Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 28. Mai 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 28.05.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. In unsicheren Zeiten spielen die Leitwährungen ihre Trümpfe aus. Daneben setzen wir auf eine breite Palette an Währungen mit Gewichtungen von jeweils grob 10%. Im Britischen Pfund wurden im März Gewinne mitgenommen und die Position liquidiert..
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Über die vergangenen Wochen blieben die Aktienmärkte im Mittel relativ stabil. Neben kleineren Rückgängen, insbesondere am amerikanischen Aktienmarkt, die mittlerweile wieder aufgeholt wurden, kam es an den Aktienmärkten zu keinen großen Sprüngen. Bislang scheint sich das Credo "Sell in May and walk away" nicht zu bewahrheiten. Neben solchen alten Börsenweisheiten gibt es allerdings auch eine Vielzahl von Fakten, die weiterhin für ein Aktieninvestment sprechen.



Wie bereits so häufig erwähnt, bleibt die Notenbanksituation expansiv, wodurch Aktien unterstützt werden. Neu ist, dass es in den vergangenen Monaten zu einem sukzessiven Ansteigen der Verbraucherpreise gekommen ist. Dieser Effekt ist gerade in den USA sehr spürbar, da die Inflation im April bei 4,2% im Jahresvergleich lag. Im Monatsvergleich konnte sie ebenso deutlich um 0,8% ansteigen. Diese Zahlen kamen deutlich höher als erwartet, dennoch bleiben die erwarteten Auswirkungen auf die Notenbankpolitik der FED vorerst gering. Fast alle stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses bleiben bei der derzeitigen Zinsmeinung bis einschließlich 2023, wodurch ein wesentlicher Anstieg der Zinsen bis dahin eher unwahrscheinlich scheint. Diese Situation unterstützt die Aktienmärkte mittelfristig. Diese Situation zeigt sich auch an den Anleiherenditen in den USA, aber auch in Europa. Obwohl beispielsweise die 10-jährigen Renditen für US-Staatsanleihen im Frühjahr auf über 1,7% ansteigen konnten, bleiben sie derzeit stabil bei rund 1,6% und lassen sich auch von den hohen Inflationszahlen nicht beeindrucken. Zinsen auf diesem Niveau stellen keine Gefahr für Aktienmärkte dar.



Neben den monetären Effekten bleiben auch die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen stabil hoch in weiten Teilen der Welt. In den USA hat Präsident Biden bereits massive Fiskalpakete zur Sanierung der Infrastruktur auf den Weg gebracht. Darüber hinaus kamen zuletzt Meldungen auf, dass er darüber hinaus weiterhin auf massive schuldenfinanzierte Staatsausgaben setzen möchte. Diese hohen Mittelzuflüsse sind für die Realwirtschaft, gerade nach den turbulenten Zeiten der Pandemie, wichtig und sollten diese weiter beflügeln.



Die Berichtsaison verlief sowohl in den USA als auch in Europa und dem Rest der Welt sehr erfreulich. Die Analystenerwartungen konnten weitgehend übertroffen werden und das Wachstum der Gewinne und Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist teilweise bedeutend. Dieser Effekt entsteht auch durch die Pandemie und wird im 2. Quartal vermutlich noch deutlich stärker werden, weshalb viele Unternehmen bereits damit begonnen haben ihre Ergebnisse mit jenen vor der Pandemie zu vergleichen. Selbst in diesem Vergleich schneiden viele Unternehmen bereits besser ab, wodurch sich die Stärke der jetzigen Berichtsaison noch einmal legitimieren lässt.



Einer der Wehrmutstropfen bleibt die durchwegs sehr hohe Bewertung der Aktienmärkte. Diese zeigt sich nicht nur in den notorisch hoch bewerteten IT und anderen Wachstumsunternehmen, sondern weitet sich bereits auf viele andere Sektoren aus. Dennoch, gerade in der jetzigen Situation, in der sich die Gewinne teilweise noch nicht erholen konnten, eine weitere Erholung der Wirtschaft aufgrund der Öffnungsschritte und des Aufholbedarfs als relativ sicher gilt, sind höhere Bewertungen durchaus plausibel.

