Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 13. November 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 13.11.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Im Juli reduzierten wir die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den vergangenen beiden Wochen begannen sich die Nachrichten zu überschlagen. Vom stetigen Ansteigen der COVID-19 Fallzahlen über die Wahlen in den USA bis hin zur Ankündigung über einen ersten sicher getesteten Impfstoff, der bis zu 90% der Ansteckungen verhindern soll. Die Auswirkungen an den Börsen glichen in den vergangenen Wochen einer Hochschaubahn, allerdings war insbesondere nach dem Bekanntwerden des Impfstoffes ein enormer Aufschwung an den Börsen bemerkbar.
Die heiß erwartete Präsidentschaftswahl trug ebenso zur Stimmung an den Börsen bei. Der neue designierte Präsident der USA heißt Joe Biden. Damit konnte allem Anschein nach der amtierende Präsident Trump vom Thron gestoßen werden. Dieser hat seine Niederlage nach wie vor nicht eingestanden und droht weiterhin mit rechtlichen Maßnahmen. Die Mehrheit der Marktbeobachter und Juristen gehen jedoch nicht davon aus, dass Trump im Weißen Haus verbleiben können wird. Eine Sorge aus unserer Sicht verbleibt, wie Biden und die Administration in den USA generell in Zukunft mit einem gespaltenen Land umgehen wird, denn der erhoffte und angekündigte Erdrutschsieg für die Demokraten blieb eindeutig aus. Um die Stimmung im Land einzufangen und zu beruhigen, werden umfassende Maßnahmen nötig sein. Und um der ausufernden Pandemie Herr zu werden, werden neben gesundheitlichen Maßnahmen insbesondere wirtschaftliche Maßnahmen enorm wichtig sein. Allerdings wird die Umsetzung von ambitionierten Maßnahmen, wie es derzeit aussieht öfter am republikanischen Senat scheitern.
Der starke Anstieg der COVID-19 Pandemie schickt regelmäßig eine größere Anzahl an Ländern in einen immer härter werdenden Lockdown. Diese Entwicklung, welche an die Situation im Frühjahr erinnert, wurde bislang von den Börsen weitgehend ignoriert. Für das kommende Jahr sehen wir aber wesentlich positiveren Aussichten wegen dem angekündigten Impfstoff von Pfizer und BioNTech. Darüber hinaus wird erwartet, dass in den kommenden Wochen auch ähnliche Meldungen von anderen Pharmaunternehmen kommen werden. Man darf daher davon ausgehen, dass uns im kommenden Jahr eine Vielzahl an Impfstoffen zur Verfügung stehen werden, die insbesondere bei der Anwendung für sensibles Personal als auch die vulnerablen Gruppen sehr wichtig sind. Dadurch sollte insbesondere das wirtschaftliche Leben eine Renaissance erleben. Wie sehr diese Pandemie unser Konsumverhalten und unser Verhalten allgemein verändert hat, wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen.
Die Berichtsaison für das 3. Quartal ist mittlerweile fast abgeschlossen (im Anhang finden Sie auch einige Information zu individuellen Quartalsberichten unserer Unternehmen). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl in den USA als auch in Europa ein guter Teil der Unternehmen bei den Gewinnen positiv überraschen konnte. Es zeigt sich eindeutig, dass über die Sektoren gesehen Unternehmen im Gesundheitsbereich, Versorger sowie IT-Unternehmen die Gewinne am ehesten steigern konnten. Industrieunternehmen, Energieunternehmen und zyklische Konsumgüterunternehmen mussten hingegen die stärksten Rückgänge verzeichnen. Allgemein zeigt sich, dass die Umsätze über fast alle Sektoren gesehen zurückgingen oder stagnierten. Dadurch wir deutlich, dass die positiven Ergebnisse in einigen Sektoren in der breite hauptsächlich auf Kosteneinsparungen sowie auf den Trend zu höhermargigen Produkten zurückzuführen ist. Die Nachhaltigkeit dieser Situation ist derzeit unklar und der Trend kann häufig auf Sondereffekte im Zusammenhang mit der Pandemie zurückgeführt werden.

FAZIT AKTIEN

Viele Unternehmen wurden von der COVID19-Pandemie hart und unvorbereitet getroffen, während andere profitieren konnten. In unseren Portfolios hatten wir auch vor der Krise schon die größten Gewichtungen in den Sektoren Gesundheitswesen, Informationstechnologie, Industrie, Basiskonsum und Kommunikationsdienste und sind für diese Sektoren prinzipiell weiterhin langfristig optimistisch. Kurzfristig gesehen bleibt die Situation an den Finanzmärkten sehr schwer einsehbar und man darf auch kräftigere Rückschläge in solch volatilen Zeiten nicht ausschließen. Dennoch bleiben wir für den Moment und insbesondere für das kommende Jahr sehr optimistisch und können das Licht am Ende des Tunnels deutlich erkennen.
Aufgrund der eben genannten volatilen Lage bleiben wir vorerst vorsichtig und damit bei unserer Neutralen Aktiengewichtung. In Zeiten von Unsicherheit und Panik ergeben sich an den Finanzmärkten aber oft Chancen für antizyklische Investoren. Eine kurzfristige Korrektur wäre angesichts der hohen Bewertungen und bestehenden Unsicherheit nichts Unerwartetes und wir stehen in diesem Fall bereit, unsere Aktiengewichtung zu erhöhen.

