Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 09. Juli 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 09.07.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Nach den deutlichen Rückgängen der Renditen in den vergangenen Wochen wirkt die Zinsgefahr fürs erste gebannt. Die Inflationsdaten zeigten sich zuletzt wieder etwas entspannter, was zum Abschwellen der Inflationssorgen und damit der Sorgen um eine baldige Anhebung der Leitzinsen beigetragen hat. Dennoch bleibt der Markt wachsam angesichts der hohen absoluten Bewertungen an den Aktienmärkten, die zu einem großen Teil nur durch die niedrigen Zinsen zu rechtfertigen sind.



Die globale Ausbreitung der Delta Variante bereitet Behörden wie Märkten zunehmend Sorgen. Am vergangenen Donnerstag konnte man dies an den Finanzmärkten sehr gut beobachten. Die Bewegung der Anleihemärkte zeigt bereits seit einiger Zeit wie erwähnt sinkende Zinsen und deutet mit Nachdruck darauf hin, dass der Ausblick von den Marktteilnehmern weniger positiv gesehen wird als noch vor ein paar Wochen. Die Aktienmärkte reagierten bislang kaum auf diese Entwicklung und zeigten am Donnerstag zum ersten Mal seit längerem einen sehr schwachen Tag. Experten gehen bislang aber davon aus, dass die Delta Variante oder eine andere zukünftige Variante nicht nachhaltig die Impfstrategien aushebelt. Das heißt, dass neue Lockdowns selbst bei steigenden Infektionen nicht zu erwarten sind, solange die Durchimpfung der Bevölkerung gut voranschreitet.



Die Berichtsaison für das 2. Quartal hat begonnen. Es wird mit einem starken Wachstum im Vergleich zu dem durch die Pandemie äußerst schwachen Vorjahr gerechnet. Neben den bloßen Zahlen wird der Markt das Augenmerk auf dem Ausblick der Unternehmen liegen, insbesondere wie sich die Situation der Preissteigerungen und der Lieferketten darstellt und wie die Unternehmen selbst die Entwicklung für dieses und nächstes Jahr einschätzen.

FAZIT AKTIEN

Die Aktienmärkte sind etwas verunsichert durch den Anstieg der Infektionen mit der Delta Variante. Doch es gibt keine Anzeichen für ein Ende des Aufwärtstrends an den Märkten. Weiterhin überwiegen die positiven Faktoren: Die unterstützende Geld- und Fiskalpolitik sowie der positive Ausblick auf die Gesamtwirtschaft. Wir halten eine "Übergewichtete" Aktienallokation - allerdings am unteren Ende der Bandbreite - weiterhin für richtig und führen keine Änderungen in den Portfolios durch.

ANLEIHEN

Am Donnerstag gab Christine Lagarde bekannt, dass die EZB ihre geldpolitische Strategie runderneuert. Kern der bisher umfassendsten Überarbeitung der geldpolitischen Vorgehensweise ist ein neues Inflationsziel, das den Währungshütern auch etwas mehr Flexibilität erlaubt. Sie streben nun mittelfristig einen Anstieg der Verbraucherpreise im Euroraum von zwei Prozent an. Bisher hatte das Inflationsziel auf unter, aber nahe zwei Prozent gelautet. Diese Formulierung war aber in Misskredit geraten, weil sie aus Sicht vieler Experten nahelegt, die EZB wolle eine zu hohe Inflation stärker bekämpfen als eine zu niedrige. Die EZB erklärte, dass ihr neues Inflationsziel symmetrisch zu verstehen sei - also eine Abweichung nach oben und nach unten gleichermaßen unerwünscht sei. Gegebenenfalls sei auch eine Übergangszeit hinzunehmen, in der die Inflation leicht über dem Ziel liege. Der EZB-Rat werde es nun noch leichter haben, in den kommenden Jahren eine Fortdauer der lockeren Geldpolitik und der Anleihekäufe zu rechtfertigen.



