Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 22. Jänner 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 22.01.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienÜbergewichtet Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Im Juli reduzierten wir die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.Im November wurde die Aktienquote von neutral wieder auf übergewichtet angehoben. Derzeit sehen wir den Aktienmarkt angesichts des niedriegen Zinsnivaus attraktver als Anleihen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Am vergangenen Mittwoch wurde US - Präsident Biden ins Amt eingeschworen. Die Sicherheitsvorkehrungen in Washington waren aufgrund der Ausschreitungen am 6. Jänner enorm und gaben dem friedlich verlaufenen Tag einen seltsamen Beigeschmack. Der neue Präsident wurde von vielen Seiten herzlich empfangen, unter anderem auch von den Aktienmärkten. Biden, der sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus hinter sich hat, kündigte bereits eine Vielzahl an Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID Pandemie sowie der wirtschaftlichen Auswirkungen jener an. Interessant zu bemerken ist allerdings, dass eine positive Marktreaktion in den ersten Tagen einer Präsidentschaft keineswegs außergewöhnlich ist. Trump und andere vor ihm wurden von den Märkten ähnlich herzlich empfangen. Darüber hinaus sehen viele Anleger die Reformen, die Biden in seiner Amtszeit umsetzen möchte (eine etwaige kolportierte Steuerreform und ähnliches), nicht nur positiv. Dadurch kann diese anfängliche Herzlichkeit schnell ins Gegenteil umschlagen. Generell stimmt die Ankündigung von zusätzlichen stimulierenden Maßnahmen für die Wirtschaft die Marktteilnehmer derzeit sehr positiv.
Bis auf weiteres ist allerdings auch für die Aktienmärkte und die zugrunde liegende Realwirtschaft wichtig, dass die Welt sobald als möglich wieder ihren gewohnten Gang nehmen darf und kann. Aus diesem Grund ist es sehr positiv, dass die US - Regierung unter Biden nun die Gefahr der Pandemie sowie deren Bekämpfung erheblich ernsthafter angeht. Dies könnte kurzfristig jedoch zu mehr Einschränkungen führen, wodurch der Schaden für die Wirtschaft zunehmen würde. Insbesondere die Mutationen des Virus in Großbritannien, Südafrika, Brasilien sowie etwaige noch unbekannte Mutationen stellen teilweise nicht einschätzbare Risiken dar. Bislang wurde von den Pharmaunternehmen, Pfizer, Moderna und Astra Zeneca versichert, dass deren Impfungen auch gegen die Mutationen funktionieren sollen. Jedoch bleibt abzuwarten, ob dies auch bei zukünftigen Mutationen so bleibt. Aus diesem Grund stellt ein neuerliches Aufkeimen einer neuen Variante des COVID-19 Virus, welche zumindest ähnlich gefährlich ist und nicht von den Impfungen erfasst ist, derzeit augenscheinlich das größte Risiko für die Weltwirtschaft dar.
Über die vergangenen Wochen und Monate hat man den Eindruck gewinnen können, die Aktienmärkte haben sich komplett von der Realwirtschaft entkoppelt. Insbesondere die herausragende Entwicklung in manchen Sektoren führt mittlerweile zu Bewertungen an den Aktienmärkten, die nahe an jenen Niveaus sind, die vor dem Bersten der Dotcom Blase gesehen wurden. Das ist auch deswegen der Fall, weil die Gewinne noch die Rezession des Jahres 2020 widerspiegeln, während die Kurse schon die für 2021 erwartete Erholung anzeigen. Für die Gewinnsituation gibt es gute Gründe hoffnungsvoll zu sein, denn mit der Impfung und einer einigermaßen global einheitlichen Front gegen das Virus könnte die schwerste Zeit bereits im Sommer hinter uns liegen. Die Erholung im Anschluss sollte auch aufgrund der aufgestauten Nachfrage sowie der derzeit hohen Sparquote relativ stark ausfallen, wodurch die Realwirtschaft einen starken Aufschwung erfahren sollte. Eine starke Überbewertung des Aktienmarktes können wir unter diesen Gesichtspunkten also nicht ausmachen.
Die Berichtsaison an den Börsen hat bereits begonnen. Insbesondere in den USA gab es dazu bereits einige wichtige Informationen. Im Allgemeinen wurden bislang sehr positive Ergebnisse präsentiert, insbesondere US-Banken konnten aufgrund der aktiven Handelszeit sowie der Vielzahl an IPOs ein hervorragendes Ergebnis ausweisen. Die Mehrzahl der Unternehmen hat die Analystenprognosen übertroffen.

FAZIT AKTIEN

Die Übergewichtung von Aktien wird beibehalten, vor allem die relative Bewertung von Aktien zu Anleihen unterstützt diese Positionierung. Der Impfstart gegen das Coronavirus sowie fiskalpolitische Impulse werden das wirtschaftliche Umfeld unterstützen. Die Risiken bleiben allerdings präsent und die gute Stimmung an den Börsen wird von einigen bereits als Kontraindikator gesehen. Darüber hinaus bereiten die Mutationen des Virus zunehmen Kopfzerbrechen und könnten eine Erholung verzögern. Somit ist eine Korrektur in der Bewertung möglich und würde sich als Gelegenheit für Zukäufe anbieten.