ANLEIHEN

Die Rentenmärkte waren in den vergangenen Tagen wieder einmal von der Corona-Pandemie geprägt und befinden sich im Spannungsfeld zwischen steigenden Infektionszahlen und positiven Nachrichten bezüglich eines Impfstoffs. In den vergangenen Wochen handelte der Markt für europäische Staatsanleihen in der Erwartung einer baldigen Zinssenkung der EZB, was dazu führte, dass 10-jährige deutsche Bundesanleihen bis auf Tiefstände von minus 0,66% fielen. Diese Erwartung wurde am Montag mit der Veröffentlichung der positiven Neuigkeiten bezüglich der Impfstoffentwicklung ausgepreist. Diese Nachrichten ließen den Markt wieder neue Hoffnung schöpfen, dass die Pandemie in absehbarer Zeit vorbei sein könnte und die im dritten Quartal begonnene starke Konjunkturerholung fortgesetzt werden könnte. 10-jährige deutsche Bünder stiegen daraufhin um fast 20 BP auf eine Rendite von minus 0,46% an. Positiv reagierte auch die Euro-Peripherie, der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen fiel erneut auf 2 ½ Jahrestiefstände von 120 BP gegenüber Deutschland. Signifikant war auch der Anstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen, die auf ein Niveau von knapp unter 1% anstiegen (von 0,71% eine Woche zuvor). Seither ist die Euphorie allerdings wiederum etwas verflogen und die Märkte haben sich auf etwas niedrigeren Niveau stabilisiert.
Im Zuge der Anfang dieser Woche gestiegenen Risikofreude der Investoren konnten auch Investmentgrade Corporate Bonds gut performen. Die Risikoaufschläge konnten sich um ca. 5 BP einengen. Durch die in etwa im selben Ausmaß gestiegenen risikofreien Renditen bleibt unter dem Strich allerdings eine schwarze Null in der Performance. Auch in der mittlerweile hinter uns liegenden Phase der Risikoaversion konnte das Segment eine deutliche Outperformance und einen sehr positiven Beitrag in der Vermögensverwaltung liefern.
Neuigkeiten gab es diese Woche auch von Seiten der EZB. Im Rahmen des EZB Forums hob Christine Lagarde die Langfrist-Tender (TLTROs) und das Pandemie-Kaufprogramm (PEPP) als die wichtigsten Instrumente hervor. Damit erscheint eine baldige Zinssenkung, wie noch bisher von diversen EZN Vertretern als Möglichkeit diskutiert, sehr unwahrscheinlich. Dies dürfte ein kurzfristiges neuerliches Testen der Renditetiefstände deutlich erschweren.

FAZIT ANLEIHEN

Die Märkte für europäische Staatsanleihen werden weiterhin von der Entwicklung rund um COVID-19 geprägt sein. Dabei begünstigen die weltweit steigenden Infektionszahlen sinkende Renditen und positive Neuigkeiten rund um die Verfügbarkeit eines oder mehrerer Impfstoffe steigende Renditen. Die Infektionszahlen werden laufend berichtet, Entwicklungen rund um den Impfstoff mit deutlich geringerer Frequenz. Dies könnte zu einem Handelsmuster führen, bei dem die Renditen langsam bergab gehen und bei positiven Nachrichten bezüglich eines Impfstoffs wieder stärker nach oben korrigieren.
In Summe erwarten wir in den nächsten Wochen keine deutliche Bewegung bei den Renditen. Das ultraniedrige Zinsniveau wird uns jedenfalls noch über einen langen Zeitraum begleiten. Dabei bilden inflationsgeschützte Anleihen eine interessante Alternative, da die implizierten Inflationserwartungen aus unserer Sicht zu niedrig sind. Nach wie vor positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich momentan die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir ab 2021 von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus positiv sind wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und die von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten.

WÄHRUNGEN

Der USD reagierte deutlich negativ auf das Ergebnis der US-Wahlen und schwächte sich gegenüber dem Euro von 1,1650 auf knapp unter 1,19 ab und stabilisierte sich dann knapp über der Marke von 1,18. Dazu trug auch die verbesserte Marktstimmung bei, was den Status des Greenback als sicheren Hafen schwächte. Die G-10 Währungen zeigten eine positive Performance. Gegenüber dem Euro konnte die norwegische Krone knapp 3% aufwerten. Rund 1,5% aufwerten konnte der Neuseeland-Dollar, der Australische-Dollar und die schwedische Krone. Auch die FX-Märkte sind derzeit maßgeblich von der Pandemie beeinflusst.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Schwäche des USD dürfte kurzfristig anhalten. Wie auch die Rentenmärkte handeln auch die Währungsmärkte im Spannungsfeld zunehmender Infektionszahlen und positiver News rund um einen zu erwartenden Impfstoff. Nicht-Euro Anleihen konnten in den vergangenen zwei Wochen eine Outperformance gegenüber dem Euroraum und somit einen positiven Ergebnisbeitrag für die Vermögensverwaltung liefern. Sollte sich der USD weiter abschwächen wird eine Aufstockung der Dollar-Allokation in Erwägung gezogen.


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Stand: 30.10.2020

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