Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 19. Februar 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 19.02.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienÜbergewichtet Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Im Juli reduzierten wir die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.Im November wurde die Aktienquote von neutral wieder auf übergewichtet angehoben. Derzeit sehen wir den Aktienmarkt angesichts des niedriegen Zinsnivaus attraktver als Anleihen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den letzten beiden Handelswochen hat die Dynamik auf den Aktienmärkten etwas nachgelassen. Die Märkte scheinen aber nach unten relativ gut unterstützt, wofür mehrere Faktoren ausschlaggebend sind:
Durch die anhaltenden Erholungstendenzen der Wirtschaft und die steigenden Inflationserwartungen haben sich die Renditen nach oben entwickelt wobei die Bewegung bei längeren Laufzeiten deutlicher ausfiel - die Zinskurve wurde steiler. Die Differenz zwischen Staatsanleihen mit kürzerer zu jenen mit längerer Restlaufzeit hat sich erhöht. Dennoch gibt es von geldpolitischer Seite keine Anzeichen dafür, die lockere Haltung in irgendeiner Form umzukehren. Dieser Effekt, der nicht aus Zinssenkungen der Zentralbanken, sondern durch wirtschaftliche Verbesserung entstanden ist, kann als positives Zeichen für die Aktienmärkte gesehen werden. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass der Finanzsektor in den USA, hinter Energieaktien, seit Jahresbeginn die zweithöchste Wertentwicklung aufweist, da Banken von dieser Zinsstrukturkurve profitieren. Aufgrund des weiterhin absolut niedrigen Zinsumfelds scheint die Gefahr von größeren Umschichtungen von Aktien in Anleihen noch gering.
Fiskalpolitische Impulse dürften auch in naher Zukunft nicht abreißen und die Auswirkungen sind spürbar. In den USA wurden zuletzt die Umsätze im Einzelhandel für den Monat Jänner gemeldet. Diese zeigten einen Anstieg im Vergleich zum Vormonat von 5,3% (Konsensschätzung: +1,1%). In der sogenannten Control Group, welche die Ausgaben für Autos, Treibstoff und Baumaterialien nicht berücksichtig, betrug das Plus 6%. Diese Entwicklung dürfte nach einer schwächeren Weihnachtssaison im Dezember also Nachholeffekte zurückzuführen sein. Zudem wurde von der US-Regierung noch im Dezember ein Fiskalpakets verabschiedet und ein weiteres Paket mit einem Volumen von bis zu USD 1,9 Billionen wird erwartet.
Doch die Fragezeichen mehren sich, welche Katalysatoren die Märkte weiter nach oben treiben könnten. Viele Investoren sind bereits stark in der Anlageklasse Aktien engagiert. Eine Untersuchung von Goldman Sachs aus dem Oktober 2020 hat gezeigt, dass die durchschnittliche Aktienquote von Haushalten, Investmentfonds, Pensionskassen und ausländischen Investoren (immer aus US-Sicht) bei 47% liegt. Lediglich währen der Tech-Bubble in den 2000er Jahren war die Aktienquote höher (Studienzeitraum 1990 - 2020). Es kann jedoch auch dahingehend argumentiert werden, dass bei generell steigendem Vermögen weitere Käufe getätigt werden müssen, damit die Quote auf dem Niveau bleibt. Zudem könnte die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen durch viele Unternehmen die Kurse stärker stützen.
Die Sentiment-Indikatoren zeigen in manchen Bereichen bereits eine gewisse Selbstzufriedenheit der Investoren an. Aus antizyklischen Gesichtspunkten sollte gerade auf diese Daten eine erhöhte Aufmerksamkeit gelegt werden, um mögliche Trendumkehrsignale zeitnah zu erfassen.

FAZIT AKTIEN

Die positiven Faktoren überwiegen weiterhin. Die Aktienmärkte könnten jedoch nach den deutlichen Anstiegen in eine Konsolidierungsphase eintreten oder auch schwächer tendieren. Aus heutiger Sicht sollten diese Rückschläge von geringerem Ausmaß sein, wodurch eine Reduktion der Aktiengewichtung nicht opportun scheint. Bei Kursrückgängen dürften relativ schnell auch wieder Käufer bereitstehen. Aus diesem Grund bleibt die Übergewichtung von Aktien bis auf weiteres unverändert bestehen.

ANLEIHEN

Die Renditen amerikanischer und europäischer Staatsanleihen sind in den letzten Tagen deutlich angestiegen. Ausschlaggebend dafür war hauptsächlich die wieder aufkeimende Erwartung einer starken wirtschaftlichen Erholung im zweiten Halbjahr. Die Covid-19 Infektionszahlen kommen weltweit gesehen stark zurück und die Impfkampagnen schreiten voran.
Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries erreichte mit 1,33% ein Niveau das ca. 80 bp über den Tiefständen des vergangenen Sommers liegt. Auch 10-jährige deutsche Bundesanleihen stiegen auf ein Level von -0,32% an. Im Rahmen dieser Bewegung versteilerte sich die Zinskurve bis hin zu 10 Jahren, darüber hinaus gab es kaum Bewegung in der Kurve. 30-jährige US-Treasuries handeln aktuell bei knapp 2,10%, ein Niveau das langfristig durchaus nicht uninteressant erscheint. Weiter befeuert wurde der Renditeanstieg durch die Nachricht, dass bereits am 26. Februar im Kongress erstmals über Präsident Biden‘s Konjunkturpaket abgestimmt werden wird.
Italienische Staatsanleihen haben sehr positiv auf den Auftrag an Mario Draghi zur Regierungsbildung reagiert. Der Aufschlag 10-jähriger Laufzeiten gegenüber deutschen Bundesanleihen engte sich seit Anfang Februar um ca. 25 bp auf zweistelliges Niveau ein. Aktuell liegt er bei 96 bp. Dieser Risikoaufschlag wurde zuletzt im März 2015 beobachtet, enger handelte der Spread nur 2011, vor dem Beginn der Euro-Staatsschulden Krise. Diese Spreadeinengung reflektiert die Erwartung höherer politischer Stabilität und dass die neue Regierung strukturelle, für die Wettbewerbsfähigkeit Italiens unbedingt notwendige, Reformen angehen wird.

