkturpaket in den USA sind weiter am Laufen und ein Durch-bruch noch vor der Wahl scheint noch immer möglich. Dies würde die Märkte kurzfristig positiv beeinflussen.

FAZIT ANLEIHEN

Wir erwarten für die Kernländer der Eurozone weiterhin eine Seitwärtsbewegung mit niedriger Volatilität. Inflationsgeschützte Anleihen sind noch immer eine interessant Alternative gegenüber nominellen Anleihen, vor allem, weil die eingepreisten Inflationserwartungen noch immer gering sind. Wir sind noch immer positiv gegenüber Investment-Grade Unternehmensanleihen eingestellt. Das stabile Zinsumfeld, der höhere laufende Ertrag und die Erwartung einer Erhöhung des PEPP Programms sprechen für die Assetklasse. Weiterhin überzeugt sind wir auch von einer Erholung der Emerging Marktes Anleihen in lokaler Währung. Die Währungen erscheinen gegenüber den entwickelten günstig bewertet und die Suche nach höherer Rendite sollte die Nachfrage wieder ankurbeln.

WÄHRUNGEN

Die ansteigenden Covid-Infektionszahlen in Europa sind auch am Euro nicht spurlos vorübergegangen. So konnte der japanische Yen gegenüber dem Euro um rund 1% und der USD Dollar um 0,77% zu legen. Auch die Risk Off Stimmung trug zur Stärkung der "sicheren Währungen" bei. Dazu zählt natürlich auch der Schweizer Franken, der gegenüber dem Euro ebenfalls um 0,5% zulegen konnte.
Zu den negativen Ausreißern der Woche zählte die norwegische Krone, diese verlor gegenüber dem Euro ins-gesamt 1,48%, aber auch der australische Dollar weist ein Minus von 1,36% aus.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Stärke des USD gegenüber dem Euro scheint sich momentan fortzusetzen. Offensichtlich werden an den Währungsmärkten momentan die steigenden Infektionszahlen in der Eurozone negativer gesehen als die Verunsicherung über einen knappen Wahlausgang in den USA. Eine Einigung auf ein Konjunkturpaket in den USA schürt die Hoffnung auf einen weiteren Anstieg des US-Dollars, weshalb wir den US-Dollar vor einigen Wochen auf neutral angehoben hatten. Auch der Japanische Yen findet sich nach einer Absenz in den Vorjahren und einer schrittweisen Wiederaufnahme weiterhin im Portfolio.


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Stand: 16.10.2020

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