ANLEIHEN

Die ersten Wochen des Jahres begannen mit einem Paukenschlag, da es den US-Demokraten gelang, die beiden Senats-sitze in Georgia zu gewinnen. Da diese Situation die Umsetzung einer ehrgeizigen Fiskalpolitik erleichtert, sprang die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit März 2020 über die 1 %-Schwelle. Nach einem weiteren An-stieg auf 1,18 % begann eine Diskussion über die Möglichkeit eines vorzeitigen Tapering. Diese wurde durch den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell verbal beendet, wodurch es zu einem leichten Rückgang der Renditen kam, die sich schlussendlich um das aktuelle Niveau bei 1,10 % stabilisierten. Während das kurze Ende der Kurve auf dem Niveau der Fed Funds verankert blieb, stieg der Spread zwischen 2- und 10-jährigen Laufzeiten auf über 90 Basispunkte, den steilsten Stand seit Juli 2017.
In Europa fiel der Anstieg der Renditen europäischer Staatsanleihen bescheidener aus, wobei die 10-jährige Bund-Rendite auf -0,46 % stieg, bevor sie wieder zurückging.
Nachdem die italienische 10-jährige Staatsanleihe zu Beginn des Jahres ein zyklisches Tief von 105 Basispunkten er-reicht hatte, wurde die Verengung des BTP-Bund-Spreads durch politische Spannungen in Italien unterbrochen. Die Situation ist sehr unsicher und könnte noch einige Wochen anhalten. Eine weitere Ausweitung des 10-jährigen BTP-Bund-Spreads könnte für Anleger ein attraktives Niveau für den Aufbau eines BTP-Engagements bieten.
Da die EZB durch die Anleihekäufe weiterhin stark unterstützend wirkt, rechnen wir in den kommenden Monaten nicht mit einem signifikanten Anstieg der Renditen in der Eurozone. Auch die rege Emissionstätigkeit stellt für Anleger in europäische Staatsanleihen kein besonderes Problem dar, da die EZB wahrscheinlich eine Menge an Staatsanleihen kaufen wird, die in etwa dem Nettoangebot entspricht.

FAZIT ANLEIHEN

Aus Sicht der Asset Allocation bleiben wir in Anleihen gegenüber Aktien untergewichtet, die Duration ist weiterhin kürzer als die Benchmark. Wir bestätigen unsere positive Einstellung zu Euro-IG-Unternehmensanleihen, obwohl der Spiel-raum für eine weitere Spread-Einengung begrenzt zu sein scheint. Dennoch spricht die Mehrrendite gegenüber Staatsanleihen wieder dafür. Erstklassige Unternehmens- und Finanzanleihen werden dank der technischen Unterstützung durch die EZB wohl in einem Seitwärtstrend bleiben und Investoren profitieren vom "Carry"-Effekt.
Für den High-Yield-Sektor bleiben wir aufgrund der zunehmenden Verschuldung und der für 2021 und danach erwarteten steigenden Ausfälle zurückhaltend.

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn konnten sich die G10 Währungen gegenüber dem Euro gut behaupten. Die stärkste Währung gegenüber dem Euro waren Britische Pfund (+1,68%), dicht gefolgt vom Australischen Dollar (+1,67%) und Kanadische Dollar (+1,45%). Eine Währungsdiversifikation gegenüber dem Euro hat sich bisher sichtlich ausgezahlt, weil keine der G10 Währung gegenüber dem Euro verloren hat.
Fantasie bieten gerade in der Markterholung auch Lokalwährungen bei Schwellenländern, die gegenüber dem US-Dollar Aufwertungspotenzial zeigen.
Der USD konnte nach der Schwäche im letzten Jahr zuletzt gegenüber dem Euro wieder zulegen. (+1,31%)

FAZIT WÄHRUNGEN

Die weitere Entwicklung an den Währungsmärkten wird stark davon abhängen, wie es generell an den Märkten weiter-geht. Generell hört man in letzter Zeit das Wort Blasenbildung bei Risikoassets immer öfter, sei es bei Techaktien, bei US-Small Caps oder bei Kryptowährungen. Sollte eine dieser Blasen platzen, wird eine Risk Off Stimmung einsetzen und davon könnte der USD profitieren. Dies ist jedoch nicht unser Hauptszenario, wir sehen den US-Dollar eher taktisch stark.
Bei Schwellenländeranleihen erwarten wir eine größere Chance für eine positive Kursentwicklung, vor allem die Währungen haben Aufholbedarf. Schwellenländeranleihen sollten von anhaltenden Zuflüssen aufgrund eines wenig starken US-Dollars und der globalen Erholungsstory profitieren.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 25.01.2021

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