Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 06. August 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 10.08.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte klettern den "Sorgenhügel" hinauf. Die Delta-Variante und Sorgen um das Anhalten der wirtschaftlichen Erholung können den Markt nur kurz aus dem Tritt bringen. Unterstützt werden die Märkte weiterhin von der starken Erholung der Unternehmensgewinne, welche die durchaus ambitionierten Bewertungskennzahlen nachträglich rechtfertigen.



Die Berichtssaison gibt den Anlegern allen Grund zur Freude. 76% der Unternehmen im Weltaktienindex haben im 2. Quartal die Erwartungen übertroffen. Das ist ein Rekordwert und der Trend hält auch im 3. Quartal an. Der Gewinn pro Aktie des Weltaktienindex ist praktisch wieder auf dem Stand von vor der Krise. Und der Trend hält an: Bis Ende 2021 werden neue historische Höchststände bei den Unternehmensgewinnen erwartet.



Die Gefahr einer unkontrolliert immer weiter ansteigenden Inflation wird am Zinsmarkt heute deutlich weniger drängend gesehen als noch vor einem Monat. Damit dürften die Notenbanken keinen Grund haben, die Zügel anzuziehen. Für die Aktienmärkte wird es damit noch unwahrscheinlicher, dass sie ob der Zinspolitik nun umdenken müssen.



Die Anleger werden aufgrund der starken Fundamentaldaten und der anhaltenden Aktienhausse immer optimistischer. Dabei steigt auch der Leverage an, d.h. es wird immer mehr Fremdkapital für Aktieninvestments herangezogen. Das sehen wir mit Sorge, weil Kurseinbrüche bei kreditfinanzierten Investments zu breiten Zwangsverkäufen führen können, wodurch ein Kursrutsch verstärkt werden würde. Das Risiko einer stärkeren Kurskorrektur ist also größer geworden.

FAZIT AKTIEN

Auch wenn Investoren sich auf stärkere Kurskorrekturen gefasst machen sollten: An der Attraktivität der Aktie für den langfristigen Vermögensaufbau hat sich nichts geändert. Korrekturen sind ein Teil des Anlegerlebens und bieten die Gelegenheit, neue Aktienengagements zu tätigen. Doch selbst angesichts der Gefahr eine kurzzeitigen Aktienkorrektur: Ist es unserer Meinung nach ebenso riskant - womöglich sogar riskanter - nicht im Aktienmarkt investiert zu sein. Dementsprechend halten wir unsere "Übergewichtete" Aktienallokation unverändert für richtig.

ANLEIHEN

In den letzten zwei Wochen hat sich der Trend der fallenden Renditen bei deutschen und amerikanischen nominellen Staatsanleihen (Deutschland 10J aktuell -0,48%, USA 10J aktuell 1,18%) im Wesentlichen fortgesetzt. Die Realrenditen (10J / -1,99%) haben neue historische Tiefststände erreicht. Dies bedeutet, dass sich die Kursverluste bei Nominalanleihen, die seit Jahresbeginn aufgetreten sind, durch die letzten Kursanstiege etwas minimiert haben. Gleichzeitig sorgte eine wieder steigende Inflationserwartung in den letzten zwei Wochen für noch stärker steigende Kurse bei inflationsgeschützten Anleihen. Eine steigende Inflationserwartung mit fallenden nominellen Renditen ist ein Szenario, das zwar über manche Perioden vorkommen kann, jedoch eher ungewöhnlich ist. Passieren kann so ein Szenario vor allem dann, wenn zum Beispiel Spekulanten auf steigende langfristige Zinsen gesetzt haben, aber dann genau die gegenteilige Marktentwicklung eintritt. Dies ist zum Beispiel in den letzten Wochen einigen Hedgefonds zum Verhängnis geworden, welche ihre Short Positionen schließen und Treasuries kaufen mussten. Zusätzlich geht die Angst einer steigenden Inflation weiter um, wodurch die inflationsgeschützten Anleihen weiter gut nachfragt sind.



Die Kurse von insbesondere europäischen Aktien sind in den letzten Wochen ebenfalls angestiegen. Ein Szenario, in dem Anleihe- und Aktienkurse gleichzeitig steigen, ist per se nichts außergewöhnliches, wie wir in den letzten Jahren gesehen haben. Diese gleichlaufende Entwicklung ist stark im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken zu sehen. Auf der anderen Seite rechtfertigen niedrige Zinsen auch höhere Aktienkurse, weil die Bewertungen damit günstiger werden. Jedoch könnte sich diese Situation im Herbst, wo wohl erste Tapering Maßnahmen seitens der FED angekündigt und möglicherweise noch im heurigen Jahr umgesetzt werden, rasch ins Gegenteil verkehren.



Wie oben bereits erwähnt, sind amerikanische Renditen in den letzten Wochen ebenfalls gefallen, wobei es in dieser Woche zu einer Gegenbewegung kam. Grund dafür war die Aussage des FED Mitglieds Clariden, der bis dato als eher dovish eingestuft worden war: Er geht anhand seiner Prognosen für Inflation und Beschäftigung von einer ersten Zinsanhebung bereits Anfang 2023 aus. Zusätzlich sorgte ein starker Arbeitsmarktbericht für den Juli, dass die Wahrscheinlichkeit eines früheren Taperings der FED angestiegen ist.



Risikoaufschläge italienischer 10-jähriger Staatsanleihen bewegten sich in einer engen Bandbreite zwischen 102-108 Basispunkten, das spanische Pendant zwischen 69-73 Basispunkten. Wenig Bewegung gibt es auch bei den Risikoaufschlägen von Unternehmensanleihen guter Bonitäten. Gemessen anhand des BOFA ML Euro Corporate Index haben sich diese in den letzten Wochen in einer sehr engen Bandbreite von 1-2 Basispunkten bewegt.



Emerging Markets Länder in lokaler Währung bewegten sich über einen Zeitraum von einem Monat ebenfalls seitwärts.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Die jüngsten Rückgänge der Renditen sehen wir als übertrieben an, weswegen wir von einer baldigen Gegenbewegung ausgehen. Weiterhin erwarten wir eine bessere Performance von Unternehmensanleihen und Emerging Markets Anleihen in lokaler Währung gegenüber Euro Staatsanleihen. Inflationsgeschützte Anleihen bieten weiterhin Schutz bei einem Anstieg der Inflation auf normale Niveaus und könnten von einer Verbesserung der konjunkturellen Situation profitieren.

WÄHRUNGEN

Stärkere US-Arbeitsmarktdaten ließen den USD gegenüber dem Euro auf aktuell 1,176 ansteigen. Die Beschäftigungszahlen stiegen so stark wie seit einem Jahr nicht mehr und kamen deutlich stärker als von den Analysten erwartet. Auch die Arbeitslosenquote sank auf 5,4% und war damit ebenfalls niedriger als prognostiziert.



Die stärkste Währung von den G10 Staaten über einen Zeitraum von einem Monat war der Schweizer Franken mit einem Plus von 1,6%, gefolgt vom Britischen Pfund mit 1,10%. Die schwächste Entwicklung weist die Norwegische Krone (-1,52%) auf, dicht gefolgt vom Australischen Dollar (-1,38%).

FAZIT WÄHRUNGEN

Wie wir erwartet haben, konnte der USD gegenüber dem Euro weiter zulegen. Der starke Arbeitsmarktbericht erhöht die Wahrscheinlichkeit eines früheren Taperings, wodurch die Währungsentwicklung unterstützt wird. Die starke Konjunkturdynamik in den USA spricht ebenfalls für einen stärkeren USD.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 10.08.2021

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