Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 5. März 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 05.03.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist mit neutraler Gewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%.
AktienÜbergewichtet Die Schoellerbank hat die Aktienquote Ende September auf „Neutral“ reduziert. Nach einem fulminanten Jahresausklang waren die Aktiengewichtungen in den Portfolios wieder in Richtung „Übergewichtung“ unterwegs. Die Sentimentindikatoren und Bewertungsmodelle mahnten vermehrt zur Vorsicht. Daher hat das Investmentkomitee Ende Jänner 2020 beschlossen, die Aktienquote auf die „Neutrale“ Soll-Quote zu reduzieren. Im März gab es – wegen der Corona-Krise - eine noch nie zuvor gesehene Talfahrt an den Aktienmärkten. Nachdem sich die Aktienquote passiv in Richtung „Untergewichtung“ entwickelte, wurde am 20. März 2020 ein Rebalancing auf die „Neutrale“ Sollquote beschlossen.Viele Indizes bewegen sich in Richtung alter Höchststände während manche Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen. Im Juli reduzierten wir die Aktienquote von einer passiven Übergewichtung wieder auf die neutrale Sollquote.Im November wurde die Aktienquote von neutral wieder auf übergewichtet angehoben. Derzeit sehen wir den Aktienmarkt angesichts des niedriegen Zinsnivaus attraktver als Anleihen.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den letzten beiden Handelswochen kam es an den globalen Aktienmärkten zunehmend zu höherer Volatilität. Die Kurse fielen unter die kurz zuvor erreichten Allzeithöchstständen zurück.
Der Glaube an das Fiskalpaket, dass derzeit von der US-Regierung geschmiedet wird und unglaubliche Ausmaße annehmen soll (rund USD 1,9 Billionen können es werden), sowie die deutlich besser werdenden Konjunkturdaten in China, den USA als auch allgemein in der Welt beflügeln die Erholungserwartungen der Anleger. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA vom Freitag untermauern das und auch die Quartalsberichte der Unternehmen kamen durchwegs besser als erwartet. Außerdem zeigt sich im Ausblick der Unternehmen, dass der Blick in die Zukunft selbst in den stark COVID gebeutelten Branchen wieder vermehrt positiv ist.
Der Nebeneffekt dieser positiven Entwicklung zeigt sich an den Zinsmärkten. Hier wird auch der Hauptgrund für die aufkommende Unsicherheiten an den Aktienmärkten gesehen, denn die steigenden Zinsen in den USA und anderswo werden kritisch gesehen. Inflationssorgen trieben die Zinsen in den USA innerhalb relativ kurzer Zeit auf Niveaus, die zuletzt im Februar des Vorjahres gesehen wurden. Damit liegen die Zinsen um über 1%-Punkt höher als noch im August 2020. Durch diesen sehr starken und schnellen Anstieg werden einerseits wieder Alternativen zu den Aktien aufgezeigt, andererseits stellt sich die Frage, wann diese Dynamik ein Ende finden wird. Die Angst vor Inflation keimt auf. Selbst der FED-Präsident Powell vermochte die Zinsmärkte nur kurzfristig zu beruhigen.
Absolut betrachtet stellt ein 10-jähriger US-Staatsanleihen-Zins von rund 1,6% noch kaum ein problematisches Niveau dar. Nichtsdestotrotz, die Börsen handeln immer die Zukunft und immer weiter steigende Zinsen könnten die gerade begonnenen Erholung rasch im Keim ersticken. Es bleibt zu bemerken, dass die Situation bei Betrachtung der verschiedenen Sektoren keineswegs gleichförmig ist. So kommt die steilere Zinskurve einigen Branchen, beispielsweise dem Bankensektor und den Versicherungen, durchaus entgegen. Die Sorge gilt im Moment jenen Sektoren, die im vergangenen Jahr am meisten von der COVID Pandemie profitieren konnten und derzeit eine vergleichsweise hohe Bewertung aufweisen. Dazu zählt vor allem der Technologiesektor. Gerade bei Technologieaktien wurde in den vergangenen Wochen die höchste Volatilität beobachten.

FAZIT AKTIEN

Der deutliche Anstieg der Zinsen führte in den vergangenen Wochen zu schwächeren Aktienmärkten und könnte eine Phase der Konsolidierung einleiten. Die Angst vor steigende Zinsen, insbesondere aufgrund ihrer Rolle als Alternativen zu Aktien, ist angesichts der heutigen Niveaus aber wohl noch unbegründet. Nach den deutlichen Anstiegen der vergangenen Monate sehen wir an den Aktienmärkten nun eine Verschnaufpause. Aus fundamentaler Sicht ist der Aktienmarkt durch die steigenden Unternehmensgewinne aber gut unterstützt. Aus diesem Grund bleibt die Übergewichtung von Aktien bis auf weiteres bestehen.