FAZIT ANLEIHEN

Die Märkte für europäische Staatsanleihen werden weiterhin von der Entwicklung rund um COVID-19 geprägt sein. Die Geld- und Fiskalpolitik bleibt sowohl in den USA als auch in Europa stark unterstützend, wobei der wirtschaftliche Rückschlag Europa stärker trifft als die USA. Auch die Größenordnung der Stimulus-Pakete spricht wieder einmal für eine stärkere wirtschaftliche Erholung in den USA (USD 2800 Mrd. vs. EUR 420 Mrd., in Europa). Dies zeigt sich auch in den langfristigen Inflationserwartungen (2,40% in den USA, 1,35% in der Eurozone bei den 5-Jahres Forwards). In der zweiten Jahreshälfte sollte die tatsächliche Inflation, auch unterstützt durch den Anstieg der Energiepreise, deutlich ansteigen. Dabei bilden inflationsgeschützte Anleihen eine interessante Alternative. Weiterhin positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus positiv sind wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und die von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten.

WÄHRUNGEN

Am Devisenmarkt bieten positive Überraschungen an der US-Makrofront und hohe langfristige Renditen in den USA derzeit zusätzliche Unterstützung für den USD und schwächen auch den negativen Einfluss ab, den die Risikobereitschaft tendenziell auf die Safe-Haven-Währung hat. Nichtsdestoweniger deutet das Kursgeschehen darauf hin, dass die Marktteilnehmer immer noch vorsichtig sind, wenn es darum geht, die Stärke des USD in eine vollständige Trendwende umzuwandeln. In der Vergangenheit wäre das Kaufinteresse in dieser Phase aggressiver gewesen, wobei wichtige Niveaus auf den Charts schnell durchbrochen worden wären. Bisher hat sich kein wirklicher Ansturm ergeben und der Dollar-Index selbst (DXY) hat Schwierigkeiten, die Linie deutlich über 91,00 zu halten. Das Kursgeschehen bestätigt, dass der Devisenmarkt derzeit nicht in starker Bewegung ist, bestenfalls werden die Handelsbänder von Zeit zu Zeit angepasst, aber sie bleiben recht eng. Fest gegenüber dem Euro präsentierte sich in den vergangenen zwei Wochen der Australische Dollar (+1,27%), das Britische Pfund (+1,13 %), die Schwedenkrone und norwegische Krone (jeweils +0,41%).

FAZIT WÄHRUNGEN

Wir sehen den USD nicht so pessimistisch wie viele andere Marktteilnehmer. Der US‐Dollar ist aufgrund der in den USA geplanten Fiskalpakete unter Druck geraten, weil diese eine deutliche Ausweitung des Haushaltsdefizits zur Folge haben werden. Zudem hat sich das US‐Außenhandelsdefizit ‐ wie in Rezessionen üblich ‐ ausgeweitet. Die Währungsabsicherung in der Vermögensverwaltung hat im letzten Jahr somit einen positiven Performancebeitrag gebracht, für die Zukunft sehen wir die Währungsabsicherung deutlich weniger attraktiv, daher wurde die Entscheidung getroffen diese aufzulösen. Der Euro wird trotz der starken Entwicklung von vielen Analysten weiterhin sehr positiv gesehen, die Sentiment‐Indikatoren zeigen jedoch eine überverkaufte Situation des US‐Dollars an. Aus antizyklischen Gesichtspunkten erscheint eine Währungsabsicherung daher nicht mehr vorteilhaft. In langfristigen historischen Analysen hat sich gezeigt, dass es vor allem das relative Wirtschaftswachstum und das Zinsdifferential waren, welche die USD‐Performance getrieben haben. Beide Faktoren sprechen für den Greenback. Die US‐Regierung hat keine Scheu, die Wirtschaft mit sehr großzügigen Paketen zu befeuern. Die Anleihenmärkte haben darauf bereits reagiert und die langfristigen Inflationserwartungen und Zinsen sind deutlich angestiegen. Aber auch andere Währungsräume abseits des US‐Dollar sind im Zinszyklus vor der Eurozone, was gegen eine bevorstehende restriktive Geldpolitik im Euroraum spricht. Im Vergleich zum Euro‐Raum dürfte vor allem die USA die Nase vorne haben werden, wenn es schlussendlich darum geht die Covid19‐Krise hinter sich zu lassen. Daneben hinkt die Eurozone aber auch anderen Ländern z.B. aus Asien hinterher, was Impfdynamik und Organisation betrifft. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass die USD‐Währungsabsicherung aufgrund der ungünstigen Zinsdifferenz derzeit ca. 0,8% pro Jahr kostet.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 22.02.2021

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