Die Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2021 war in den USA in beiden Quartalen ziemlich konträr. Das erste Quartal war vor allem von politischen Entwicklungen ("Blaue Welle" der Demokraten) und dabei in erster Linie von noch nie dagewesenen fiskalpolitischen Stimuluspaketen geprägt, die kontinuierliche Verbesserungen der Wachstumsprognosen und Anstiege der langfristigen Inflationserwartungen auslösten. Dies führte zu kräftig ansteigenden Renditen im USD Bondmarkt. Das zweite Quartal brachte dann stark fallende Renditen und eine deutliche Verflachung der US Zinskurve mit einem Anstieg der Renditen im 2-jährigen Bereich und tieferen Renditen im 10 Jahresbereich. Ein möglicher Auslöser, dass dies trotz weiter ansteigender Wachstumsprognosen passierte, mag der schwächelnde Arbeitsmarkt gewesen sein. Mittlerweile rentieren 10-jährige Laufzeiten nur mehr bei 1,27% (nach einem Höchststand von 1,75% Ende März). In der Eurozone wiederum dominierte wieder einmal die EZB das Marktgeschehen. Mittels verbaler Interventionen gelang es der europäischen Zentralbank, trotz ebenfalls steigender Wachstums- und Inflationsaussichten, die Renditen relativ stabil zu halten. Der Renditeanstieg in 10-jährigen deutschen Bundesanleihen beträgt aktuell ca. 30 BP gegenüber Jahresbeginn (-0,30% vs. -0,60%). Der Risikoaufschlag Italiens blieb relativ stabil und liegt aktuell bei 108 BP.



Die letzten Tage wiederum waren von teilweise recht deutlichen Renditerückgängen geprägt. Nach einigen schlechter als erwarteten Wirtschaftsdaten, wie dem ZEW und dem US Service ISM, fielen die Renditen 10-jähriger US-Treasuries um über 20 BP auf 1,26%, die Renditen ihrer deutsche Pendants fielen um immerhin 10 BP auf -0,30%.

FAZIT ANLEIHEN

Die Geld- und Fiskalpolitik bleibt sowohl in den USA als auch in Europa stark unterstützend und die Wachstumsaussichten sind durchaus ermutigend. Die langfristigen Inflationserwartungen, gemessen an den 5J-5J-Forwards, sind sowohl in den USA (aktuell 2,20%), als auch in Europa (1,56%), stark von den Höchstständen zurückgekommen; am deutlichsten aber in Europa, verglichen mit dem Wert zu Jahresbeginn. Die tatsächliche Inflation ist, auch unterstützt durch den Anstieg der Energiepreise, bereits angestiegen und sollte im zweiten Halbjahr weiterhin hoch bleiben. Dabei bilden inflationsgeschützte Anleihen eine interessante Alternative. Die Renditen in Kerneuropa werden sich wahrscheinlich weiterhin nicht stark bewegen und in der Bandbreite von -0,60% und -0,10% - bei 10-jährigen deutschen Bundesanleihen - verweilen.



Italien sollte weiterhin von der Unterstützung der EZB profitieren und bietet eine interessante Beimischung im Portfolio. Weiterhin positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität. Damit bieten sie einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Positiv sehen wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen, wo die Bewertungen langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheinen. Wir glauben, dass diese Assetklasse von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren dürfte

WÄHRUNGEN

Der USD hat in den letzten Wochen von allen G-10 Währungen am besten abgeschnitten. Der Dollar-Index (DXY) konnte im Juni um 2,9% zulegen. Hauptursache dafür war die Anpassung der FED-Rhetorik bei der Sitzung am 16. Juni und die daraus interpretierte früher zu erwartende erste Zinsanhebung. Gleichzeitig verlor der EUR ca. 3% und avancierte zu der am schlechtesten performenden G-10 Währung. In den ersten Handelstagen im Juli konnte sich die Lage wieder stabilisieren. Abgesehen vom EUR traf es auch den Neuseeland Dollar, den Australischen Dollar und die Norwegische Krone - im Verhältnis zum USD.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Fremdwährungsallokation der Schoellerbank hat sich im laufenden Jahr bezahlt gemacht. Der USD nimmt momentan mit 41% die deutlich höchste Gewichtung ein, gefolgt vom Japanischen Yen, der mit 14% untergewichtet gegenüber der Benchmark ist, und dem Kanadischen Dollar mit 12%. Wir gehen weiterhin von einem stärkeren USD aus, da wir eine steigende Zinsdifferenz erwarten, welche die Währung interessanter für Investoren macht.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 09.07.2021

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