Kapitalmarktausblick - 3. Quartal 2021

  • Steigende Zinsen bedeuten Kursverluste
  • Steigende Inflation bedeutet Krisenerholung
  • Steigende Aktienmärkte bedeuten Kursgewinne - und erfreuen Anleger!

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Schoellerbank Kapitalmarktausblick 3. Quartal 2021632 KB

Die bereits im Vorjahr nach oben tendierenden Kapitalmarktzinsen haben im ersten Quartal 2021 so richtig Fahrt aufgenommen und sich im zweiten Quartal wieder etwas beruhigt. In Summe stehen seit Jahresbeginn Zinsanstiege von ca. 0,6 Prozentpunkten (US-Staatsanleihen mit 10-jährigen Laufzeiten) bzw. etwa 0,4 Prozentpunkten (deutsche Staatsanleihen mit 10-jährigen Laufzeiten) zu Buche. Für Anleger dieser Nominalanleihen ist die wichtigste Botschaft: Der Aufwärtstrend scheint mittelfristig intakt, wofür auch die zuletzt angestiegene Inflation spricht. Vor allem in den USA ist die Notenbank ob der erreichten Niveaus noch nicht besorgt, auch wir halten weitere Zinsanstiege bei langlaufenden Anleihen durchaus für realistisch.



Ursache all dieser Zinsbewegungen sind gestiegene Inflationserwartungen, vor allem jene auf kurze und mittlere Sicht. Zinsbewegungen im aktuellen Ausmaß sind noch kein Grund zur Sorge, sondern tragen zu einer Normalisierung der Lage bei. Wir konnten an dieser Situation partizipieren: Durch einen frühen Einsatz inflationsgeschützter Anleihen waren nur kleine Teile der Rentenstrategie der Schoellerbank von Kursverlusten betroffen. Rückblickend gesehen, schloss das Rentensegment das erste Halbjahr sogar positiv ab, und was noch wichtiger scheint: Die Strategie funktioniert auch im Umfeld steigender Renditen, und unsere Perspektive bleibt intakt. Durch geschicktes Management können Kursverluste verringert oder sogar vermieden werden, das gilt auch für die kommenden Monate.



Unternehmensanleihen konnten seit Jahresbeginn lediglich eine rote Null erzielen. Dennoch ermöglicht unsere Strategie deutlich bessere Ergebnisse als auf dem breiten Unternehmensanleihen-Markt. Wir bleiben unserer Qualitätslinie - kombiniert mit vorsichtigen Restlaufzeiten - treu und halten dank des Risikoaufschlages gegenüber Staatsanleihen die Aussichten nach wie vor für interessant. Auch bei Fremdwährungsanleihen sehen wir weiter intakte Chancen, eine Beimischung dieser bleibt sowohl hinsichtlich Risikostreuung als auch bezüglich Ertragsperspektive spannend - gerade weil die breite Marktstimmung eher pessimistisch gegenüber dem US-Dollar eingestellt ist.



Was jedoch noch wichtig ist: Jetzt sollte man sich nicht vom Aktienmarkt verabschieden. Obwohl im vergangenen Jahr viele warnende Stimmen zu hören waren, gibt es immer noch einige gute Gründe für ein qualitativ ausgerichtetes Aktieninvestment: Die Sektor-Rotation bevorzugt aktuell die von uns selektierten Qualitätswerte. Auch unser Ansatz, auf Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen und Preisfestsetzungsmacht zu setzen, wird sich besonders in einem Umfeld anziehender Inflation bewähren. Die Bewertung des Aktienmarktes ist speziell im Vergleich mit anderen Anlage-Alternativen interessant, wobei sich die vorübergehend sehr optimistische Stimmung zuletzt nach und nach etwas eingetrübt hat - für uns ein günstiges Signal. Zwar scheinen spekulative Blasen zu entstehen - wie z. B. bei Kryptowährungen oder auch bei den viel erwähnten "Meme-Aktien", kombiniert mit Spekulations-Verabredungen in sozialen Medien -, die jedoch aus professioneller Investorensicht lediglich Nebenschauplätze darstellen. Und auf diesen ist die Schoellerbank Vermögensverwaltung grundsätzlich nicht aktiv. Zudem ist das Angstwort "Tapering" in aller Munde, viele warnen vor sinkender Notenbankliquidität oder gar steigenden Zinsen - so sieht keine gefährliche Börsen-Euphorie aus.



Die in der Vergangenheit übergewichtete Region Asien liegt heuer noch etwas hinter den Erwartungen zurück, zeigt aber dennoch Potenzial: Viele Länder kehrten schneller auf den Wachstumspfad zurück als Europa oder die USA. Ein weiterer Punkt ist, dass in der Region Asien nur geringere Staatsverschuldungen und Notenbankhilfen zurückgezahlt werden müssen - anders, als das in der westlichen Welt der Fall ist.

Fazit

Dennoch wird die Reise auf den Aktienmärkten sicher ruppiger, und taktische Entscheidungen sollten mit Augenmaß getroffen werden. Reines Buy-and-hold-Investieren wird weniger reizvoll, eine aktive Asset-Allokation sollte Trumpf bleiben.

Mag. Felix Düregger, CPM

Investment Management & Strategy - Bonds

Schoellerbank AG


Hinweis: Schoellerbank AG, Stand Juli 2021

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