Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 25. Juni 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 25.06.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Seit der letzten Sitzung des Investment Komitees befanden sich die Aktienmärkte in einem Vakuum zwischen der Berichtssaison für das erste und zweite Quartal. Von der Unternehmensfront gab es kaum Neuigkeiten, daher zogen andere Themen die Blicke auf sich, allen voran die Geldpolitik. Bereits im Vorfeld der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve wurde viel diskutiert und analysiert, wie die stimmberechtigten Mitglieder die aktuelle Lage sowie die Geldpolitik einschätzen werden. Die Ausführungen im Anschluss an die Sitzung hatten das Gewicht, die Märkte und Investoren zumindest für einen Tag zu verunsichern. Die Zinserwartungen haben sich im Vergleich zum letzten Zusammentreffen nach oben verschoben. Sieben von 18 Stimmberechtigten sehen bereits im kommenden Jahr eine erste Leitzinsanhebung, sechs weitere im Jahr 2023, und elf Vertreter antizipieren bis Ende 2023 sogar mindestens zwei Zinsanhebungsschritte. Eine straffere Geldpolitik könnte die Hausse auf den Märkten abwürgen, allerdings beruhigte sich die Anspannung über das Wochenende.



Für den US-Bankensektor brachten die Ergebnisse der tourlichen Stresstests, durch die amerikanische Notenbank, erfreuliche Nachrichten. Im Sog der Corona-Krise wurden Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe für Banken limitiert, um die Kapitalquoten zu stärken und die Schieflage von Kreditinstituten weitestgehend zu vermeiden. Der letzte Test, der unter anderem einen Anstieg der Arbeitslosenrate auf etwa 11% sowie einen Rückgang der Aktienmärkte von mehr als 50% berücksichtigte, zeigte, dass der US-Finanzsektor seine Kapitalbestände während der Krise ausgebaut hat. Selbst unter diesen harten Annahmen läge die Kapitalisierung der Banken weiterhin deutlich über den Mindestanforderungen. Kreditinstitute können daher ab dem 28. Juni 2021 (nach Handelsschluss) ihre Pläne für zusätzliche Ausschüttung verkünden.



Gegen Ende der letzten Woche wirkte eine erste überparteiliche Einigung über das Infrastrukturpaket unterstützend für die Aktienmärkte. Lange Zeit sah es so aus als würde sich die republikanische Partei bei den Vorschlägen der Demokraten querlegen. In den Verhandlungen haben sich jedoch letztendlich beide Parteien etwas bewegt, sodass eine Übereinkunft für ein Paket mit einem zusätzlichen Volumen von USD 579 Milliarden (über die kommenden 5 Jahre) getroffen werden konnte. Dieses bezieht sich lediglich auf physische Infrastruktur wie neue Investitionen in das Stromnetz, den Nahverkehr, Straßen und Brücken. Der US-Präsident, Joe Biden, hat jedoch zu verstehen gegeben, dass er dieses Abkommen nur unterzeichnen werde, sofern auch ein Gesetzesentwurf über den Rest seiner Agenda auf seinem Schreibtisch landet.

FAZIT AKTIEN

Die Aktienmärkte präsentieren sich weiterhin stark, wobei auch Nachrichten, die zu mehr Vorsicht mahnen, locker abgeschüttelt werden. Steigende Inflationsraten werden derzeit noch als vorübergehende Effekte eingestuft und die Möglichkeit von Zinserhöhungen, die früher als erwartet eintreten könnten, wurde durch den Vorsitzenden, Jerome Powell, in der Pressekonferenz nach der Sitzung des Offenmarktausschusses heruntergespielt. In Summe überwiegen die positive Gewinnentwicklung der Unternehmen sowie die weiterhin unterstützende Geld- und Fiskalpolitik. Die Berichtssaison, die im Juli beginnt, wird ein richtungsweisender Faktor für den weiteren Kursverlauf sein.

ANLEIHEN

Die Aktienmärkte zeigen sich in diesen Tagen erstaunlich robust und zuversichtlich. Der S&P 500 eilt von Höchststand zu Höchststand und das bei niedriger Vola. An den Rentenmärkten zeigt sich die positive Marktstimmung weitaus weniger deutlich. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist seit Ende März trotz der anhaltenden Tapering-Diskussionen leicht rückläufig. Die Stoßrichtung der US-Notenbank FED nach ihrem letzten FOMC-Treffen nimmt konkretere Formen an: Schnellere, aber dafür weniger Zinserhöhungen als bisher angenommen. Im Gegensatz zu den längerfristigen Renditen sind die kurzfristigen US-Renditen als Folge merklich angestiegen. Die US-Zinsstrukturkurve ist damit deutlich verflacht. Wesentlich weniger aufregend zeigen sich die Renditen im Euroraum. 10-jährige deutsche Bundesanleihen bewegen sich seit Monaten zwischen -0,30% und -0,10%. Ein Ausbruch aus diesem Korridor erscheint im aktuell stabilen Umfeld unwahrscheinlich.

FAZIT ANLEIHEN

Das aktuelle Marktumfeld kommt unserer Positionierung sehr entgegen. Inflationsgeschützte Anleihen beeindrucken mit einer positiven Performance seit Jahresbeginn - und das trotz deutlich gestiegener Zinsen. Dank der Risk-On Stimmung können Unternehmensanleihen die Verluste aus steigenden Marktrenditen begrenzen. Die Beimischung von italienischen und spanischen Staatsanleihen bringt die erhofften positiven Performancebeiträge.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar bewegt sich momentan im Spannungsfeld zwischen einer baldigen US-Zinswende und den sehr robusten Aktienmärkten. Während ein optimistisches Aktienumfeld den Greenback tendenziell benachteiligt, sorgt die Aussicht auf ein höheres Zinsdifferential für einen stärkeren Dollar.



Seit Monatsbeginn konnte der US-Dollar die April- und Mai-Verluste gegen den Euro ob der erwartet höheren Zinsen wieder beinahe wettmachen. Auch alle anderen globalen Weltleitwährungen konnten in diesem notenbankgetriebenen Umfeld nicht mit dem US-Dollar mithalten.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Fremdwährungsallokation der Schoellerbank hat sich im laufenden Jahr sehr bezahlt gemacht. Dank der hohen Gewichtung an Rohstoffwährungen kann auch in diesem Segment eine positive Jahresperformance ausgewiesen werden. Der USD nimmt momentan mit 41% die deutlich höchste Gewichtung ein, gefolgt vom Japanischen Yen mit 14% und dem Kanadischen Dollar mit 12%.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 25.06.2021

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