Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 16. April 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 16.04.2021)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung113 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%. Im Britischen Pfund wurden im März Gewinne mitgenommen und die Position liquidiert..
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte konnten seit dem letzten Investment Komitee noch einmal kräftig zulegen. Der S&P500 Index liegt bereits deutlich über 4.000 Punkten bei 4.170 und befindet sich am Allzeithöchststand. Ein ähnliches Szenario zeigt sich auch beim europäischen STOXX 600 Index, welcher über 440 Punkten notiert und ebenso einen neuen Allzeithöchststand markiert. Die Gründe für die außerordentlich starken Bewegungen sind vielseitig:



Die erwartete realwirtschaftliche Entwicklung über die kommenden Quartale dürfte allen Vorhersagen nach sehr stark ausfallen. Die Markterwartung der Analysten für das Gewinnwachstum auf Bloomberg geht aufgrund der schwachen Basis aus dem 2. Quartal 2020 von hohen Wachstumsraten aus. Im gesamten Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 wird von einem Wachstum für den S&P 500 Index von rund 11% ausgegangen. In Europa anhand des STOXX 600 Index bleibt das erwartete Gewinnwachstum aufgrund der anhaltend problematischen Situation rund um COVID-19 auch im Jahr 2021 voraussichtlich negativ und dreht erst ab dem Jahr 2022 wieder in den positiven Bereich.



Neben den Zahlen rund um das Gewinnwachstum kommen aus den USA auch überaus positive Arbeitsmarktdaten. So konnten im März über 916.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen werden, um über eine Viertel Million mehr als erwartet. Darüber hinaus wurde der Indikator aus dem Vormonat um knapp 100.000 Stellen nach oben revidiert. Die Arbeitslosenrate sank in den USA auf 6%, dennoch ist bis zur Vollbeschäftigung noch etwas Platz. Jedoch muss in den USA die Arbeitslosenrate immer kritisch betrachtet werden, da sich viele Arbeitslose in den USA aufgrund des Fehlens von Unterstützung nicht arbeitslos melden, wodurch die reale Anzahl der Arbeitslosen oft höher liegt.



Die positive Entwicklung am US Arbeitsmarkt und auch der US Wirtschaft lässt sich nicht bestreiten und spiegelt sich auch in vielen anderen Indikatoren wider, wie beispielsweise dem ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (+3,9 Punkte auf 64,7 Indexpunkte) sowie jenem für den Dienstleistungssektor (+8,4 Punkte auf 63,7 Indexpunkte) oder den Absatzzahlen aus dem Einzelhandel (+9,8% im März).



Darüber hinaus stiegt die Inflation in den USA deutlich an und liegt im März bereits bei 2,6% und damit über den Niveaus aus 2019 - siehe Chart. Ein wesentlicher Anteil des Anstiegs ist allerdings auf den gestiegenen Ölpreis zurückzuführen. Die Kerninflation liegt nur bei 1,6% und damit noch weit von den Niveaus aus 2019 (2,4%) entfernt. Auch in der Eurozone haben sich einige Indikatoren deutlich positiv entwickeln, allen voran die Einkaufsmanagerindizes. Der Preisauftrieb in den Inflationszahlen ist bereits erkennbar, allerdings liegen die Zahlen noch deutlich abgeschlagen hinter jenen aus den USA.



Neben den oben diskutieren Indikatoren spielt der fiskalpolitische wie auch geldpolitische Stimulus weiterhin eine zentrale Rolle für die Entwicklung der Aktien. Dies gilt im Besonderen für die vergangenen Quartale aufgrund der enormen Programme, die sowohl von den Notenbanken als auch den Regierungen der Welt gestartet wurden. Die Aktienentwicklung und die Entwicklung der Geldmenge korrelieren sehr stark. Da der Stimulus auch weiterhin bestehen bleibt, dürften die Aktien noch länger profitieren. Dennoch dürfen die steigenden Inflationsraten nicht außer Acht gelassen werden, weil diese die Notenbanken veranlassen könnten, den Stimulus in absehbarer Zeit zurückzufahren. Dadurch könnte der positive Effekt des monetären Stimulus für in Zukunft kleiner ausfallen.



Zuletzt bewegen sich die Bewertungen der Aktien stark in Richtung der Höchststände. Diese Entwicklung ist für sich genommen aber noch kein Indiz für das Ende des Aktienbooms. Die Unternehmensgewinne sind aufgrund der Krise noch in der Rezession und werden sich im Laufe des Jahres deutlich erholen, was die KGVs selbst bei unveränderten Kursen wieder verbessern wird. Am attraktivsten bewertet sind asiatische Aktien und insbesondere Japan.

FAZIT AKTIEN

Die Aktienpositionierung in den Mandaten bleibt übergewichtet, allerdings wurde entschieden aufgrund der sehr positiven Entwicklung der Aktien im laufenden Jahr Gewinne mitzunehmen und die Aktiengewichtung auf die untere Bandbreite der "Übergewichteten" Aktienquote zu reduzieren. Einige Sentiment Indikatoren sind bereits sehr hoch, was in der Vergangenheit ein guter Indikator für eine mögliche Korrektur war. Auf der Zinsseite beobachten wir seit längerem deutliche Anstiege insbesondere in den USA. Auch wenn US-Zinsen nach wie vor zu niedrig sind, um als echte Alternative für Aktien zu gelten, dämpft diese Entwicklung doch die Kauflaune der Investoren. Auf mittlere Sicht sind wir weiterhin positiv für den Aktienmarkt. Wir werden nach einem starken ersten Quartal aber Gewinne mitnehmen und ein Portfoliorebalancing durchführen.