ANLEIHEN

Nach dem starken Anstieg der Anleiherenditen von amerikanischen Treasuries in der Spitze auf 1,6% bzw. bei den deutschen Bundesanleihen von rund -0,2% in der letzten Woche beruhigte sich die Situation vorerst etwas. Die EZB Präsidentin Lagarde bzw. auch mehrere andere EZB Vertreter kommunizierten den Märkten, dass eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen durchsteigende Staatsanleiherenditen nicht akzeptiert werden würde.
Die amerikanische FED jedoch verfolgte eine andere Kommunikationsstrategie. Diese sieht den Anstieg der Renditen als positives Zeichen, dass die Marktteilnehmer von einer zunehmenden Erholung der Wirtschaft ausgehen, was aus ihrer Sicht positiv zu bewerten sei. Von einer jetzigen Bereitschaft zum Handeln, um den steigenden Renditen entgegen zu treten, war nicht die Rede. Powell betonte jedoch, dass die Leitzinsen solange tief gehalten werden, bis wieder Vollbeschäftigung und das Inflationsziel erreicht ist. Aus seiner Sicht werde dies aber noch länger dauern. Diese Sicht der Dinge wiederholte Powell nochmals in einem von der Financial Times organisierten Webinar am Donnerstag, worauf die Renditen wieder anstiegen und fasst die Spitze von 1,6%, von letzter Woche, erreichen konnten. Auch wenn die Renditen wieder etwas zurückgekommen sind, wird uns die höhere Volatilität an den Rentenmärkten vorerst erhalten bleiben, bis ein klareres Bild über die weitere wirtschaftliche Entwicklung besteht.
Die steigenden Renditen bei den deutschen Bundesanleihen wirkt sich negativ auf die Länder der Eurozone aus, insbesondere jene die bereits eine hohe Schuldenlast zu tragen haben. Die Risikoaufschläge von italienischen Staatsanleihen im 10-jährigen Bereich sind im Februar bzw. auch in den ersten Märztagen kontinuierlich weiter angestiegen. Die Tiefststände der Risikoaufschläge in Italien wurde am 12. April mit 90 Basispunkte erreicht, mittlerweile sind diese wieder um 15 Basispunkte angestiegen.

FAZIT ANLEIHEN

Die konjunkturelle Erholung in den USA schreitet anhand der aktuellen Daten stärker voran als in der Eurozone. Deswegen sieht die FED die steigenden Renditen etwas entspannter als dies in der Eurozone der Fall ist. Aber es gibt auch noch andere Gründe. Für die Kernländer der Eurozone wäre ein Anstieg der Renditen ebenfalls verkraftbar, anders sieht es hingegen jedoch in Ländern mit höheren Renditeniveaus aus, wo die ohnehin hohe Verschuldung weiter zunehmen wird. Wir denken daher, dass ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank bei weiter steigendenden Renditen nicht lange auf sich warten lassen wird. Im Rahmen des PEPP gibt es noch Spielraum für die Ausweitung der Käufe. Nachdem die FED momentan kein größeres Problem im Anstieg der amerikanischen Renditen sieht, könnte der Reflation-Trade weiter anhalten. Ein Anstieg der Treasuries auf rund 2% wäre durchaus denkbar. Inwieweit die Renditen in der Eurozone dann ebenfalls ansteigen, wird nicht zuletzt von der Reaktion der Europäischen Zentralbank abhängig sein.

WÄHRUNGEN

Für die meisten Analysten war zu Jahresbeginn relativ klar, dass der USD gegenüber dem Euro weiter an Wert verlieren würden. Die niedrigen Zinsen in den USA, die durch die massiven Konjunkturpakete zu erwartende steigende Verschuldung, eine höhere Inflationserwartung und das bestehende Außenhandelsdefizit würden die Währung weiter schwächen. Diese Entwicklung ist aber nicht eingetreten, im Gegenteil: der USD hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro um 2,48% zugelegt. Die Inflationserwartungen sind zwar kontinuierlich gestiegen, das bedeutet aber auch, dass eine stärkere Konjunktur erwartet wird. In den letzten 2 Wochen sind auch die Realrenditen im USD angestiegen, im Euroraum war das Gegenteil der Fall. Dies ist ein weiterer Grund warum der USD in letzter Zeit gegenüber dem Euro zulegen konnte. Mittlerweile scheint eine teilweise Abkehr von der Einschätzung eines schwächeren USD einzutreten.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die weitere Entwicklung von EUR/USD ist schwer einzuschätzen. Die Unicredit-Gruppe geht aktuell von einem schwächeren USD Kurs aus. Im Investment Komitee sind die Meinungen momentan ausgeglichen, weswegen die diskutierte Aufstockung von USD im globalen Rentenfonds vorerst aufgeschoben wurde. In der nächsten Sitzung am Dienstag nächste Woche wird die Diskussion weitergeführt werden.


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Stand: 09.03.2021

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