Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 19. März 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 19.03.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%. Im Britischen Pfund wurden im März Gewinne mitgenommen und die Position liquidiert..
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie in den kommenden Quartalen erwarten, während die Unterstützung der Notenbanken und Staaten die Wirtschaft noch länger stützen wird. Die Investoren sind optimistisch und das birgt die Gefahr für Rücksetzer. Doch solche dürften nur kurz anhalten und Gelegenheit für Zukäufe bieten.Das Investment-Komitee der Schoellerbank hat im November 2020 beschlossen, die Aktienquote auf „Übergewichtet“ anzuheben. Dieser Schritt wurde vorwiegend durch Zukäufe in Asien realisiert. Neben Asien setzen wir auf Europa. US-Aktien sind im Vergleich zur Benchmark untergewichtet.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die wichtigen Aktienindizes beendeten die Woche leicht schwächer, nachdem zuvor - wieder einmal - neue Allzeithochs erreicht wurden.



Der Dow Jones überschritt dabei zum ersten Mal in seiner Geschichte die 33.000-Punkte-Marke und der S&P500 drehte erst kurz vor 4.000 Zählern in Richtung Süden ab. Gegen Ende der Woche drückte der Renditeanstieg am US-Anleihenmarkt die Stimmung, als die Rendite von 10-jährigen US-Treasuries auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert waren. Ihren Tiefpunkt erreichten die US-Zinsen Anfang August 2020 bei unter 0,5%, seither stiegen sie kontinuierlich an und der Aufwärtstrend verstärkte sich in den letzten Monaten zunehmen. Höhere Zinsen wirken sich in vielerlei Hinsicht negativ auf Aktien aus. So gibt es zum Beispiel plötzlich wieder eine Alternative zum ohnehin heiß gelaufenen Aktienmarkt. Daneben belasten potenziell höhere Leitzinsen die Ergebnisse, da Schulden zu einem höheren Zinssatz refinanziert werden müssen.



Energiewerte, die aktuellen Bestperformer des heurigen Jahres, kamen besonders unter Druck, als der Ölpreis am Donnerstag den größten Tagesverlust seit April 2020 verbuchte. Die Zweitplatzierten des heurigen Jahres, die Finanzwerte waren ebenfalls am hinteren Ende der Performanceliste zu finden. Zwar unterstützen höhere Zinsen das Geschäftsmodell der Banken, es kam jedoch zu Verlusten, als die Fed bekannt gab, dass sie die während der Corona-Pandemie gelockerten Kapital-Reserve-Vorgaben wieder verschärfen würde.



Die übergeordnete Lage spricht unverändert für Aktien. Einerseits wird die zunehmende Impfung der Bevölkerung eine graduelle Öffnung der Wirtschaft zulassen. Sogar für Europa, wo man bei den Impfungen anderen Staaten deutlich hinterherhinkt, wird spätestens für Sommer eine deutliche Verbesserung der Corona-Lage erwartet. Andererseits wurde in der Pressekonferenz im Anschluss an das FOMC Meeting bestätigt, dass die Verantwortlichen keine Zinsschritte vor 2023 erwarten. Bereits in den letzten Sitzungen wurde das Inflationsziel aufgeweicht und ein moderates Überschießen der Inflationsrate ausdrücklich gebilligt, auch weil man annimmt, dass der Inflationsanstieg nur kurzfristig sein wird. Zuletzt wurde in den USA ein 1,9 Billionen US-Dollar schwere Hilfsprogramm in Kraft gesetzt, dass den Wiederaufbau der amerikanischen Wirtschaft nach der Corona-Pandemie sichern soll. Dabei kommen z.B. Helikoptergeld (Schecks für Privatpersonen und Familien), Steuererleichterungen und andere Instrumente zum Einsatz wodurch u.a. der Konsum angekurbelt werden soll.

FAZIT AKTIEN

Die Aktienpositionierung in den gemischten Mandaten der Schoellerbank bleibt übergewichtet. Zwar sind einige Sentimentindikatoren schon stark angestiegen und auch die Bewertungen sind durchwegs hoch. Auf der anderen Seite sind die US-Zinsen noch zu niedrig, um eine echte Alternative für Aktien zu sein. Auch sprechen die unterstützende Haltung der Fed sowie die gigantischen Fiskalpakete für eine anhaltende Nachfrage nach Aktien. Dabei verlieren wir aber die Qualität und die Bewertungen nicht aus den Augen. Denn die hohen Bewertungen bergen die Gefahr eines entsprechenden Rückschlages weswegen wir uns mehr denn je auf günstige Aktien mit Aufholpotential fokussieren. Dabei können wir sogar in den teilweise heiß gelaufenen Sektoren wie Technologie oder Nicht-Basis-Konsum noch einigermaßen fair bewertete Aktien finden.

