Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 30. Oktober 2020

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 30.10.2020)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Die starke Übergewichtung bezieht sich daher ausdrücklich auf Inflationsgeschützte Staatsanleihen. Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienNeutral Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Wir reduzieren die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Zwei Unsicherheitsfaktoren lasten derzeit besonders auf den Märkten und verhindern weitere Kursavancen. Zum einen sorgt die enorm schnelle Zunahme an Krankheitsfällen für eine gedämpfte Stimmung. Weltweit wurden bisher 46 Millionen Coronavirus-Fälle bestätigt und es gab mehr als 1,2 Millionen Tote. Die Länder reagieren darauf mit unterschiedlich harten Gegenmaßnahmen, wie z.B. mit temporären Lockdowns in Europa oder weitgehend ohne Einschränkungen, wie z.B. in den USA. Der zweite Unsicherheitsfaktor sind die anstehenden US-Wahlen, deren Ausgang in vielerlei Hinsicht die Stimmung drückt. Der Volatilitätsindex VIX spiegelt die erhöhte Risikowahrnehmung mit einem Wert von annähernd 40 wider, der 10-jährige Durchschnitt liegt bei gut 17.Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der breite US-Aktienmarkt seit August in einem Seitwärtskanal handelt, der breite europäische Markt sogar seit Ende Mai. Es scheint als würden die Marktteilnehmer auf weitere Impulse warten. Die kommenden Tage und Wochen bergen ein gewissen Potential für neuerliche Turbulenzen.
Noch letzte Woche hätten eigentlich sehr gute Wirtschaftsdaten für Entspannung sorgen sollen. So ist z.B. die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal (von Juli bis September) mit einem Rekordwert von 8,2% zum Vorquartal gewachsen. Eigentlich sind das gute Nachrichten, da sich zeigt, dass die Konjunktur rasch wieder auf den Erholungspfad zurückkehren konnte. Natürlich darf man aber nicht vergessen, dass das Rekordwachstum auf der Basis des zweiten Quartals mit einem historischen Einbruch von -9,8% basiert. In Summe wird derzeit für 2020 immer noch ein stattliches Minus von 5,5% erwartet. In anderen europäischen Ländern (Frankreich 18,2%, Spanien 16,7%, Italien 16,1%, Österreich 11,1%) war die Erholung sogar noch stärker sodass das BIP Wachstum in der Eurozone im dritten Quartal über 12% lag. Derzeit sieht es damit nach einer V-Förmigen Erholung aus, die sich angesichts vieler Komplikationen rasch in eine W-Formation verändern könnte.
In den USA haben bereits beinahe zwei Drittel der Unternehmen im S&P500 ihre Daten für das dritte Quartal offengelegt. Die Daten werden als "besser als erwartet" interpretiert, da der Geschäftseinbruch verkraftbar er-scheint. Für Jubel ist es aber noch zu früh, da die Werte angesichts der Corona-Krise im Vorfeld stark reduziert wurden. In einigen Branchen ist sogar Wachstum zu erkennen, wie z.B. im Gesundheits- oder Technologiebereich, während zyklische Sektoren weiter unter Druck stehen.

FAZIT AKTIEN

Viele Unternehmen hat die COVID19-Pandemie hart und unvorbereitet getroffen, während andere profitieren konnten. In unseren Portfolios hatten wir auch vor der Krise schon die größten Gewichtungen in den Sektoren Gesundheitswesen, Informationstechnologie, Industrie, Basiskonsum und Kommunikationsdienste und sind für diese Sektoren prinzipiell weiterhin optimistisch. Ein nicht zu vernachlässigender Performancebeitrag kommt am Aktienmarkt immer auch von Investments, die man vermeidet. So investieren wir nur einen geringen Teil in Finanzwerten und Energie und waren in den größten Verlierern der Pandemie, wie z.B. Autobau, Tourismus oder Fluglinien gar nicht investiert.
Vorerst halten wir an unserer vorsichtigen und damit "neutralen" Aktiengewichtung fest. In Zeiten von Unsicherheit und Panik ergeben sich an den Finanzmärkten aber oft Chancen für antizyklische Investoren. Eine kleine Korrektur wäre angesichts der hohen Bewertungen in unseren Augen sogar als gesund einzuschätzen und wir stehen in diesem Fall bereit, unsere Aktiengewichtung zu erhöhen.

ANLEIHEN

Die aktuelle Risk-off-Stimmung ist an den Anleihenmärkten bisher kaum zu spüren. 10-jährige deutsche Bundesanleihen haben ihre enge Handelsspanne seit Juni zwar nach unten durchbrochen, rentieren aber mit -0,62% nahe der Sommerniveaus. Unternehmensanleihen zeigen sich erstaunlich robust, signifikante Spreadausweitungen waren hier die Ausnahme.
Für Entspannung sorgte auch die EZB. Zwar wurden auf der jüngsten Ratssitzung keine Maßnahmen verabschiedet, eine weitere Lockerung der Geldpolitik scheint aber beschlossene Sache. Sehr wahrscheinlich wird am 10.Dezember eine Ausweitung der Anleihenkäufe im Rahmen des PEPP-Programms beschlossen. Auch dürften neue Langfristtender (TLTROs) als Refinanzierungsmöglichkeit für Banken aufgelegt werden. Etwas weniger wahrscheinlich, aber weiterhin möglich, ist eine erneute Senkung des EZB- Einlagensatzes.

FAZIT ANLEIHEN

Im aktuellen Marktumfeld mit tief negativen Realrenditen bleiben Anleihen mit einem gewissen Spreadpuffer attraktiv. Die umfangreichen QE-Käufe im Unternehmensanleihen-Bereich treffen auf wenig Angebot - eine Tatsache, die das Segment auch die nächsten Monate gut unterstützen sollte.
Auch das Segment der Inflationsanleihen zeigt sich trotz schwacher Ölpreise und eingetrübtem Wirtschaftsausblick sehr stabil. Eine weitere Erholung der Inflationserwartungen erachten wir mittelfristig für wahrscheinlich und bleiben daher prominent investiert.

WÄHRUNGEN

Der EURUSD-Kurs hat sich von seinen Höchstkursen im Sommer etwas verabschiedet. Wenig verwunderlich nachdem die Corona-Hotspots aktuell in Europa liegen und die EZB weitere geldpolitische Maßnahmen angekündigt hat. Dem Dollar könnte aber angesichts der bevorstehenden US-Wahlen noch Ungemach drohen. In den Spot-Kursen passiert momentan noch relativ wenig, lediglich die impliziten Volatilitäten sind deutlich höher.
Die global stärkste Währung ist in diesen Wochen der Japanische Yen. Die Bank of Japan (BoJ) scheint ihr geldpolitisches Pulver verschossen zu haben, weshalb der Yen gut unterstützt bleiben dürfte.

FAZIT WÄHRUNGEN

Der Euro konnte das starke Momentum nicht über den Sommer retten. Steigende Corona-Fallzahlen und eine erneute Lockerung der Geldpolitik belasten die Gemeinschaftswährung. Der Oktober brachte ein Comeback der Fluchtwährungen. Sowohl der Japanische Yen, als auch der US-Dollar und der Schweizer Franken konnten gegenüber dem Euro aufwerten. In der Schoellerbank Währungsallokation sind diese drei Währungen mit insgesamt 55% prominent vertreten. 


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Stand: 30.10.2020

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