FAZIT AKTIEN

Die Aktienpositionierung in den Mandaten bleibt übergewichtet. Noten- und Fiskalpolitik, gepaart mit einem starken Erholungseffekt nach der Pandemie bleiben die Treiber dieses Aufschwungs. Daneben sind die Bewertungen teilweise sehr stark angestiegen, wodurch bei einem adversen Szenario der Markt auch etwas vulnerabel ist. Wir sind aber weiterhin der Meinung, dass Aktien mittel- bis langfristig die attraktivste Assetklasse sind. Das Risiko von Kursrückschlägen ist aus unserer Sicht nicht so hoch, dass es eine weitere Reduktion der Aktienquote rechtfertigen würde.

ANLEIHEN

Wieder einmal war die Inflation in den letzten Wochen das marktbestimmende Thema an den Anleihemärkten. Große Beachtung fand auch die Veröffentlichung des Protokolls der letzten FED-Sitzung, in welcher einige Mitglieder des Komitees vorschlugen, schon in Kürze mit der "Tapering"-Diskussion, also dem Zurückfahren der Anleihekäufe durch die Zentralbank, zu beginnen. Dies führte kurzfristig zu einem Anstieg der Nominalrenditen in europäischen und amerikanischen Staatsanleihen. Dabei stieg die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe bis auf ein einen Höchstwert von minus 0,08%, jene der 10- jährigen US-Treasuries auf 1,68% an. Der Aufschlag italienischer Anleihen weitete sich auf 122 BP aus. Mittlerweile hat sich die Situation wieder beruhigt und die Renditen, wie auch der Aufschlag italienischer Staatsanleihen, haben von diesen Niveaus wieder etwas nach unten korrigiert. Dafür verantwortlich waren in erster Linie beruhigende Kommentare seitens einiger Zentralbanken, dass es zu früh sei eine Tapering-Diskussion zu beginnen. Unternehmensanleihen konnten sich in diesem volatilen Umfeld sehr gut behaupten und blieben bei den Risikoaufschlägen durchwegs stabil. Dies trotz der Tatsache, dass es im Mai ein sehr hohes Emissionsvolumen am Primärmarkt gab.

FAZIT ANLEIHEN

Die Entwicklung der Renditen an den Staatsanleihemärkten wird in naher Zukunft weiterhin durch das Thema Inflation und "Tapering" geprägt sein. Es wird wohl immer wieder zu Schwächeperioden an den Märkten und tendenziell leicht steigenden Rendite kommen. Begrenzt werden sollte ein Renditeanstieg durch die verbale und faktische Unterstützung der Zentralbanken. Wir sehen Unternehmensanleihen im Investmentgrade Bereich nach wie vor als interessanten Bestandteil des Anleiheportfolios. Getragen wird dies u.a. durch sich verbessernde Fundamentaldaten, ein im Rahmen bleibendes Angebot am Primärmarkt, einem positiven Trend bei der Ratingentwicklung und last but not least natürlich durch die anhaltende Unterstützung der Zentralbanken. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich. Inflationsgeschützte Anleihen bilden weiterhin eine interessante Alternative. Durchaus positiv sind wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und die Anleger von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten.

WÄHRUNGEN

Die Hauptwährungen stecken in den gewohnten Handelsspannen fest, insbesondere den G10-Block betreffend. Dies ist wohl auch der Vorsicht geschuldet, welche die großen Zentralbanken im Hinblick auf ihre jeweiligen Ausstiegsstrategien an den Tag legen. Fed Vertreter betonen immer wieder, dass der jüngste Anstieg der Inflationsraten nur vorübergehend sei. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und andere Mitglieder des EZB-Rates scheinen Spekulationen über ein Tapering des PEPP am 10. Juni entgegenzutreten, wenngleich die Debatte vor der September-Sitzung wahrscheinlich wieder aufflammen wird. Diese Botschaften verhindern deutlichere Anpassungen bei den langfristigen Renditen und dies wiederum begrenzt die Direktionalität am Währungsmarkt. Der USD bleibt schwach, der Dollar-Index (DXY) schwankt weiterhin in der Nähe von 90, EUR-USD handelt um 1,22.

FAZIT WÄHRUNGEN

Angesichts der Inflationssorgen dürften die Märkte den CPI-Daten aus Deutschland und der Eurozone große Aufmerksamkeit schenken. In den USA stehen die ISM-Indices an, aber das Beige Book und die Arbeitsmarktdaten für Mai dürften wesentlich genauer unter die Lupe genommen werden. Dabei ist es fraglich, ob die Daten dem USD viel Rückenwind bieten werden. Auch wird eine potentielle USD-Erholung wahrscheinlich davon abhängen, inwieweit die Daten die 10J UST-Rendite wieder in Richtung 1,65% und darüber hinaus steigen lassen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 28.05.2021

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