ANLEIHEN

Die in der vergangenen Woche stark beachteten Notenbankentscheidungen hatten auch Auswirkung auf die Rentenmärkte. Im Anschluss an die FOMC-Sitzung zogen die Renditen von US-Treasuries am langen Ende der Kurve nochmals an. So betonte Fed-Chef Jerome Powell, dass die Zinsen erst dann angehoben würden, wenn sich die US-Wirtschaft vollständig von der Pandemie erholt zeige. Allein eine Aufhellung in den Prognosen erlaube keineswegs ein Handeln der Fed. Derzeit werde nicht einmal nachgedacht über Zinsanhebungen nachzudenken!



Falls es kurzfristig im Rahmen der Wiederöffnung der Wirtschaft zu einem Anstieg der Inflationszahlen komme, werde die Federal Reserve dies als vorübergehendes Phänomen ansehen. Die Finanzmärkte nahmen diese Anmerkungen als Signal einer noch langanhaltenden sehr expansiven Geldpolitik auf. Offenbar will die Fed jede Unsicherheit in der Öffentlichkeit über einen potenziell restriktiveren Schwenk der Geldpolitik vermeiden, um nicht die nun vorhandene Chance einer wirtschaftlichen Erholung noch zu gefährden. Zusammen mit teilweise sehr guter US-Konjunkturdaten - beispielsweise zog der Philadelphia Fed mit über 50 Punkten auf ein 50-Jahreshoch - stieg die Rendite 10J US-Treasuries auf bis zu 1,75% an - jene der Bundesanleihen verblieb dagegen wenig verändert bei knapp über -0,30%.



Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Impfsituation in Euroland (erst knapp 7% der Bevölkerung geimpft) gegenüber Großbritannien (45%) oder der USA (25%), was Lockerungen vom Lockdown hierzulande nicht ermöglicht und die Konjunktur weiter abbremsen wird. Ob sich dennoch bereits die Wirtschaftsperspektiven sukzessive verbesserten, können die Veröffentlichungen der Stimmungsumfragen am Donnerstag von Markit und am Freitag vom ifo-Institut anzeigen.

FAZIT ANLEIHEN

Die Märkte für europäische Staatsanleihen werden weiterhin von der Entwicklung rund um COVID-19 geprägt sein. Die Geld- und Fiskalpolitik bleibt sowohl in den USA, als auch in Europa stark unterstützend. Die langfristigen Inflationserwartungen, gemessen an den 5J5J Forwards, sind sowohl in den USA (aktuell 2,40%) als auch in Europa (1,48%) stark von den Tiefständen angezogen. In der zweiten Jahreshälfte sollte die tatsächliche Inflation, auch unterstützt durch den Anstieg der Energiepreise, deutlich ansteigen. Dabei bilden inflationsgeschützte Anleihen eine interessante Alternative. Weiterhin positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus positiv sind wir, trotz der jüngsten Entwicklungen in der Türkei, auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und die von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten.

WÄHRUNGEN

Die FOMC-Sitzung hat dem US-Dollar nur kurz geschadet. Die Pressekonferenz nach der Sitzung war sicherlich nicht einfach für den Notenbankchef Jerome Powell. Der Euro konnte direkt nach der FOMC-Sitzung für eine Weile gegenüber der US-Währung aufwerten. Der Anstieg der US-Kapitalmarktrenditen sollte dem Dollar in den kommenden Monaten allerdings eindeutig helfen können. Grundsätzlich stützt das Zinsumfeld nämlich den Greenback inzwischen schon recht klar. Die Anleger stehen aktuell im Spannungsfeld zwischen der Risikobereitschaft (die mit einem schwächeren USD durch eine Verringerung seiner Attraktivität als Safe-Haven-Währung einhergeht) und dem Vorteil, den der Greenback aus der Ausweitung der langfristigen Zinsdifferenzen zwischen den USA und dem Rest der Welt zieht. Abseits der Entwicklung rund um den USD hat sich der Schweizer Franken in den letzten Wochen gegenüber dem Euro um bis zu 3% abgeschwächt, ohne dass es Anzeichen für substanzielle FX-Interventionen der SNB gab. Dieser Rückgang dürfte im Sinne der Schweizer Nationalbank sein.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die weitere Entwicklung von EUR/USD ist schwer einzuschätzen. Die Unicredit-Gruppe geht aktuell von einem schwächeren USD Kurs aus. Wir in der Vermögensverwaltung sehen den USD nicht so pessimistisch wie viele andere Marktteilnehmer. Der US‐Dollar ist aufgrund der in den USA geplanten Fiskalpakete unter Druck geraten, weil diese eine deutliche Ausweitung des Haushaltsdefizits zur Folge haben werden. Zudem hat sich das US-Außenhandelsdefizit - wie in Rezessionen üblich - ausgeweitet. Das Zinsumfeld sollte sich mittelfristig positiv auf den US-Dollar auswirken.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 23.03.2021

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