ANLEIHEN

Nach den deutlichen Renditeanstiegen im ersten Quartal scheint der Trend vorerst gestoppt. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentieren bei ca. -0,30% und damit 30 BP höher als zu Beginn des Jahres. Verglichen mit den USA ist diese Bewegung freilich sehr moderat. Angetrieben von Konjunkturprogrammen historischen Ausmaßes, einer beeindruckend erfolgreichen Impfkampagne und gelockerten Corona-Restriktionen boomt die US-Konjunktur. Ausgehend von 0,90% zu Jahresbeginn haben sich die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen zwischenzeitlich verdoppelt und befinden sich nun bei etwa 1,60%. Die Normalisierung der wirtschaftlichen Entwicklung beflügelt auch die Unternehmensanleihen. Die starken Quartalszahlen für US-Banken, die eine deutliche Reduzierung der Rückstellungen für ausfallsgefährdete Kredite ausweisen, belegen diesen Trend.

FAZIT ANLEIHEN

Das aktuelle Marktumfeld kommt unserer Positionierung sehr entgegen. Inflationsgeschützte Anleihen beeindrucken mit einer positiven Performance seit Jahresbeginn - und dies trotz deutlich gestiegener Zinsen. Dank der Risk-On Stimmung können Unternehmensanleihen die Verluste aussteigenden Marktrenditen begrenzen. Die Beimischung von italienischen und spanischen Staatsanleihen bringen die erhofften positiven Performancebeiträge.

WÄHRUNGEN

Der von vielen Analysten schwach geredete US-Dollar hat sich im ersten Quartal beeindruckend zurückgemeldet. Seit Anfang April droht dem Greenback aber etwas die Luft auszugehen. Die Risiken und Chancen für den US-Dollar scheinen sich die Waage zu halten. Zum einen sind viele positive Effekte der großzügigen Konjunkturhilfen bereits eingepreist, zum anderen spricht aus fundamentaler Sicht weiterhin viel für die US-Währung (Zinsvorteil). Auf Jahressicht haben zyklische Währungen die Nase vorn. Die norwegische Krone, der Kanadische Dollar, aber auch der Chinesische Renminbi profitieren vom deutlich verbesserten Konjunkturausblick.

FAZIT WÄHRUNGEN

Nach dem schwächeren Jahr 2020 zeigen sich Fremdwährungsanleihen im bisherigen Jahresverlauf wieder von ihrer besten Seite. Dank der hohen Gewichtung an Rohstoffwährungen spielt die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie ihre Stärken voll aus. Der von vielen Marktteilnehmer frühzeitig abgeschriebene US-Dollar hält mit gut 40% die höchste Gewichtung. Dahinter folgen der Japanische Yen, der Kanadische Dollar und der Chinesische Renminbi mit Gewichtungen zwischen knapp 10 und 14%.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



Rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage wurde nur zu Werbezwecken erstellt und stellt keine Finanzanalyse und keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Die vorliegenden Informationen sind insbesondere kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sowie keine Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen. Sie dienen nur der Erstinformation und können eine auf die individuellen Verhältnisse und Kenntnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers bezogene Beratung nicht ersetzen.

Diese Marketingmitteilung wurden nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Über den grundsätzlichen Umgang der Schoellerbank AG mit Interessenkonflikten sowie über die Offenlegung von Vorteilen informiert Sie die Broschüre "MIFID II - Markets in Financial Instruments Directive". Ihre Beraterin, Ihr(e) Berater(in) informiert Sie gerne im Detail.

Bezüglich der steuerlichen Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Die steuerliche Behandlung ist von den persönlichen Verhältnissen der Anlegerin bzw. des Anlegers abhängig und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Die vorliegenden Informationen wurden von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien, auf der Grundlage von öffentlich zugänglichen Quellen erstellt, die als zuverlässig eingeschätzt werden. Die Informationen können jederzeit einer Änderung unterliegen. Die Schoellerbank AG ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet. Die Haftung der Schoellerbank AG für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und -studie und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.

Diese Unterlage darf nicht an "US-Persons" (Regulation S des US-Securities Act 1933) ausgehändigt werden. ("US-Persons" darf das gegenständliche Produkt nicht vermittelt bzw. dürfen diese nicht darüber beraten werden. - nur, falls ein konkretes Produkt angesprochen wird)

Vervielfältigungen - in welcher Art auch immer - sind nur nach vorheriger ausdrücklicher Genehmigung der Schoellerbank AG zulässig. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Betreuerin bzw. Ihren Betreuer.
Irrtum und Druckfehler vorbehalten.

Stand: 19.04.2021

Diese Marketingmitteilung wurde von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien erstellt (Medieninhaber und Hersteller)
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA